Lotus Notes lizenzieren
Mit diesem Beitrag möchten wir Ihnen den Einstieg in die Lizenzierung von IBM Lotus Domino/Notes erleichtern. Zunächst geht es um die Auswahl passender Server und Clients.
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Enterprise Server, Messaging Server oder Utility Server?
Es gibt drei verschiedene Server zur Auswahl, die alle auf der gleichen Codebase basieren.
- Ein Domino Enterprise Server stellt Messaging/Groupware Dienste zur Verfügung und ermöglicht die Ausführung von Lotus Domino/Notes Applikationen.
- Ein Domino Messaging Server stellt nur Messaging/Groupware Dienste zur Verfügung. Andere Lotus Domino/Notes Applikationen dürfen nicht ausgeführt werden.
- Ein Domino Utility Server ermöglicht ausschließlich die Ausführung von Lotus Domino/Notes Web Applikationen. Er stellt keine Messaging/Groupware Dienste zur Verfügung und es darf über einen Web-Browser oder über den Client auf den Utility Server zugegriffen werden, wozu die Client-Lizenz benötigt wird.
Lotus Domino Server-Editionen im Vergleich
| Server | Messaging | Applikationen | Web Applikationen |
|---|---|---|---|
| Domino Enterprise Server | JA | JA | JA |
| Domino Messaging Server | JA | NEIN | NEIN |
| Domino Utility Server | NEIN | NEIN | JA |
Notes with Collaboration, Messaging oder Web Access?
Kommen wir zu den Clients.
- Lotus Notes with Collaboration ist der traditioneller Client für den Enterprise Server. Er erlaubt Messaging/Groupware Dienste zu nutzen und Domino/Notes Applikationen auszuführen.
- Lotus Notes with Messaging ist der traditionelle Client für den Messaging Server. Er erlaubt Messaging/Groupware Dienste zu nutzen. Andere Domino/Notes Applikationen dürfen nicht ausgeführt werden.
- Domino Web Access Collaboration ist ein Web Client, der nur den Browser Zugriff auf die Server gestattet. Er erlaubt Messaging/Groupware Dienste zu nutzen und Domino/Notes Web Applikationen auszuführen.
- Domino Web Access Messaging ist ein Web Client, der nur den Browser Zugriff auf die Server gestattet. Er erlaubt Messaging/Groupware Dienste, jedoch dürfen keine Domino/Notes Web Applikationen ausgeführt werden.
- Der Domino Designer wird benötigt, wenn Domino Applikationen entwickelt oder angepasst werden sollen. Der Domino Designer ist eine IDE für die Entwicklung von Notes Applikationen.
- Der Domino Administrator dient der Verwaltung der Domino Server.
- Der Connector Domino Access for Microsoft Outlook oder kurz DAMO ermöglicht den Zugriff von Microsoft Outlook auf Domino Server.
Lotus Domino Clients im Vergleich
| Client | Anwen- dungen |
Messaging | Web Anwen- dungen |
Web Messaging | Entwick- lung |
|---|---|---|---|---|---|
| Collaboration | JA | JA | JA | JA | NEIN |
| Messaging | NEIN | JA | NEIN | JA | NEIN |
| Web Access Collaboration | NEIN | NEIN | JA | JA | NEIN |
| Web Access Messaging | NEIN | NEIN | NEIN | JA | NEIN |
| Domino Designer | NEIN | NEIN | NEIN | NEIN | JA |
Zwei Beispiele
48 Mitarbeiter sollen mit Lotus Notes arbeiten. Darunter sind 15 Außendienstmitarbeiter, die lediglich sporadisch mit E-Mails arbeiten und diese über einen Internet-Browser abrufen und verschicken möchten. Es wird benötigt:
- 1 x Domino Messaging Server
- 33 x Notes with Messaging
- 15 x Domino Web Access Messaging
122 Mitarbeiter sollen mit Lotus Notes arbeiten. Neben Messaging/Groupware wird ein CRM für Lotus Notes eingesetzt. Unter den 122 Mitarbeiten sind 15 Außendienstmitarbeiter, die lediglich sporadisch mit E-Mails arbeiten und diese über einen Internet-Browser abrufen und verschicken möchten. Die Security Policy erlaubt keinen Zugriff vom Internet ins Firmen-LAN. SMTP-Server müssen daher in die DMZ verlagert werden. Es wird benötigt:
- 1 x Domino Messaging Server in der DMZ als Mailrelay
- 1 x Domino Enterprise Server im LAN als interner Mailserver und als Applikationsserver für das CRM
- 107 x Notes with Collaboration
- 15 x Domino Web Access Messaging
Lizenzierung
Es gibt drei alternative Lizenzierungsmöglichkeiten.
Express Lizenzierung
Am preiswertesten und sehr flexibel ist die Express-Lizenzierung für kleinere und mittlere Unternehmen (bis 1.000 Mitarbeiter). Größere Organisationen dürfen keine Express-Lizenzen einsetzen. Es gibt weitere Einschränkungen, die aber nur bei großen Installationen relevant werden. Beispielsweise darf weder die Domino Cluster Technologie noch das Partitioning genutzt werden.
Bei der Express-Lizenzierung werden nur Benutzer gerechnet. Server dürfen ohne zusätzliche Kosten nach Bedarf installiert werden. Dies gilt nicht für den Utility Express Server. Auf den kommen wir später zurück. Im ersten Beispiel oben würde 48 Domino Messaging Express Lizenzen den Bedarf an Servern und Clients abdecken. Im zweiten Beispiel würden 15 Domino Messaging Express und 107 Domino Collaboration Express Lizenzen ausreichen.
Weitere Express-Lizenzen gibt es nicht. Es gibt also keine Web Access Express Lizenzen oder ähnliches, jedoch dürfen mit einer Express-Lizenz alle korrespondierenden Clients (bis auf den Domino Designer) genutzt werden.
Client-/Server Lizenzierung
Die Client-/Server Lizenzierung ist immer teurer als die Express-Lizenzierung. Dafür gibt es keine lizenzrechtlichen Einschränkungen. Server werden je nach Hardware mit den Processor Value Units (PVU) bewertet. Ändern Sie etwas an der Hardware (CPUs), dann wird eventuell eine Nachlizenzierung erforderlich. Die Anzahl der zu erwerbenden Clients richten sich nach der Anzahl der Benutzern. In den beiden Beispielen wird die Client/Server Lizenzierung verwendet.
CEO Communications Bundle
Das CEO Communications Bundle besitzt die Flexibilität der Express-Lizenzen ohne deren lizenzrechtliche Einschränkungen. Zusätzlich berechtigt eine CEO Communications Bundle Lizenz auch zur Nutzung des Domino Designers. Es gibt jedoch eine Mindestlizenzierung von 100 Lizenzen.
Beim CEO Communications Bundle werden wie bei Express nur die Benutzer gezählt. Server dürfen nach Bedarf installiert und eingesetzt werden. Auf unsere Beispiele übertragen bedeutet dies, dass im ersten Beispiel kein CEO auf Grund der Mindestlizenzierung erworben werden kann. Im zweiten Fall müssten 122 CEO Lizenzen erworben werden.
Ob sich CEO Communications Bundle gegenüber Client/Server Lizenzen lohnen, hängt vom Verhältnis der benötigten PVUs zu den Clients ab. Einfach beide Möglichkeiten durchrechnen.
Fazit
Ich konnte hier lediglich die wichtigsten Aspekte der Lizenzierung von Lotus Domino Notes ansprechen. Dieser Beitrag kann keinesfalls ein ausführliches, qualifiziertes Beratungsgespräch ersetzen. Sie bekommen aber das nötige Wissen an die Hand, um effektiv mit Ihrem Lizenzberater kommunizieren zu können. Sie können jederzeit mit mir persönlich oder einem meiner Kollegen in Kontakt treten. Wir helfen Ihnen gerne.
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