Der neue Microsoft SQL Server 2012 soll spätestens ab März verfügbar sein. Es wird drei Haupt-Editionen geben. Die SQL Server 2012 Enterprise Edition wird auf Basis von Prozessor-Kernen, die neue Business Intelligence Edition wird über das bekannte Modell Server-Device-CAL/Server-User-CAL und die Standard Edition kann wahlweise über Cores oder Server/CAL lizenziert werden. Neben den drei Haupt-Editionen wird es weiterhin die Developer, Express und Compact Editions geben. Die Web Edition wird zukünftig nur noch über ein Service Provider License Agreement angeboten. Die Datacenter Edition wird in die Enterprise Edition integriert und nicht mehr als separates Produkt vertrieben. Ebenfalls zur Vergangenheit werden die Workgroup Edition und Small Business Editionen gehören.

Zitat Microsofts zur neuen Generation der SQL 2012:

…SQL Server 2012 is a significant product release, providing Mission Critical Confidence with greater uptime, blazing-fast performance and enhanced security features for mission critical workloads; Breakthrough Insight with managed self-service data exploration and stunning interactive data visualization capabilities; Cloud On Your Terms by enabling the creation and extension of solutions across on-premises and public cloud. SQL Server 2012 is a Cloud Ready Information Platform…

Das kling jedenfalls spannend und mehr möchte ich zu den vielversprechenden Worten aus der Microsoft-Marketing-Abteilung an dieser Stelle nicht sagen. Stattdessen konzentriere ich mich auf die Unterschiede zwischen den SQL Server Editionen, deren Lizenzierung und die zu erwartenden Preise.


Edition Beschreibung Server-CAL-Lizenzierung Core-Lizenzierung ca. Preis (US)
Standard Basisfunktionalität (Datenbank und Business Intelligence) Feature enthalten Feature enthalten $1.793/Core oder $898/Server plus $209/CAL
Business-Intelligence Enterprise-Level BI und Analytics Feature enthalten Feature nicht enthalten $8.592/Server plus $209/CAL
Enterprise High End Rechenzentrumsbetrieb, Data Warehouse und BI Feature nicht enthalten Feature enthalten $6.874/Core

Die Standard Edition stellt alle Basis-Datenbank- und Basis-BI-Funktionen zur Verfügung. Die SQL Server BI Edition baut auf der Standard auf und enthält zusätzliche Business Intelligence und Business Analytics Featuers. Das Flaggschiff, die SQL Enterprise Edition, vereint alle Merkmale unter einem Dach und wurde für den Rechenzentrumsbetrieb erweitert und optimiert.

SQL Server 2012 Lizenzierung nach Cores

Lizenzierung auf Basis von Prozessorkernen

Die SQL Server 2012 Enterprise Edition (EE) und die Standard Edition (SE) werden auf Basis von core-basierter Lizenzierung in Stufen zu je zwei Cores verfügbar sein. Die Mindestlizenzierung pro physikalischem Prozessor sind vier Cores. Der Preis für einen Prozessorkern wird 1/4 des heutigen Preises für einen Prozessor betragen. Haben Sie beispielsweise einen mit zwei Dual-Core-CPUs ausgestattenten Server, dann benötigen Sie 2 x 4 = 8 Lizenzen, bei zwei Quad-Core-CPUs wären es ebenfalls 8 Lizenzen (genauer: 4 Zwei-Core-Lizenzen). Zugriffslizenzen (CALs bzw. Client Access Licenses) werden nicht benötigt.

Die EE muss immer core-basiert lizenziert werden. Die SE muss nur dann core-basiert lizenziert werden, wenn die Anzahl der Benutzer nicht eindeutig bestimmt werden kann. Zum Beispiel bei Web-Applikationen im Internet.

Server-CAL-Lizenzierung

Die SQL Server 2012 BI Edition (BI) und die Standard Edition (SE) werden auf Basis des Server und Client Access License (CAL) Lizenzmodells verfügbar sein. Voraussetzung ist, dass die Anzahl der Benutzer bekannt ist. Zum Beispiel im Intranet. Wenn die Anzahl der Benutzer unbekannt ist, dann muss die SE core-basiert lizenziert werden. Für die BI wird es jedoch keine Core-Lizenzierung geben. Als Option bleibt dann nur die EE. Der Preis für eine CAL wird angehoben. Im Gespräch sind 27%.

CALs sind “downgrade-bar”. Mit einer SQL CAL 2012 darf auch auf einen SQL Server 2008 zugegriffen werden, nicht jedoch umgekehrt. CALs sind außerdem “editionslos” und nicht an bestimmte Server gebunden. Mit einer 2012 CAL darf man also auf beliebig viele neue BI-Server und Standard Edition Server zugreifen. Die Nutzung von 2008-er Enterprise Editionen ist ebenfalls gestattet.

Lizenzierung einzelner virtueller Maschinen (VM)

Beim Betrieb in virtuellen Umgebungen können entweder einzelne virtuelle Maschinen oder die gesamte physikalische Hardware (Maximum Virtualization, nur bei der Enterprise Edition möglich) lizenziert werden. Die Lizenzierung einzelner VMs entspricht der einzelner physikalischer Server. Bei der Core-Lizenzierung werden die den VMs zugewiesenen Cores gerechnet. Die Minimum-Anforderung von 4 Cores gilt auch hier, jedoch pro virtueller Maschine und nicht pro CPU. Beim Sever/CAL-Modell muss je VM ein Server und je User oder Device eine User-CAL bzw. eine Device-CAL erworben werden.

Software Assurance (SA) wird beim Betrieb in virtuellen Umgebungen zukünftig in den meisten Fällen ein Muss. Ohne SA darf ein SQL Server nur einmal innerhalb von 90 Tagen von einer physikalischen HW auf eine andere physikalische HW verschoben werden. Erst mit SA dürfen die Lizenzen beliebig oft die physikalische HW wechseln. Wenn Sie VMware vMotion oder vergleichbare Features nutzen, dann benötigen Sie für alle Lizenzen SA.

Maximum Virtualisierung

Die Maximum Virtualization eignet sich für dynamische Private Cloud Umgebungen. Lizenziert werden die physikalischen Cores des Servers bzw. der Server-Farm. Der SQL Server 2012 darf dann in beliebig vielen VMs ausgeführt werden. Diese Option gilt nur bei der SQL Server 2012 Enterprise Edition inkl. gültiger Software-Assurance (SA). Die Maximum Virtualization lohnt sich, wenn Sie ihren VMs weniger als 4 Prozessor-Cores zuweisen. Angenommen Sie betreiben vier VMs mit jeweils einem zugewiesenen Prozessorkern auf einem Single-CPU-Server mit vier Cores. Bei der Maximum Virtualization benötigen Sie 4 EE Core-Lizenzen plus SA. Bei der Lizenzierung einzelner virtueller Maschinen müssten Sie hingegen 16 Core-Lizenzen (Minimum 4 Cores pro VM) erwerben.