Am 30.6.2012 wird die Server-/CAL-Lizenzierung der SQL Server Enterprise Edition vom Markt genommen. Das gilt auch für den SQL Server 2008 und kann die Kosten laufender SQL-Projekte beträchtlich in die Höhe treiben. Noch können Sie reagieren, jedoch sind die verbleibenden Möglichkeiten nicht immer befriedigend. Microsoft zeigt mit dieser kurzen Frist, dass die Transition in das neue Lizenzmodell “Chefsache” ist. Verglichen mit den Mitbewerbern Oracle und IBM, hinkt MS bei der Anpassung der Lizenzierung an die technischen Veränderungen der letzten Jahr hinterher. In einigen Szenarien war Microsofts SQL Server wesentlich günstiger als die Mitbewerber. Das relativiert sich ab dem 30.6.2012. Ab dann gilt auch beim SQL Server: Die Leistungsfähigkeit des physikalischen/virtuellen Servers bestimmt die Kosten.

Microsoft SQL Server werden in erster Linie über Volumenlizenzverträge wie Microsoft Open, Microsoft Select, Microsoft EA vertrieben. Diese Lizenzen sind zu einem gewissen Grad “versionslos”, jedenfalls was das Downgrade-Recht angeht. Eine Folge von dem Downgrade-Recht ist, dass Microsoft mit Erscheinen einer neuen Version, die alte Version zeitnah vom Markt nehmen kann, ohne dass signifikante Nachteile für die Kunden entstehen. Basiert ein Teil ihrer SQL-Infrastruktur beispielsweise auf dem SQL Enterprise Server 2008 plus CALs, dann können Sie nach Erscheinen der neuen Version Ihre bestehende Infrastruktur durch Kauf entsprechender 2012er Server und CALs erweitern. Das klappt, solange die neuen Lizenzen ähnliche Preise und vor allem die gleiche Lizenzmetrik verwenden. Gerade diese Kontinuität ist bei der Transition von SQL 2008 auf SQL 2012 nicht gegeben.

Eine umfassende Beschreibung der neuen Lizenzregeln finden Sie im Artikel SQL Server 2012 – Lizenzierung und Editionenvergleich. Der neue Enterprise Server wird nur über leistungsorientierten Core-Lizenzen erhältlich sein. Die Server/CAL Lizenzierung wird es nicht mehr geben. Ab dem 30. Juni 2012 können Sie auch für bestehende 2008er Umgebungen keine CALs oder Server nachkaufen. Sie müssen also heute abschätzen, wie sich ihr Bedarf in den nächsten Jahren entwickelt, und die geplanten Beschaffungen vor dem 30 Juni tätigen. Nicht immer ist eine genaue Planung und eine vorgezogene Vorratsbeschaffung möglich. Sprechen Sie rechtzeitig mit unseren Beratern, wenn Sie laufende SQL-Projekte verantworten.

SQL Server Enterprise CAL/Server-Lizenzierung

  • Die Beschaffung neuer/zusätzlicher Microsoft SQL Server Enterprise Lizenzen und CALs ist nur noch bis zum 30.6.2012 möglich.
  • EA/EAP-Kunden können bis zum Ablauf ihrer Vereinbarung – auch nach dem 30.6. – Lizenzen nachkaufen.
  • Nach den jeweiligen Deadlines (30.6.2012 bzw. Agreement-Ende) sind zusätzliche Lizenzen auf Core-Basis zu kaufen.
  • Alle vorhandenen Server/CAL-Lizenzen (Enterprise Edition), die bei Release der 2012er Version unter SA sind, können ohne Kosten auf SQL Server 2012 aktualisiert werde. Die SA bleibt weiterhin im Server/CAL-Modell und zukünftige Updates sind gewährleistet.
  • Alle 2012er SQL Server (im Server/CAL Modell) unterliegen einer 20 Core/pro Server Beschränkung. Egal ob Sie vor dem 30. Juni SQL-Server 2012 Lizenzen (nach dessen Erscheinen) erwerben oder ob sie den Server über bestehende SA aktualisieren, eine Serverlizenz berechtigt zu maximal 20 Cores/Server. Melden Sie sich bei uns, wenn diese Beschränkung bei Ihnen greift.

SQL Server Enterprise Prozessor-Lizenzierung

  • Kunden mit Prozessor-Lizenzen unter SA können kostenlos auf die neue Version gehen. Bei Ablauf der SA werden alle Lizenzen in Core-Lizenzen umgewandelt und können ab dann als Core-Lizenzen renewalt werden.
  • SQL Enterprise und Standard Prozessor-Lizenzen unter SA werden in mindestens 4 Core-Lizenzen per Prozessor oder in die aktuell genutzte Core-Anzahl umgewandelt. Beim Datacenter-Server liegt das Minimum bei 8 Core-Lizenzen.
  • Am Ende der SA müssen Kunden eine eigene Bestandsaufnahme mit dem Microsoft Assessment and Planning (MAP) Toolkit oder einem vergleichbaren Werkzeug durchführen. Wenn der Kunde keine eigene Bestandsaufnahme durchführt, dann werden Lizenzen automatisch in vier respektive acht (beim Datacenter) Core-Lizenzen umgewandelt.

Kunden mit Enterprise Agreements

  • EA-Kunden können bis zum Ende der Laufzeit Server/CAL-Lizenzen nachbestellen.
  • Prozessor-Lizenzen können ebenfalls bis zum Ende der EA-Laufzeit erworben werden.
  • Optional kann auf die neue Core-Lizenzierung auch während der EA-Laufzeit umgestellt werden. Rufen Sie uns an, wenn sie Interesse haben.
  • Die 20 Cores pro Server Beschränkung gilt auch hier. Rufen Sie uns an, wenn bei Ihnen dieses Beschränkung greift.