Microsoft SQL Server 2016

Preise, neue Funktionen, alle Editionen, Updates, Lizenzierung, Migration
Behandelte Versionen: SQL Server 2016, 2014, 2012 und 2008



Diese Seite behandelt den Microsoft SQL Server 2016 aus Sicht der IT-Beschaffung. Erläutert werden Möglichkeiten für den Kauf und Nachkauf der Versionen SQL Server 2016, 2014, 2012, 2008 R2 und 2008. Wie unterscheiden sich die Versionen? Welche Editionen gibt es? Was kosten Lizenzen? Welche Lizenzmodelle gibt es? Lohnt sich ein Upgrade? Diese und ähnliche Fragen werden beantwortet. Ziel ist die Bereitstellung neutraler und kompakter Informationen für Entscheidungsträger und IT-Einkäufer.

Neue Version seit 2. Oktober 2017 verfügbar!

Der neue SQL Server 2017 ist seit Anfang Oktober erhältlich und läuft erstmals auch auf Linux-Plattformen. Weitere Neuerungen sind automatisches Tuning, eine Graphdatenbank und Resumable Online Index Rebuilds. An der Lizenzierung und am Preis ändert sich nichts.

Siehe: Microsoft SQL Server 2017.

Überblick

Microsofts SQL Server 2016 wartet mit einigen interessanten Verbesserungen und neuen Funktionen gegenüber der Version 2014 auf. An den Editionen und Preisen ändert sich wenig. Die Developer Edition ist jetzt kostenlos und die SQL Server Business Intelligence Edition fällt weg. Die SQL Server BI Funktionen verteilen sich auf die Standard und Enterprise Editions. Bis auf ein paar kleine Verbesserungen am Lizenzmodell, beispielsweise ein höheres CPU-/Core-Limit bei der Server/CAL-Lizenzierung, bleibt alles beim Alten. Seit dem SQL Server 2012 kann die Standard Edition entweder nach Server/CAL oder nach Cores und die Enterprise Edition nur core-basiert lizenziert werden. Auch das bleibt wie bisher.

SQL Server Preise

Der SQL Server kann über Open License, Open Value, Open Value Subscription, Microsoft Products & Services Agreement, Enterprise Agreement und Enterprise Agreement Subscription lizenziert werden. Für Details siehe: Lizenzierung von Microsoft Produkten.

Auf dieser Seite veröffentlichen wir Open License Preise. Für Informationen zu allen anderen Optionen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung. Einfach anrufen oder ein Mail schicken.

Preise für Firmen und Organisationen

Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2016; Neulizenz; Open-NL
SKU: 228-10817
Microsoft SQL Server Standard 2016; Neulizenz; Open-C
SKU: 228-10817
Microsoft SQL Server 2016; User CAL; Neulizenz; Open-NL
SKU: 359-06322
Microsoft SQL Server 2016; User CAL; Neulizenz; Open-C
SKU: 359-06319
Microsoft SQL Server 2016; Device CAL; Neulizenz; Open-NL
SKU: 359-06320
Microsoft SQL Server 2016; Device CAL; Neulizenz; Open-C
SKU: 359-06319
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2016; Neulizenz für 2 Cores; Open-NL
SKU: 7NQ-00806
Microsoft SQL Server Standard 2016; Neulizenz für 2 Cores; Open-C
SKU: 7NQ-00805
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Enterprise 2016; Neulizenz für 2 Cores; Open-NL
SKU: 7JQ-01013
Microsoft SQL Server Enterprise 2016; Neulizenz für 2 Cores; Open-C
SKU: 7JQ-01012
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2017; Neulizenz inkl. SA (2 Jahre); Open-NL
SKU: 228-04628
Microsoft SQL Server Standard 2017; Neulizenz inkl. SA (2 Jahre); Open-C
SKU: 228-04615
Microsoft SQL Server 2017; User CAL; Neulizenz inkl. SA (2 Jahre); Open-NL
SKU: 359-01005
Microsoft SQL Server 2017; User CAL; Neulizenz inkl. SA (2 Jahre); Open-C
SKU: 359-00998
Microsoft SQL Server 2017; Device CAL; Neulizenz inkl. SA (2 Jahre); Open-NL
SKU: 359-00734
Microsoft SQL Server 2017; Device CAL; Neulizenz inkl. SA (2 Jahre); Open-C
SKU: 359-00751
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2017; Neulizenz für 2 Cores inkl. SA (2 Jahre); Open-NL
SKU: 7NQ-00215
Microsoft SQL Server Standard 2017; Neulizenz für 2 Cores inkl. SA (2 Jahre); Open-C
SKU: 7NQ-00214
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Enterprise 2017; Neulizenz inkl. SA (2 Jahre) für 2 Cores; Open-NL
SKU: 7JQ-00253
Microsoft SQL Server Enterprise 2017; Neulizenz inkl. SA (2 Jahre) für 2 Cores; Open-C
SKU: 7JQ-00252
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2017; SA only (2 Jahre); Open-NL
SKU: 228-04560
Microsoft SQL Server Standard 2017; SA only (2 Jahre); Open-C
SKU: 228-04547
Microsoft SQL Server 2017; User CAL; SA only (2 Jahre); Open-NL
SKU: 359-01028
Microsoft SQL Server 2017; User CAL; SA only (2 Jahre); Open-C
SKU: 359-01020
Microsoft SQL Server 2017; Device CAL; SA only (2 Jahre); Open-NL
SKU: 359-00810
Microsoft SQL Server 2017; Device CAL; SA only (2 Jahre); Open-C
SKU: 359-00820
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2017; SA only (2 Jahre) für 2 Cores; Open-NL
SKU: 7NQ-00216
Microsoft SQL Server Standard 2017; SA only (2 Jahre) für 2 Cores; Open-C
SKU: 7NQ-00217
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Enterprise 2017; SA only (2 Jahre) für 2 Cores; Open-NL
SKU: 7JQ-00255
Microsoft SQL Server Enterprise 2017; SA only (2 Jahre) für 2 Cores; Open-C
SKU: 7JQ-00254

Preise für Behörden

Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2016; Neulizenz; Open-D
SKU: 228-10833
Microsoft SQL Server 2016; User CAL; Neulizenz; Open-D
SKU: 359-06354
Microsoft SQL Server 2016; Device CAL; Neulizenz; Open-D
SKU: 359-06353
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2016; Neulizenz für 2 Cores; Open-D
SKU: 7NQ-00831
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Enterprise 2016; Neulizenz für 2 Cores; Open-D
SKU: 7JQ-01038
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2017; Neulizenz inkl. SA (2 Jahre); Open-D
SKU: 228-04513
Microsoft SQL Server 2017; User CAL; Neulizenz inkl. SA (2 Jahre); Open-D
SKU: 359-01386
Microsoft SQL Server 2017; Device CAL; Neulizenz inkl. SA (2 Jahre); Open-D
SKU: 359-01387
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2017; Neulizenz für 2 Cores inkl. SA (2 Jahre); Open-D
SKU: 7NQ-00266
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Enterprise 2017; Neulizenz inkl. SA (2 Jahre) für 2 Cores; Open-D
SKU: 7JQ-00314
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2017; SA only (2 Jahre); Open-D
SKU: 228-04510
Microsoft SQL Server 2017; User CAL; SA only (2 Jahre); Open-D
SKU: 359-01384
Microsoft SQL Server 2017; Device CAL; SA only (2 Jahre); Open-D
SKU: 359-01385
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2017; SA only (2 Jahre) für 2 Cores; Open-D
SKU: 7NQ-00267
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Enterprise 2017; SA only (2 Jahre) für 2 Cores; Open-D
SKU: 7JQ-00315

Preise für Schulen (Education)

Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2016; Neulizenz; Open-E
SKU: 228-10808
Microsoft SQL Server 2016; User CAL; Neulizenz; Open-E
SKU: 359-06304
Microsoft SQL Server 2016; Device CAL; Neulizenz; Open-E
SKU: 359-06302
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2016; Neulizenz für 2 Cores; Open-E
SKU: 7JQ-01038
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Enterprise 2016; Neulizenz für 2 Cores; Open-E
SKU: 7JQ-01000
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2017; Neulizenz inkl. SA (2 Jahre); Open-E
SKU: 228-04644
Microsoft SQL Server 2017; User CAL; Neulizenz inkl. SA (2 Jahre); Open-E
SKU: 359-01013
Microsoft SQL Server 2017; Device CAL; Neulizenz inkl. SA (2 Jahre); Open-E
SKU: 359-00733
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2017; Neulizenz für 2 Cores inkl. SA (2 Jahre); Open-E
SKU: 7NQ-00242
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Enterprise 2017; Neulizenz inkl. SA (2 Jahre) für 2 Cores; Open-E
SKU: 7JQ-00325
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2017; SA only (2 Jahre); Open-E
SKU: 228-04576
Microsoft SQL Server 2017; User CAL; SA only (2 Jahre); Open-E
SKU: 359-01024
Microsoft SQL Server 2017; Device CAL; SA only (2 Jahre); Open-E
SKU: 359-00809
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Standard 2017; SA only (2 Jahre) für 2 Cores; Open-E
SKU: 7NQ-00254
Bezeichnung
Microsoft SQL Server Enterprise 2017; SA only (2 Jahre) für 2 Cores; Open-E
SKU: 7JQ-00327

Neue Funktionen und Verbesserungen

Die Liste der Neuerungen und Verbesserungen ist lang. Microsoft kündigt den SQL Server 2016 als (Zitat) „den größten Fortschritt in der Geschichte der Microsoft-Datenplattform“ an und hat eine schöne Übersicht neuer und alter Features ins Netz gestellt. Detaillierte, weitergehende Informationen finden Sie im Microsoft Developer Network auf der Seite SQL Server 2016 Technical Documentation, mein bevorzugtes Nachschlagewerk zum Thema.

Ich möchte es an dieser Stelle bei den Verweisen auf die Microsoft Seiten belassen. Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, können Sie gerne die Kommentarfunktion unten nutzen. Wir beantworten alle Fragen, werten die Kommentare aus und verbessern gegebenenfalls diese Seite.

Editionen

Die Standard Edition ist für viele Anwendungen ausreichend. Sie bietet DBMS-Funktionen, Business Intelligence, Analytics und Reporting. Die Enterprise Edition bietet zusätzliche Features bezüglich Performance-Steigerung, Verfügbarkeit, Sicherheit, Hadoop, Mobile und BI. Vor allem bei anspruchsvollen Business Intelligence Anwendungen glänzt die Enterprise Edition.

Vergleich der Standard und Enterprise Edition
Feature Standard Enterprise & Developer Seit Version
Query Store: Dient der Leistungsüberwachung. Gibt Einsicht, wie Anfragen abgearbeitet werden (Query Execution Plan). 2016
Row-Level Security (PLS): Zugriffskontrolle auf Zeilenebene mittels Sicherheitsrichtlinien, wie Gruppenzugehörigkeit oder Ausführungskontext. 2016
Dynamische Datenmaskierung: Sensitive Felder können richtliniengesteuert maskiert werden. 2016
Verschlüsseltes Backup: Backups werden verschlüsselt. 2014
Fine-grained Auditing: Aufzeichnung und Verfolgung von Datenbankereignissen. Jetzt bereits in der Standard enthalten. 2008 R2
Separation of Duties Framework: Erhöhte Sicherheit durch Definition eingeschränkter Umgebungen für Database Administratoren. 2012
JSON Support: Parsen und Speichern von JSON als relationale Daten und Exportieren relationaler Daten in JSON. 2016
Temporal Tables: Versionierung. Seit ANSI SQL 2011. 2016
Stretch Database: Verteilung häufig benötigter und selten benötigter Daten zwischen On Premises und Azure Deployments. 2016
Backup nach Azure: Schnellere Wiederherstellung und weniger Speicherbedarf, Unterstützung großer Datenbanken durch Blobs und Kundensicherungspläne durch lokales Staging 2012
Optimierte VM-Images in der Azure-Galerie: Die VMs im Azure Marketplace wurden für bessere Leistung optimiert. 2012
Distributed Replay: Workload aufzeichnen und auf einem Testsystem (z.B. ein Update) „abspielen“. 2012
Policy-based Management: Richtliniengesteuerte Verwaltung. 2008 R2
Modernisierte Berichte Pixelperfekte Berichte mit hochwertigen Visualisierungen, die in Browsern und auf mobilen Geräten genutzt werden können. 2016
Als Server verwaltete Integrationsdienste Designer-Support für ältere SQL Server 2016 Integration Services (SSIS)-Versionen und Support für Power Query. 2012
Anheften von Berichten in Power BI Zusätzliche Informationen, indem Sie Berichtselemente an Ihr Power BI-Dashboard anheften. 2016
Mehrdimensionale Semantikmodelle Für bessere Business Intelligence Ergebnisse. 2008 R2
R Services R Integration unabhängig davon, wo sich Ihre Daten befinden. Für eine bessere Prognose und Entscheidungsfindung. 2016
In-Memory-OLTP Die Optimierung des Arbeitsspeichers kann die Leistung der OLTP-Datenbank erheblich verbessern. 2014
In-Memory-ColumnStore Speichern und Abfragen großer Faktentabellen im Data Warehousing, um bis zu zehnfach höhere Abfrageleistung und Datenkomprimierung zu erreichen. 2012
Always Encrypted Besserer Schutz ruhender und aktiver Daten ohne Anwendungsänderungen durch Verschlüsselung. Mehr Infos im Kurzbeitrag Always Encrypted. 2016
PolyBase-Abfragen über Hadoop-Daten: Ausführung über eine Enterprise Edition (T-SQL mit PolyBase) und Skalierung über mehrere Standard Editions. 2016
Operative Echtzeitanalyse Auswertung und Analyse von operativen Daten im laufenden Betrieb. Mehr Infos im Kurzbeitrag Operativen Echtzeitanalyse. 2016
Resource Governor Bietet Funktionen zur Ressourcenkontrolle, mit der Sie die Arbeitsauslastung und den Verbrauch von Systemressourcen des SQL Servers verwalten können 2008 R2
AlwaysOn Hochverfügbarkeitsfunktionen und Notfallwiederherstellung mit Failover-Clustern. 2016
Transparent Data Encryption Die Transparente Datenverschlüsselung verschlüsselt SQL Server-, Azure SQL-Datenbank- und Azure SQL Data Warehouse-Datendateien. 2008 R2
Disaster Recovery nach Azure Bessere und schnellere Notfallwiederherstellung mit Azure Site Recovery. 2014
Mobile BI Druchführung von BI-Auswertung auch auf mobilen Geräten mit Apps für Windows, iOS und Android. 2016
Erweiterte Tabular BI-Semantikmodelle Verbesserte Unterstützung der tabelarischen Semantik-Modelle. 2016
Master Data Services Bietet die Masterdatenverwaltung, die nicht-transaktionale Listen mit Daten ermittelt und definiert, um daraus eine verwaltbare Masterlisten zusammenzustellen. 2008 R2
Data Quality Services Erstellung einer Wissensdatenbank und Nutzung zum Ausführen einer Vielzahl wichtiger Aufgaben zur Wahrung der Datenqualität. 2012
Multi-Threading-Verarbeitung von R-Abfragen und Streaming-Memory Verbesserte Leistung und Geschwindgkeit für R-Abfragen. 2016

Die Express Edition ist kostenlos und stark eingeschränkt. Sie kann bei Microsoft heruntergeladen werden. Die Developer Edition ist ebenfalls kostenlos, darf jedoch nur zum Entwickeln, Testen und Vorführen eingesetzt werden. Funktionell entspricht sie der Enterprise Edition. Die Web Edition ist ebenfalls eingeschränkt und kann nur von Cloud- und Hosting-Providern erworben werden.

Lizenzierung

Für die verschiedenen SQL Server 2016 Versionen gibt es unterschiedliche Lizenzierungsoptionen. Die Standard Edition kann nach Cores oder Server/CAL und die Enterprise, Web und Express Edition nur nach Cores lizenziert werden. Die Developer hat keine Prozessor/Core Einschränkungen, darf jedoch ausschließlich zur Entwicklung, zum Testen und zu Demonstrationszwecken eingesetzt werden. Die produktive Nutzung ist nicht erlaubt.

Editionen und Lizenzmodelle
Lizenzmodell nach Edition Standard Enterprise Web Developer Express
Server/CAL Kostenlos. Siehe Kapazitätsgrenzen unten.
nach Cores Nutzung Azure
Editionen und Kapazitätsgrenzen
Edition Database Engine Limits Analysis Services (AS) und Reporting Services (RS) Limits
Max CPU Max RAM Max DB Größe Max CPU Max RAM AS Max RAM RS
Enterprise OS max OS max 524 PB OS max OS max OS max
Enterprise Server/CAL * max 20 cores OS max 524 PB max 20 cores OS max OS max
Standard max 4 Sockets oder 24 cores 128 GB 524 PB max 4 Sockets oder 24 cores 64 GB (MOLAP) 16 GB (Tabular) 64 GB
Web max 4 Sockets oder 16 cores 64 GB 524 PB max 4 Sockets oder 16 cores 64 GB
Developer OS max OS max OS max OS max OS max OS max
Express max 1 Socket oder 4 cores 1 GB 10 GB max 1 Sockets oder 4 cores 4 GB (Advanced Services Edition)

* Enterprise Server/CAL Lizenzierung: Seit dem SQL Server 2012 kann man neue Enterprise Versionen nur core-basiert lizenzieren. Hat man jedoch einen Enterprise SQL Server 2008 seit Jahren unter Wartung (Software Assurance enthält Update-Schutz bzw. kostenlose Upgrades), wurde quasi das damals gültige Lizenzmodell (damals gab es Server/CAL für die Enterprise) „mitgezogen“.

Es gibt übrigens auch den anderen Weg. Benötigt man heute zusätzliche Server 2008 Lizenzen, so kann man den aktuellen 2016er kaufen und über das Downgrade-Recht (bei Open und MPSA) einen 2008er nutzen. Dann gilt jedoch das Lizenzrecht des 2016er Servers.

Die Developer und Express Editionen sind zwar kostenlos, dennoch müssen die Lizenzbestimmungen eingehalten werden.

Server/CAL Lizenzierung

Wie bereits erwähnt gibt es die Server/CAL Lizenzierung (seit dem SQL Server 2012) nur noch für die Standard Edition. Die Server/CAL Lizenzen lohnen sich, wenn Sie wenig Zugriffslizenzen benötigen und die zugreifenden Benutzer oder Devices genau bestimmen können. Serverseitig ist pro Betriebssystemumgebung (virtuell oder physikalisch) eine Lizenz fällig, in der eine SQL Server Instanz läuft. Die Anzahl der installierten SQL Server Instanzen spielt keine Rolle. Sie können mit einer Lizenz innerhalb einer Windows Server Instanz (entspricht einer Betriebssystemumgebung) mehrere SQL Server Standard Instanzen installieren und ausführen.

Der CAL-Teil beim Server/CAL Lizenzmodell funktioniert analog Exchange, SharePoint etc. Für verschiedene Anforderungen gibt es User und Device CALs. Nehmen wir ein Beispiel aus der Logistik.

Ein Logistiker nutzt eine Applikation, die Einlieferungsdaten in einem SQL-Server ablegt. Es gibt zwei Handscanner, mit denen die Fahrer (externe und interne) die gelieferten Waren einscannen. Hier sind zwei Device CAL die beste Option.

Die SQL Server basierte Applikation unterstützt ebenfalls den Vertrieb und wird von Verkäufern auf Tablets, Notebooks und im Büro auf Desktops genutzt. Für die Vertriebsmitarbeiter sind User CAL die beste Wahl.

Zugriffslizenzen sind versionsgebunden aber nicht servergebunden. Mit einer SQL Server 2012 CAL darf man auf beliebig viele SQL Server in der Version 2012 oder älter zugreifen. Folglich müssen bei einem Update ohne aktive Software Assurance auch die CALs neu beschafft werden.

Core-basierte Lizenzierung

Die core-basierte Lizenzierung ist für den Standard und für den Enterprise Server verfügbar. Die Anzahl der Benutzer und Geräte spielt keine Rolle. CALs sind nicht notwendig. Es dürfen beliebig viele Geräte oder Nutzer, interne oder externe, auf core-basierte SQL Server zugreifen. Statt einzelnen Servern und CALs wird die Rechenleistung als Lizenzmetrik herangezogen. Um so mehr Rechenleistung vom Server genutzt wird, um so teurer wird es. Dabei ist das Maß der Dinge die Anzahl der genutzten Prozessorkerne, entweder des unterliegenden physikalischen Servers oder der zugewiesenen vCores bei virtuellen Maschinen mit VMware oder Hyper-V.

Minimal sind mindestens vier Cores pro Prozessor (Socket) fällig. Erhältlich sind die Lizenzen als zwei Core Pakete.

Beispiele: Core-Lizenzierung bei physikalischen Server mit einer Betriebssystemumgebung
Server hat Sockets Cores pro Socket Summe Cores zu lizenzierende Cores Anzahl benötigter Core-Pakete
1 Socket 2 Cores 2 Cores 4 Cores 2 Zwei-Core Pakete bestellen
2 Socket 2 Cores 4 Cores 8 Cores 4 Zwei-Core Pakete bestellen
2 Socket 4 Cores 8 Cores 8 Cores 4 Zwei-Core Pakete bestellen

Lizenzierung in virtuellen Umgebungen

Im Server/CAL Lizenzmodell wird pro VM eine Server-Lizenz fällig und pro User oder Device eine entsprechende CAL. Wird nach Cores lizenziert, zählt man alle vCores einer VM. Minimum sind auch hier 4 Cores pro VM.

Beispiele: Core-Lizenzierung bei virtuellen Servern ohne SA
Anzahl VM vCores pro VM Summe vCores zu lizenzierende Cores Anzahl benötigter Core-Pakete
1 VM 2 vCores 2 vCores 4 vCores 2 Zwei-Core Pakete bestellen
1 VM 4 vCores 4 vCores 4 vCores 2 Zwei-Core Pakete bestellen
2 VM 2 vCores 4 vCores 8 vCores 4 Zwei-Core Pakete bestellen
2 VM 4 vCores 8 vCores 8 vCores 4 Zwei-Core Pakete bestellen

Bei der Enterprise Edition inkl. SA (Software Assurance) kann man auch alle Cores des physikalischen Hosts lizenzieren und den SQL Server in beliebig vielen VMs ausführen.

Beispiele: Core-Lizenzierung bei virtuellen Servern (nur mit SA möglich)
Anzahl VM Server hat Sockets Cores pro Socket Summe Cores zu lizenzierende Cores Anzahl benötigter Core-Pakete
Beliebig bis max Ressourcen 1 Socket 2 Cores 2 Cores 4 Cores 2 Zwei-Core Pakete bestellen
Beliebig bis max Ressourcen 4 Socket 8 Cores 32 Cores 32 Cores 16 Zwei-Core Pakete bestellen

Vorteile aktiver Software Assurance

  • Hochverfügbarkeit

    Gilt für die Standard und Enterprise Edition mit aktiver SA.

    • Passive Failover Instanzen (cold/warm) müssen nicht lizenziert werden.
    • Je lizenzierter aktiver Instanz eine passive Instanz.
    • Passive Instanz darf nicht mehr Cores als die lizenzierte aktive Instanz nutzen.
    • Passive Failover Instanzen können on-premise installiert oder aus der Cloud bezogen werden.
    • Passive Failover Instanzen (cold/warm, on-premise oder aus der Cloud) müssen nicht lizenziert werden. Passive Instanzen dürfen jedoch nicht mehr Cores als die lizenzierte aktive Instanz nutzen.
  • Lizenz-Mobilität

    Gilt für die Standard und Enterprise Edition mit aktiver SA.

    • SQL Server ohne SA dürfen innerhalb einer Serverfarm nur alle 90 Tage verschoben werden (Ausnahme: permanenter Hardware-Ausfall). Die Übertragung in eine externe Cloud/Hoster ist überhaupt nicht möglich.
    • Mit SA können SQL Server innerhalb einer Serverfarm beliebig verschoben werden. Nach extern alle 90 Tage
    • License Mobility gilt nicht für SQL Server PDW (Parallel Data Warehouse).

Gartner Studie 2014

In der Gartner Studie Magic Quadrant für operative Datenbankmanagementsysteme aus dem Oktober letzten Jahres belegte der SQL Server 2014 die Top-Position.

Ihr Ansprechpartner:
Stefan Barth. Teamleiter Microsoft
Stefan Barth
+49-7031-79433-490
Diese Seite wurde am zuletzt aktualisiert.

Kommentare

1
Thomas Franz |

Sie sollten die Feature-Tabelle anpassen, da In-Memory-Tabellen (normal und ColumnStore) seit SQL 2016 SP1 auch in der Standard-Edition enthalten sind. Gleiches gilt für PolyBase, Always Encrypted, Row Level Security, Data Masking, ColumnStore-Indizes und Data Compression.


2
Stefan Barth |

Sehr geehrter Herr Franz,

vielen Dank für den Hinweis. Wir werden unsere Seite sofort aktualisieren.

Mit freundlichen Grüßen aus Sindelfingen
Stefan Barth


3
Rene Hirsch |

Kann ich einen MS SQL Server 2016 unter Windows 2008 R2 installieren?


4
Stefan Barth |

Sehr geehrter Herr Hirsch,

laut den offiziellen Systemanforderungen muss mindestens die Version 2012 vorhanden sein:
https://docs.microsoft.com/de-de/sql/sql-server/install/hardware-and-software-requirements-for-installing-sql-server

Mit freundlichen Grüßen aus Sindelfingen
Stefan Barth


5
ESCH. |

Hallo,
wir planen eine VM mit SQL 2016 Standard auf einem ESXI Host mit 2 CPU mit jeweils 6 Cores zu migrieren.
Wenn die VM mit der SQL Instanz 4 Cores hat, reichen dann 2 x (Microsoft SQL Server Standard 2016; Neulizenz für 2 Cores; Open-NL)?
Sind bei OPEN-NL sind auch die downgrade rights für SQL Server 2014 dabei (müsste die VM mit der SQL 2014 Instanz auch mit max. 4 Cores laufen)?
Vielen Dank!


6
Stefan Barth |

Hallo Herr Schneider,

ja, wenn die virtuelle Windows-Instanz, in welcher der SQL Server läuft, 4 oder weniger Kerne verwendet, benötigen Sie 2x die 2-Core-Lizenz.
Sie haben bei der Open-Lizenz das Downgrade-Recht auf die Version 2014 und können diesen alternativ installieren. Auch bei einem Downgrade gilt das Lizenzrecht der gekauften Version, also in diesem Fall das des SQL Server 2016.
Wenn Sie möchten kann ich Ihnen hier gerne ein Angebot erstellen. Senden Sie bei Interesse einfach eine E-Mail an:
stefan.barth@software-express.de

Mit freundlichen Grüßen aus Sindelfingen
Stefan Barth


7
Bernd Kern |

Hallo Hr. Barth,
Mein Name ist Bernd Kern, ich arbeite in der Instandhaltung eines grossen Industriebetriebs. Mein Gebiet ist OT.
Wir haben hier SQL Datenbanken die von unserer IT gehostet werden.
Da wir aber 24/7 arnbeiten und unsere IT nur Werktags haben wir immer wieder schwierigkeiten wenn Fertigungsanlagen Problem mit der SQL Datenbank haben.

Deshalb möchten wir uns jetzt einen eigenen SQL Server anschaffen. Hardware Server für unsere Produktionsanlagen haben wir schon und so woll wir auch in dieser Hinsicht unabhängig werden.

Problem ist dass ich nicht über die Volumenlizenz unserer Firma gehen kann sonst ist das Teil wieder gehostet und ichg bin so weit wie früher.

Wenn wir selber Lizenzieren wollen, welche Lizenz (wir wollen Core) brauchen wir? Open-C oder Open-NL? Was ist da der Unterschied?

Wenn ich es richtig verstanden habe braucht man pro Server minimum 4 Core Lizenzen?
Egal ob Phisikalischer Server oder vmWare Server!
Richtig?

mfg
Kern


8
Stefan Barth |

Hallo Herr Kern,

bei Open-C und Open-NL handelt es sich um Preisstaffeln. Wie Sie richtig erwähnt haben liegt die Mindestlizenzierung bei 4 Kernen.
Da die Lizenzierung beim SQL Server nicht ganz einfach ist biete ich Ihnen hier gerne eine individuelle Beratung an.
Bei Interesse kontaktieren Sie mich einfach:
Tel.: 07031-79433-490
stefan.barth@software-express.de

Mit freundlichen Grüßen aus Sindelfingen
Stefan Barth