SQL Server 2017 – Lizenzierung

Der SQL Server 2017 kann entweder auf Baisis der Serverleistung (Core-basiert) oder Zugriffs-orientiert (Server/CAL) lizenziert werden. Die Server/CAL Option gibt es nur für den SQL Server 2017 Standard. Die kostenlose Developer Edition darf ausschließlich zum Testen und Entwickeln und nicht produktiv genutzt werden.

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Lizenzierungsmöglichkeiten der Editionen

Lizenzmodell nach Edition Standard Enterprise Web Developer Express
Server/CAL Kostenlos. Siehe auch Editionenvergleich
nach Cores Nutzung Azure Kostenlos. Siehe auch Editionenvergleich

Server/CAL-Lizenzierung

Wie aus der Tabelle oben ersichtlich, kann nur die Standard Edition zugriffsbasiert lizenziert werden. Die Standard Edition zielt funktional und lizenzrechtlich auf den typischen Einsatz in mittelständischen Unternehmen ab. Oft ist in diesen Fällen die Server/CAL Lizenzierung günstiger als die Lizenzierung nach Prozessorkernen.

Bei der Server/CAL Lizenzierung müssen die zugreifenden Clients bekannt und abzählbar sein. Clients und Server werden berechnet. Zwei Zugriffslizenzarten (CAL, Client Access License) stehen zur Verfügung.

  • Bei der User CAL (Benutzer-Zugriffslizenz) muss der jeweilige Benutzer bekannt sein. Ihm wird die CAL zugeordnet. Er darf dann von beliebigen Geräten auf alle SQL Standard Server 2017 in der Organisation zugreifen. Dies ist die klassische CAL für Mitarbeiter aus Büro und Verwaltung.
  • Bei der Device CAL (Geräte-Zugriffslizenz) muss das jeweilige Zugriffsgerät (PC im Lager, Scanner, Sensor) bekannt sein. Ihm wird die CAL zugeordnet. Das Gerät erhält damit das Zugriffsrecht auf alle SQL Server 2017 Standard in der Organisation. Dies CAL ist für Geräte gedacht, die von vielen wechselnden Mitarbeitern benutzt werden (Leitstände, Lager-PCs, Scanner) oder die autark arbeiten (Sensoren).

Neben den Zugriffslizenzen werden die Serverberechnet. Pro Betriebssystemumgebung (virtuell oder physikalisch), in der mindestens eine SQL Server Instanz läuft ist eine Lizenz erforderlich. Die Anzahl der installierten SQL Server Instanzen spielt keine Rolle. Sie können mit einer Lizenz innerhalb einer Windows Server Instanz (entspricht einer Betriebssystemumgebung) mehrere SQL Server Standard Instanzen installieren und ausführen. Im Gegensatz zur Core-basierten Lizenzierung muss die Hardware nicht betrachtet werden. Die Hardware und die virtuellen Ressourcen der Server können ohne zusätzliche Kosten im Rahmen der Lizenzbestimmungen beliebig skaliert werden. Bei der Standard Edition sind das unter anderem maximal 4 Sockets oder 24 Kerne und 128 GB.

Core-Lizenzierung

Die Lizenzierung nach Prozessorkernen ist für den Standard und für den Enterprise Server verfügbar. Die Anzahl der Benutzer und Geräte spielt keine Rolle. CALs sind nicht notwendig. Es dürfen beliebig viele Geräte oder Nutzer, interne oder externe, auf core-basierte SQL Server zugreifen. Statt einzelnen Servern und CALs wird die Rechenleistung als Lizenzmetrik herangezogen. Um so mehr Rechenleistung vom Server genutzt wird, um so teurer wird es. Dabei ist das Maß der Dinge die Anzahl der genutzten Prozessorkerne, entweder des unterliegenden physikalischen Servers oder der zugewiesenen vCores bei virtuellen Maschinen mit VMware oder Hyper-V.

Minimal sind mindestens vier Cores pro Prozessor (Socket) fällig. Erhältlich sind die Lizenzen als zwei Core Pakete.

Beispiele für Core-Lizenzierung bei physikalischen Server mit einer Betriebssystemumgebung

Server hat Sockets Cores pro Socket Summe Cores zu lizenzierende Cores Anzahl benötigter Core-Pakete
1 Socket 2 Cores 2 Cores 4 Cores 2 Zwei-Core Pakete bestellen
2 Socket 2 Cores 4 Cores 8 Cores 4 Zwei-Core Pakete bestellen
2 Socket 4 Cores 8 Cores 8 Cores 4 Zwei-Core Pakete bestellen

Lizenzierung in virtuellen Umgebungen

Im Server/CAL Lizenzmodell wird pro VM eine Server-Lizenz fällig und pro User oder Device eine entsprechende CAL. Wird nach Cores lizenziert, zählt man alle vCores einer VM. Minimum sind auch hier 4 Cores pro VM.

Beispiele für Core-Lizenzierung bei virtuellen Servern ohne SA

Anzahl VM vCores pro VM Summe vCores zu lizenzierende Cores Anzahl benötigter Core-Pakete
1 VM 2 vCores 2 vCores 4 vCores 2 Zwei-Core Pakete bestellen
1 VM 4 vCores 4 vCores 4 vCores 2 Zwei-Core Pakete bestellen
2 VM 2 vCores 4 vCores 8 vCores 4 Zwei-Core Pakete bestellen
2 VM 4 vCores 8 vCores 8 vCores 4 Zwei-Core Pakete bestellen

Bei der Enterprise Edition inkl. SA (Software Assurance)kann man auch alle Cores des physikalischen Hosts lizenzieren und den SQL Server in beliebig vielen VMs ausführen.

Beispiele für Core-Lizenzierung bei virtuellen Servern mit SA. Nur mit SA möglich!

Anzahl VM Server hat Sockets Cores pro Socket Summe Cores zu lizenzierende Cores Anzahl benötigter Core-Pakete
Beliebig bis max Ressourcen 1 Socket 2 Cores 2 Cores 4 Cores 2 Zwei-Core Pakete bestellen
Beliebig bis max Ressourcen 4 Socket 8 Cores 32 Cores 32 Cores 16 Zwei-Core Pakete bestellen

Vorteile aktiver Software Assurance

  • Passive Fail-Over-Instanzen

    Gilt für die Standard und Enterprise Edition mit aktiver SA. Eine detaillierte Beschreibung der Fail-Over-Funktion finden Sie im Microsoft Technet Blog.

    • Passive Failover Instanzen (cold) müssen nicht lizenziert werden.
    • Je lizenzierter aktiver Instanz eine passive Instanz.
    • Passive Instanz darf nicht mehr Cores als die lizenzierte aktive Instanz nutzen.
    • Passive Failover Instanzen können on premises installiert oder aus der Cloud bezogen werden.
    • Passive Failover Instanzen (cold, on premises oder aus der Cloud) müssen nicht lizenziert werden. Passive Instanzen dürfen jedoch nicht mehr Cores als die lizenzierte aktive Instanz nutzen.
  • Lizenz-Mobilität

    Gilt für die Standard und Enterprise Edition mit aktiver SA.

    • SQL Server ohne SA dürfen innerhalb einer Serverfarm nur alle 90 Tage verschoben werden (Ausnahme: permanenter Hardware-Ausfall). Die Übertragung in eine externe Cloud/Hoster ist überhaupt nicht möglich.
    • Mit SA können SQL Server innerhalb einer Serverfarm beliebig verschoben werden. Nach extern alle 90 Tage
    • License Mobility gilt nicht für SQL Server PDW (Parallel Data Warehouse).
  • Recht zum Einsatz der neuesten Produktversionen

    Mit aktiver Software Assurance können Sie die neuesten Produktversionen direkt produktiv einsetzen.