Microsoft SQL Server 2019 Lizenzierung

Letzte Aktualisierung: 19.09.2019

Wie bisher wird auch der SQL Server 2019 entweder nach Server-/CAL (nur Standard Edition) oder nach Cores/Prozessorkernen (Standard und Enterprise Edition) lizenziert. Auf dieser Seite erklären wir die Lizenzierung der beiden Haupt-Editionen.

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Ich heiße Stefan Barth und bin Ihr Ansprechpartner für SQL Server 2019. Bei Fragen einfach melden.

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SQL Server 2019 Editionen

Es gibt insgesamt 5 Editionen:

Editionenvergleich nach Lizenzmodell

Std Ent Web Dev Express
Server/CAL x x free free
nach Cores ✓/Azure free free

Lizenzierung von SQL Server 2019

SQL Server 2019 kann nach Server/CAL oder nach Prozessorkernen lizenziert werden. Server/CAL ist nur für die Standard Edition verfügbar.

Server/CAL-Lizenzierung

Server 2019 Standard kann über Server-Lizenzen und Zugriffslizenzen (CAL, Client Access License) lizenziert werden.

  • Jede Betriebssystem-Instanz (physisch oder virtuell), auf der SQL Server 2019 Standard ausgeführt wird, benötigt eine Server-Lizenz
  • SQL Server Instanzen in Containern wie Docker müssen ebenfalls lizenziert werden. Container werden lizenzrechtlich wie virtuelle Maschinen behandelt, auch wenn sie kein komplettes Betriebssystem virtualisieren.
  • CPUs und Cores der Server, physisch oder virtuell, werden nicht berücksichtigt.
  • Jedes unmittelbar oder mittelbar zugreifende Endgerät (Device CAL) oder jeder zugreifende Benutzer (User CAL) muss lizenziert werden.
  • Es zählen Endgerät und keine „Zwischengeräte“, wie Proxy-Server oder Applikationsserver. Es spielt also keine Rolle ob direkt (unmittelbar) oder über den „Umweg“ weiterer Geräte (mittelbar) auf den Server zugegriffen wird.
  • CALs sind versionsgebunden. Beispielsweise ist der Zugriff auf den SQL Server 2017 mit einer SQL Server 2017 oder 2019 CAL möglich. Umgekehrt hingegen nicht. Mit einer 2017er CAL darf man nicht auf einen 2019er Server zugreifen.

Wer weder die Anwender noch Endgerät sicher bestimmen (zählen) kann, muss auf core-basierte Lizenzierung ausweichen. Dies ist häufig bei Web-Anwendungen der Fall.

User CAL

Bei einer User CAL (Benutzer-Zugriffslizenz) muss der jeweilige Benutzer lizenziert werden. Falls es zu einem Audit in Ihrer Organisation kommt, sollten Sie dokumentieren können, welche Nutzer direkt oder indirekt auf SQL Server Instanzen zugreifen. Der lizenzierte User darf von beliebigen Geräten aus alle SQL Standard Server 2019 in der Organisation nutzen. CALs sind versionsspezifisch.

User-CALs sind die klassischen Zugriffslizenzen zur Lizenzierung für Mitarbeiter aus Büro und Verwaltung.

Device CAL

Bei einer Device CAL (Geräte-Zugriffslizenz) muss das zugreifende Endgerät (PC, Smartphone, Scanner, Sensor) lizenziert werden. Auch hier gilt, dass Sie bei einer Lizenzprüfung dokumentieren müssen, welche Geräte zugreifen und somit eine Device-CAL benötigen. Von dem lizenzierten Gerät aus darf auf jeden SQL Server Standard in der Organisation zugegriffen werden CALs sind versionsspezifisch.

Device-CALs sind für Geräte gedacht, die von vielen wechselnden Mitarbeitern benutzt werden (Zeiterfassungs-Terminals, Lager-PCs, Scanner) oder die unabhängig arbeiten (Sensoren).

Server

Jede Betriebssysteminstanz (physisch oder virtuell) und jeder Container (Docker oder andere) benötigt eine SQL Server Lizenz, sobald mindestens eine SQL Server Instanz ausgeführt wird. Die Anzahl ausgeführten SQL Server Instanzen spielt keine Rolle. Sie können mit einer Lizenz innerhalb einer VM beispielsweise mehrere SQL Server Standard Instanzen ausführen. Im Gegensatz zur Core-basierten Lizenzierung muss die Hardware nicht betrachtet werden. Die Hardware und die virtuellen Ressourcen der Server können ohne zusätzliche Kosten im Rahmen der Lizenzbestimmungen beliebig skaliert werden.

Die Voraussetzungen im Überblick:

  • Jeder Server, auf dem eine SQL Server Instanz ausgeführt wird, benötigt eine Serverlizenz.
  • Jeder Benutzer und/oder jedes Gerät, dass auf einen lizenzierten SQL Server zugreift benötigt eine Zugriffslizenz (CAL) derselben (oder einer neueren) Version. Beispielsweise ist der Zugriff auf den SQL Server 2017 mit einer SQL Server 2017 oder 2019 CAL möglich.

Core-Lizenzierung

SQL Server 2019 Standard und Enterprise Edition können core-basiert lizenziert werden.

  • Zugriffslizenzen werden nicht benötigt. Es dürfen beliebig viele interne und externe Anwender und Endgeräte auf core-basierte SQL Server zugreifen.
  • Jeder Prozessorkern einer Betriebssystem-Instanz (physisch oder virtuell), auf der SQL Server 2019 ausgeführt wird, benötigt eine Server-Lizenz.
  • Zusammen mit Software Assurance (SA) können bei virtuellen Servern alternativ zur vCore-Lizenzierung auch alle Kerne des physikalischen Hosts lizenziert werden. Auf einem so lizenzierten Host (vSphere, Hyper-V etc.) dürfen beliebig viele virtualisierte SQL Server Instanzen ausgeführt werden.
  • Es müssen mindestens 4 Cores pro Server lizenziert werden (Mindestlizenzierung).
  • Core-Lizenzen werden immer in Zwei-Core-Einheiten angeboten.

Core-Lizenzierung ohne SA

Bei diesem Beispiel werden auf einem vSphere/ESXi oder Hyper-V Host verschiedene virtuelle Server ausgeführt. Container werden lizenzrechtlich wie virtuelle Maschinen behandelt, auch wenn ein Container kein vollständiges Betriebssystem virtualisiert.

Server-Typ vCores Benötigte Core-Lizenzen
Virtuelle Maschine 1 2 4
Virtuelle Maschine 2 4 4
Docker Container 1 2 4
Docker Container 2 6 6
Summe 14 18
  • Der ersten virtuellen Maschine wurden 2 vCores zugewiesen. Auf Grund der Mindestlizenzierung (4 Cores) müssen Lizenzen für 4 Cores bestellt werden.
  • Der zweiten virtuellen Maschine wurden 4 vCores zugewiesen. Es müssen folglich Lizenzen für 4 Cores bestellt werden.
  • Container werden wie virtuelle Maschinen behandelt. Es greift also auch die Mindestlizenzierung beim ersten Docker Container.

Core-Lizenzierung mit SA

SQL Server 2019 inklusive SA kann auch nach physischen CPUs des Hosts lizenziert werden. Gehen wir beim Beispiel oben davon aus, dass der Virtualisierungshost mit 4 CPUs je zwei Prozessorkernen ausgestattet ist, dann wären lediglich 8 Core-Lizenzen notwendig. Wäre der Host hingegen mit 4 CPU je 8 Core ausgestatet, käme die Lizenzierung nach vCores günstiger.

Sollen mehrere SQL Server Instanzen in Docker Containern ausgeführt werden, ist die Lizenzierung physischer Prozessorkerne (SA erforderlich) oft vorteilhaft. Docker-Container sind sehr effizient. Auf geeigneter Hardware oder in großen VMs können leicht 100 oder mehr Container ausgeführt werden.

SQL Server 2019 Software Assurance (SA)

Wir haben soeben gesehen, dass Software Assurance (SA) lizenzrechtliche Vorteile bringt. In bestimmten Szenarien lassen sich dadurch Lizenzkosten senken. Die folgenden Möglichkeiten gelten nur mit aktive SA.