Microsoft SQL Server 2019 Lizenzierung

Letzte Aktualisierung: 22.07.2020

Wie bisher wird auch der SQL Server 2019 entweder nach Server-/CAL (nur Standard Edition) oder nach Cores/Prozessorkernen (Standard und Enterprise Edition) lizenziert. Auf dieser Seite erklären wir die Lizenzierung der beiden Haupt-Editionen im Detail, auf die anderen Editionen gehen wir nur kurz ein.

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SQL Server 2019 Editionen

Es gibt insgesamt 5 Editionen:

Editionenvergleich nach Lizenzmodell

Std Ent Web Dev Express
Server/CAL free free
nach Cores ✓/Azure free free

Lizenzierung von SQL Server 2019

SQL Server 2019 kann nach Server/CAL oder nach Prozessorkernen lizenziert werden. Server/CAL ist nur für die Standard Edition verfügbar. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Lizenzierungsregeln und welche Lizierungsmöglichkeiten Sie haben. Mehr Details und noch mehr Beispiele finden Sie in dem SQL Licensing Guide (englisch).

An dem Lizenzrecht hat sich was geändert. Kunden, die nach Oktober 2019 SQL Server Lizenzen erworben haben, dürfen SQL Server mit SA nur bei gelisteten Anbietern bereitstellen lassen, SQL Server ohne SA dürfen auch bei autorisierten Outsourcern (Drittdienstleister) bereitstellen lassen. Dies ist ein fester Bestandteil der Produktbestimmungen von Microsoft (Seite 6-7, 98 und 82-84).

Server/CAL-Lizenzierung

Server 2019 Standard kann über Server-Lizenzen und Zugriffslizenzen (CAL, Client Access License) lizenziert werden.

  • Jede Betriebssystem-Instanz (physisch oder virtuell), auf der SQL Server 2019 Standard ausgeführt wird, benötigt eine Server-Lizenz
  • SQL Server Instanzen in Containern wie Docker müssen ebenfalls lizenziert werden. Container werden lizenzrechtlich wie virtuelle Maschinen behandelt, auch wenn sie kein komplettes Betriebssystem virtualisieren.
  • CPUs und Cores der Server, physisch oder virtuell, werden nicht berücksichtigt.
  • Jedes unmittelbar oder mittelbar zugreifende Endgerät (Device CAL) oder jeder zugreifende Benutzer (User CAL) muss lizenziert werden.
  • Es zählen Endgerät und keine „Zwischengeräte“, wie Proxy-Server oder Applikationsserver. Es spielt also keine Rolle ob direkt (unmittelbar) oder über den „Umweg“ weiterer Geräte (mittelbar) auf den Server zugegriffen wird.
  • CALs sind versionsgebunden. Beispielsweise ist der Zugriff auf den SQL Server 2017 mit einer SQL Server 2017 oder 2019 CAL möglich. Umgekehrt hingegen nicht. Mit einer 2017er CAL darf man nicht auf einen 2019er Server zugreifen.

Wer weder die Anwender noch Endgerät sicher bestimmen (zählen) kann, muss auf core-basierte Lizenzierung ausweichen. Dies ist häufig bei Web-Anwendungen der Fall.

User CAL

Bei einer User CAL (Benutzer-Zugriffslizenz) muss der jeweilige Benutzer lizenziert werden. Falls es zu einem Audit in Ihrer Organisation kommt, sollten Sie dokumentieren können, welche Nutzer direkt oder indirekt auf SQL Server Instanzen zugreifen. Der lizenzierte User darf von beliebigen Geräten aus alle SQL Standard Server 2019 in der Organisation nutzen. CALs sind versionsspezifisch.

User-CALs sind die klassischen Zugriffslizenzen zur Lizenzierung für Mitarbeiter aus Büro und Verwaltung.

Device CAL

Bei einer Device CAL (Geräte-Zugriffslizenz) muss das zugreifende Endgerät (PC, Smartphone, Scanner, Sensor) lizenziert werden. Auch hier gilt, dass Sie bei einer Lizenzprüfung dokumentieren müssen, welche Geräte zugreifen und somit eine Device-CAL benötigen. Von dem lizenzierten Gerät aus darf auf jeden SQL Server Standard in der Organisation zugegriffen werden CALs sind versionsspezifisch.

Device-CALs sind für Geräte gedacht, die von vielen wechselnden Mitarbeitern benutzt werden (Zeiterfassungs-Terminals, Lager-PCs, Scanner) oder die unabhängig arbeiten (Sensoren).

Server

Jede Betriebssysteminstanz (physisch oder virtuell) und jeder Container (Docker oder andere) benötigt eine SQL Server Lizenz, sobald mindestens eine SQL Server Instanz ausgeführt wird. Die Anzahl ausgeführten SQL Server Instanzen spielt keine Rolle. Sie können mit einer Lizenz innerhalb einer VM beispielsweise mehrere SQL Server Standard Instanzen ausführen. Im Gegensatz zur Core-basierten Lizenzierung muss die Hardware nicht betrachtet werden. Die Hardware und die virtuellen Ressourcen der Server können ohne zusätzliche Kosten im Rahmen der Lizenzbestimmungen beliebig skaliert werden.

Die Voraussetzungen im Überblick:

  • Jeder Server, auf dem eine SQL Server Instanz ausgeführt wird, benötigt eine Serverlizenz.
  • Jeder Benutzer und/oder jedes Gerät, dass auf einen lizenzierten SQL Server zugreift benötigt eine Zugriffslizenz (CAL) derselben (oder einer neueren) Version. Beispielsweise ist der Zugriff auf den SQL Server 2017 mit einer SQL Server 2017 oder 2019 CAL möglich.

Core-Lizenzierung

SQL Server 2019 Standard und Enterprise Edition können core-basiert lizenziert werden.

  • Zugriffslizenzen werden nicht benötigt. Es dürfen beliebig viele interne und externe Anwender und Endgeräte auf core-basierte SQL Server zugreifen.
  • Jeder Prozessorkern einer Betriebssystem-Instanz (physisch oder virtuell), auf der SQL Server 2019 ausgeführt wird, benötigt eine Server-Lizenz.
  • Zusammen mit Software Assurance (SA) können bei virtuellen Servern alternativ zur vCore-Lizenzierung auch alle Kerne des physikalischen Hosts lizenziert werden. Auf einem so lizenzierten Host (vSphere, Hyper-V etc.) dürfen beliebig viele virtualisierte SQL Server Instanzen ausgeführt werden.
  • Es müssen mindestens 4 Cores pro Server lizenziert werden (Mindestlizenzierung).
  • Core-Lizenzen werden immer in Zwei-Core-Einheiten angeboten.

Besonderheiten SQL Server Enterprise

Mit SQL Server 2019 Enterprise können Kunden, die alle physischen Kerne auf dem Server lizenziert haben, eine unbegrenzte Anzahl von Instanzen ausführen. Jedoch ist die Anzahl der OSEs (physisch oder virtuell) auf die der Anzahl der dem Server zugewiesenen Kernlizenzen begrenzt. Beispielsweise kann ein Server mit vier Prozessoren und vier Kernen pro Prozessor – vollständig lizenziert mit 16-Kern-Lizenzen – SQL Server-Software in bis zu 16 VM ausführen, unabhängig von der Anzahl der virtuellen Kerne, die jeder VM zugewiesen sind.

Wenn man jedoch mehr VMs als zulässig ausführen will, muss man zusätzliche Cores lizenzieren. Jede zusätzliche Core-Lizenz ermöglicht die Bereitstellung von SQL Server-Software in einer zusätzlichen VM. Im vorherigen Beispiel würde ein Kunde, der SQL Server Enterprise Edition in 18 VMs ausführen möchte, einfach 18 Core-Lizenzen erwerben und diesem Server zuweisen.

Mit Software-Assurance entfällt die Begrenzung. Für alle Enterprise Edition-Kernlizenzen (für einen vollständig lizenzierten Server) werden die Nutzungsrechte der Kunden erweitert, sodass eine beliebige Anzahl von Instanzen der Software in einer beliebigen Anzahl von OSEs (physisch oder virtuell) ausgeführt werden kann, somit auch unbegrenzte VMs. Dies ist auch bei Hyper-threading vorteilhaft. Achtung: Die Bereitstellung ist mit SOftware Assurance nur bei gelisteten Anbietern möglich.

Core-Lizenzierung ohne SA

Bei diesem Beispiel werden auf einem vSphere/ESXi oder Hyper-V Host verschiedene virtuelle Server ausgeführt. Container werden lizenzrechtlich wie virtuelle Maschinen behandelt, auch wenn ein Container kein vollständiges Betriebssystem virtualisiert.

Server-Typ vCores Benötigte Core-Lizenzen
Virtuelle Maschine 1 2 4
Virtuelle Maschine 2 4 4
Docker Container 1 2 4
Docker Container 2 6 6
Summe 14 18
  • Der ersten virtuellen Maschine wurden 2 vCores zugewiesen. Auf Grund der Mindestlizenzierung (4 Cores) müssen Lizenzen für 4 Cores bestellt werden.
  • Der zweiten virtuellen Maschine wurden 4 vCores zugewiesen. Es müssen folglich Lizenzen für 4 Cores bestellt werden.
  • Container werden wie virtuelle Maschinen behandelt. Es greift also auch die Mindestlizenzierung beim ersten Docker Container.

Core-Lizenzierung mit SA

SQL Server 2019 inklusive SA kann auch nach physischen CPUs des Hosts lizenziert werden. Gehen wir beim Beispiel oben davon aus, dass der Virtualisierungshost mit 4 CPUs je zwei Prozessorkernen ausgestattet ist, dann wären lediglich 8 Core-Lizenzen notwendig. Wäre der Host hingegen mit 4 CPU je 8 Core ausgestatet, käme die Lizenzierung nach vCores günstiger.

Sollen mehrere SQL Server Instanzen in Docker Containern ausgeführt werden, ist die Lizenzierung physischer Prozessorkerne (SA erforderlich) oft vorteilhaft. Docker-Container sind sehr effizient. Auf geeigneter Hardware oder in großen VMs können leicht 100 oder mehr Container ausgeführt werden.

SQL Server 2019 Software Assurance (SA)

Wir haben soeben gesehen, dass Software Assurance (SA) Vorteile bringt. In bestimmten Szenarien lassen sich dadurch Lizenzkosten senken. Die folgenden Möglichkeiten gelten nur mit aktive SA.

Passive Failover

Achtung: Bereitstellung nur bei gelisteten Anbietern.

  • Passive Failover Instanzen (cold) müssen nicht lizenziert werden.
  • Je lizenzierter aktiver Instanz eine passive Instanz.
  • Passive Instanz darf nicht mehr Cores als die lizenzierte aktive Instanz nutzen.
  • Passive Failover Instanzen können on premises installiert oder aus der Cloud bezogen werden.
  • Passive Failover Instanzen (cold, on premises oder aus der Cloud) müssen nicht lizenziert werden. Passive Instanzen dürfen jedoch nicht mehr Cores als die lizenzierte aktive Instanz nutzen.

Lizenz-Mobilität

Achtung: Bereitstellung nur bei gelisteten Anbietern.

  • SQL Server ohne SA dürfen innerhalb einer Serverfarm nur alle 90 Tage verschoben werden (Ausnahme: permanenter Hardware-Ausfall). Mit SA fällt diese Beschränkung weg.
  • Mit SA können SQL Server innerhalb einer Serverfarm beliebig verschoben werden.
  • Die Übertragung in eine externe Cloud oder ins Rechenzentrum eines Hosters ist ohne SA nicht erlaubt.
  • Mit SA können SQL Server alle 90 Tage in eine externe Cloud oder ins Rechenzentrum eines Hosters verschoben werden.
  • License Mobility gilt nicht für SQL Server PDW (Parallel Data Warehouse).

Recht zum Einsatz der neuesten Produktversionen

Mit aktiver Software Assurance können Sie die neuesten Produktversionen direkt produktiv einsetzen.