Release der neuen Office-Clients und -Server im zweiten Halbjahr 2021

Letzte Aktualisierung: 24.09.2020
Abbildung: Junge. Gepackter Koffer. Neuer Weg.

Microsoft hat auf der Ignite 2020 für das zweite Halbjahr 2021 neue Versionen der Office-Clients, sowie der On-Premises-Server angekündigt: Exchange Server, SharePoint Server, Skype for Business Server und Project Server. Die größte Änderung ist, dass es diese nur noch als Subscriptions gibt. Somit verabschiedet sich Microsoft von den traditionellen Server/-CAL Lizenzmodell. Die Subscription (Mietlizenzen/Abonnement) berechtigt dann zum Zugriff auf Support, Produktupdates, Sicherheits- und Zeitzonen-Patches. Microsoft Office wird es weiterhin als unbefristete Version bzw. Kauflizenz geben. Ob der Name Office 2022 lauten wird, wurde noch nicht bestätigt. Weitere Details zu den Namen, Preisen sowie deren Verfügbarkeit will Microsoft in Kürze mitteilen. Außerdem hat Microsoft angekündigt, dass es ab dem 1. Januar 2022 über das Open License-Programm keine neuen Softwarelizenzen mehr gekauft werden können. Dies geht nur noch über CSP.

Änderungen mit dem Exchange Server

Das Lizenzmodell Server-/CAL wird verabschiedet und es werden nur noch Subscriptions zur Verfügung stehen. Damit wird vor allem das Thema CSP und Mietlizenz voran getrieben. Welche Änderungen es dann bei den Volumenlizenzprogrammen, wie beispielsweise Open-License geben wird, ist bislang noch nicht bekannt.

Die nächste Version von Exchange Server unterstützt direkte Upgrades von Exchange Server 2019 für einen Zeitraum von ungefähr zwei Jahren nach deren Veröffentlichung. Mit dieser Funktion kann der Administrator vorhandene Server, auf denen Exchange Server 2019 ausgeführt wird, problemlos auf die abonnementbasierte Codebasis aktualisieren, ohne Server hinzufügen oder Postfächer verschieben zu müssen.

Es wird weiterhin die Bereitstellung und Migration von früheren Versionen von Exchange nebeneinander unterstützen, wie dies in den letzten Versionen der Fall war. Jedoch wurde die Anzahl der Versionen erhöht, neben denen Exchange Server installiert werden kann. Das bedeutet, dass Kunden mit Exchange Server 2013, 2016 oder 2019 die nächste Version von Exchange Server in ihrer vorhandenen Exchange-Organisation installieren können.

Microsoft empfiehlt dennoch Kunden, bei denen noch Exchange Server 2013-oder 2016 Bereitstellungen vorhanden sind und auf lokale Server setzen, bereits heute mit der Planung sowie Installation von Exchange Server 2019 zu beginnen um mit Release der neuen Version direkt Upgraden bzw. Updaten zu können. Hier zu den weiteren Änderungen:

Modernes Exchange Admin Center ab sofort verfügbar

Exchange-Administratoren können sich bereits heute für das neue Exchange Admin Center anmelden, indem Sie einfach ein neues Kippschalter-Steuerelement in der oberen rechten Ecke des alten Exchange-Verwaltungscenters verwenden. Das neue Admin Center wird dann auf derselben Browser-Registerkarte angezeigt und wurde dem Microsoft 365 Verwaltungsportal angepasst.

Zertifikatsbasierte Authentifizierung für Exchange Online PowerShell V2

Microsoft stellt die zertifikatbasierten Authentifizierung für das Exchange Online PowerShell V2-Modul ab sofort zur Verfügung. Diese Funktion ermöglicht das Ausführen unbeaufsichtigter Skripts, ohne auf die Standardauthentifizierung zurückgreifen zu müssen. Die zertifikatbasierte Authentifizierung bietet Administratoren die Möglichkeit, Skripts auszuführen, ohne dass Dienstkonten erstellt oder Anmeldeinformationen lokal gespeichert werden müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Microsoft Docs App-only authentication for unattended scripts in the EXO V2 module.

Plus-Adressierung in Exchange Online

Die sogenannte Plus Addressing zu Exchange Online steht ab sofort zur Verfügung. Dadurch soll verhindert werden, dass E-Mail Adressen missbraucht werden. Die Funktion erleichtert es Endbenutzern, sich mit einer eindeutigen E-Mail-Adresse für E-Mail-Listen anzumelden. Dies macht es dann einfach, Regeln zu erstellen und zu erkennen, wo Adressen durchgesickert sind.

Was ist denn mit anderen On-Prem Servern und den Office Clients?

Microsoft hat momentan nur die Exchange Server Änderungen bekannt gegeben. Die Änderung des Lizenzmodells gilt aber auch für SharePoint Server und Skype for Business. Für den Windows Server ist noch nichts bekannt. Sobald es neue Informationen zu Office und den Servern gibt, werden wir diese hier veröffentlichen.

Weitere Änderungen: Open License Programm und Abschaffung der Kauflizenzen

Das Open-License Programm für kleine und mittelständige Kunden, in der Kunden unbefristete Softwarelizenzen kaufen konnten, wird nach über 20 Jahren geändert. Ab Januar 2021 werden die unbefristete Softwarelizenzkäufe durch die neue Commerce-Erfahrung einführt. Kleine und mittelständische Kunden sollen von einer vereinfachten Lizenzierung und größeren Flexibilität profitieren. So soll das Lizenz-Asset-Management verbessert werden und Kosten vorhersehbar sein. Kunden können noch bis zum 31. Dezember 2021 weiterhin neue Softwarelizenzen, Software Assurance und Onlinedienste über das Open License-Programm erneuern und erwerben. Ab dem 1. Januar 2022 können gewerbliche Kunden keine neuen Softwarelizenzen mehr kaufen oder Onlinedienste erneuern. Neue Lizenzenkäufe wird es nur noch über das Cloud Solution Provider-Programm geben.

Fazit

Damit hält Microsoft an seiner Linie fest und setzt weiterhin auf Subscriptions. Welche Vor-und Nachteile es geben wird, stellt sich erst wahrscheinlich erst kurz vor Release heraus. Dann erfahren wir auch, ob man dennoch weiterhin ältere perpetual Lizenzen erwerben kann oder ob man zwangsläufig auf die Subscription umsteigen muss.

Ich heiße Stefan Barth und bin für Microsoft zuständig. Bei Fragen können Sie anrufen oder mir ein E-Mail schicken.