PKC – Product Key Card (Microsoft)

Die PKC wird mit Microsoft Office 2010 eingeführt und ist der Nachfolger der MLK. Kunden erhalten hier ein versiegeltes Päckchen mit dem Lizenzschlüssel. Damit lässt sich das vorinstallierte Programm freischalten. Die Software an sich wurde dabei bereits durch einen Computerhersteller als Testversion auf dem Rechner installiert.

Ausführliche Informationen:


Kommentare

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Hans-Jürgen Theiß |

Kann die Office 2010 Home and Business – PKC – Version nach dem Austausch eines PC’s weiter genutzt werden? Wenn nicht, mit welcher Lizenzart wäre dies möglich?
Diese Frage ist für mich insofern wichtig, da derzeit die Entscheidung des Umstieges ansteht und PC’s vorhanden sind, die etwa 2 Jahr alt sind aber innerhalb der nächsten 2 Jahre ausgetauscht werden.


2
Stefan Barth |

Sehr geehrter Herr Theiß,

die PKC-Lizenzen können auf einer anderen Hardware weitergenutzt werden, hier greift das BGH-Urteil aus dem Jahr 2000.

„Ist die Programmversion durch den Hersteller oder mit seiner Zustimmung in Verkehr gesetzt worden, ist die Weiterverbreitung aufgrund der eingetretenen Erschöpfung des urheberrechtlichen Verbreitungsrechts ungeachtet einer inhaltlichen Beschränkung des eingeräumten Nutzungsrechts frei.“

„Nach dem Erschöpfungsgrundsatz hängt der urheberrechtliche Verbrauch des Verbreitungsrechts allein davon ab, ob der Rechtsinhaber dem (ersten) Inverkehrbringen durch Veräußerung zugestimmt hat. Auf die Art und Weise der weiteren Nutzung braucht sich die Zustimmung nicht zu erstrecken. Denn bereits mit der (ersten) durch ihn oder mit seiner Zustimmung erfolgten Veräußerung gibt der Berechtigte die Herrschaft über das Werkexemplar auf; es wird damit für jede Weiterverbreitung frei.“

BGH, Urteil vom 6. Juli 2000 – I ZR 244/97 – Kammergericht LG Berlin

D.h. wenn eine OEM-Lizenz über den offiziellen Vertriebsweg erworben wurde darf es ohne weitere Zustimmung durch den Hersteller weiterverkauft oder auf eine andere Hardware übertragen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Barth


3
Hans-Jürgen Theiß |

Sehr geehrter Herr Barth,
vielen Dank für die Info. Soeben habe ich auch von Microsoft eine Antwort auf meine Anfrage, die ich zeitgleich abgeschickt habe, bekommen. Leider ist sie genau entgegengesetzt.
Neben der rechtlichen Möglichkeit muss natürlich die technische Machbarkeit gewährleistet sein. Was meinen Sie dazu?

Beginn:

Sehr geehrter Herr Theiß,
vielen Dank für Ihre Email.
Bezugnehmend auf Ihre Anfrage können wir Ihnen mitteilen, dass eine Veränderung der Hardware bei der PKC Version von Office 2010 Home and Business nicht möglich ist.
Hier würden wir Ihnen empfehlen, die FPP Version des Office 2010 Home and Business zu wählen, damit Sie die Möglichkeit haben die Software zu deinstallieren, um sie auf einem neuen Gerät zu installieren.
Sollten Sie ein Lizenzvolumen von 5 Lizenzen überschreiten, würden wir Ihnen einen Volumenlizenzvertrag empfehlen, in dem Sie das Office 2010 Standard oder Office 2010 Professional Plus beziehen können.
Wir hoffen, Ihre Anfrage zu Ihrer Zufriedenheit bearbeitet zu haben.
Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung. Sie erreichen uns Montag – Freitag in der Zeit von 08:30 – 18:00 Uhr unter der unten aufgeführten Rufnummer.
Mit freundlichen Grüßen
Nicole Meyer
Ihre Microsoft Geschäftskundenbetreuung

Ende


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Stefan Barth |

Sehr geehrter Herr Theiß,

in diesem Punkt widersprechen sich in der Tat die Microsoft Lizenzbestimmungen und das BGH-Urteil. Da das Urteil aus dem Jahre 2000 rechtlich über den Lizenzbestimmungen steht dürfen PKCs in Deutschland auf eine andere Hardware übertragen werden.
Technisch gesehen müssen Sie spätestens bei der 3. Installation des gleichen PKCs bei Microsoft anrufen und einen neuen Key beantragen da beim PKC, wie bei allen Einzellizenzen, eine Sperre eingebaut ist.

Mit freundlichen Grüßem

Stefan Barth


5
Hans-Jürgen Theiß |

Sehr geehrter Herr Barth,
vielen Dank für Ihre Info. Soeben habe ich eine weitere Mail vom Microsoft Support erhalten. Microsoft sagt ganz klar, das es sich bei PKC- Lizenzen nicht um eine System Builder Lizenz (OEM) handelt, auf die sich mehrere Urteile beziehen. Die PKC- Lizenz darf lt. Lizenzbedingungen (S. 23 Nr. 2 a – PKC Lizenzbedingungen) nur auf eine Hardware installiert werden.
Ich denke, ich werde mit meinem Kunden über FPP- Lizenzen oder den Umstieg auf eine Open- Office – Version reden.

Hans-Jürgen Theiß


6
Stefan Barth |

Sehr geehrter Herr Theiß,

die Product Key Card mag zwar für Microsoft keine OEM- bzw. Systembuilder-Lizenz sein. Wenn man sich das Urteil durchliest erkennt man aber schnell dass die Sachlage nahezu identisch ist. Es ist natürlich vollkommen klar dass ein mittlerweile 12 Jahre altes Urteil nicht mehr mit den aktuellen Begrifflichkeiten übereinstimmt.
Ich gehe auch nicht davon aus dass es je ein „PKC-Urteil“ geben wird da Microsoft hier in Deutschland bisher weder bei einer Lizenzplausibilisierung noch bei der Erstellung eines neuen Keys für eine weitere Installation negativ reagiert und es daher auch keinen Grund für einen weiteren Rechtsstreit gibt.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Barth


7
Daniel Seidl |

Sehr geehrte Herren,

leider finden sich im Internet fast ausschließlich gegenteilige Aussagen als die Ihren. Also das PKC nur für vorinstallierte (Office)PCs verwendet dürfen und auch nicht übertragen werden können.

MfG

Daniel Seidl


8
Hans-Jürgen Theiß |

Hallo Herr Seidl,
danke für Ihre Info. Leider hat das Internet zu diesem Thema nur zur Hälfte recht. Die Software für PKC- Lizenzen lässt sich von der Microsoft Website downloaden, es steht sogar als Möglichkeit auf der Packung. Aber die Aussage, das sie nur auf einem PC installiert werden darf deckt sich mit der Lizenzinfo von Microsoft.
MfG
Hans-J. Theiß


9
Thomas |

Hallo Herr Barth,

ich bin gerade über eine Google Suche auf dieser Seite gelandet, da wir hier gerade auch vor dem Problem stehen. Kauf von PKC’s oder Volumenlizenzen.

Wie ist denn hier der letze Stand. Ist eine Übertragung auf einen anderen Rechner bei Austausch eines Rechners jetzt möglich oder nicht? Gibt es dazu ein verbindliches Urteil. Laut Microsoft ist das nicht erlaubt, dass es machbar ist ist mir auch klar. Aber wir wollen ja keinen Lizenzbruch riskieren. Man findet überall widersprüchliche Aussagen dazu.

mfg

Thomas


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Stefan Barth |

Hallo Thomas,

hier gibt es bisher noch kein verbindliches Urteil. Der Stand ist immernoch unverändert. Microsoft lässt die Übertragung von PKC-Lizenzen zu und geht dagegen auch nicht vor. Eine offizielle Erlaubnis in den Microsoft-Software-Lizenzbestimmungen gibt es jedoch nicht.
Solange die Übertragung der PKC-Lizenzen von Microsoft toleriert wird gibt es hier auch keine Veränderung da es keinen Anlaß für einen Rechtsstreit gibt.

Mit freundlichen Grüßen aus Sindelfingen

Stefan Barth


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Daniel |

Hallo miteinander

Ich stehe immer wieder vor der Herausforderung, dass Kunden ein Office Paket sowohl lokal wie auch auf dem RD-Server (TS) nutzen wollen. Die Frage ist also, ob die Kunden lokal (bps. auf 10 PC’s) ein „Office H&B“ PKC und 1x eine OL eines „Office Standard“ auf den RD-Server installieren können und damit lizenzrechtlich abgedeckt sind.
Microsoft hat hier offenbar einen Trick gefunden: die H&B Edition enthält unterschiedliche Komponenten zur OL Version. Damit müsste für alle User die fast fast doppelt so teure OL-Version gekauft werden.

Ich frage mich nun: wenn auf dem RD Server lediglich die Komponenten aus der H&B Edition installiert würden, dann wären ja alle Programme korrekt lizenziert – wie sehen Sie das? Wäre doch eigentlich ein schlagkräftiges Argument, nicht?

Herzliche Grüsse aus der Schweiz, daniel


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Stefan Barth |

Hallo Daniel,

dieser „Trick“ funktioniert leider nicht. Die Terminal Server Nutzung ist nur mit Office Standard oder Office Professional Plus erlaubt, auch technisch kann nur der Volumenlizenz-Datenträger verwendet werden.
Selbst wenn nur eine Komponente (z.B. Word) aus dem Datenträger installiert wird ist das zugreifende Gerät lizenzpflichtig für Office Standard.
Wenn es sich um 10 Geräte handelt benötigt Ihr Kunde 10 mal Office Standard, er kann das Produkt parallel auch lokal installieren d.h. die Home and Business PKC würde überhaupt nicht benötigt.

Mit freundlichen Grüßen aus Sindelfingen

Stefan Barth


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admin |

Hallo Stefan, damit ich das besser verstehe. Mit einem Office Standard aus Open License habe ich ein Zweitnutzungsrecht. Wird das hier verwendet? Also eine Lizenz über TS und eine Lizenz lokal. Kann ich dennoch quasi eine dritte Instanz auf meinem Notebook installieren? Oder greift hier eine andere Bestimmung in den Lizenzregeln, also gilt eine Instanz auf dem TS plus eine Instanz auf dem lokalen PC quasi als eine Lizenz? Oder wie? Gruß vom Kollegen Don :-)


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Daniel |

Hallo Stefan,
vielen Dank für deine Beurteilung! Ich sehe es lizenzrechtlich genau so, ist mir an sich klar. Was mich stört ist, dass Micosoft bewusst NICHT die gleichen Editionen in den Lizenzprogrammen veröffentlicht, um genau diese Situation zu erreichen. Wer braucht in einem Business-Umfeld auf einem RD-Server den „Publisher“? Mich würde interessieren, wie mein Vorschlag (nur die Programme aus der H&B Edition installieren) von einem Gericht beurteilt würde. Dazu gibt es wohl noch keine Erfahrungen?
Herzliche Grüsse aus der Schweiz, daniel


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Stefan Barth |

Hallo Don,

bei Office wird das jeweilige Gerät lizenziert auf dem bzw. von dem aus der Benutzer die Office-Software verwendet. Daher darf Office immer lokal installiert werden, dies gilt für alle Lizenzprogramme.
Die Volumenlizenz (z.B. Open License) erlaubt zusätzlich die Installation auf einem Server (z.B. Terminalserver).
Das von dir angesprochene Zweitnutzungsrecht ermöglicht dann sogar noch eine 3. Installation pro Lizenz auf einem mobilen Endgerät (z.B. Laptop) sofern dieser ausschließlich vom Hauptbenutzer des bereits lizenzierten Gerätes verwendet wird.

Grüße
Stefan Barth


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Stefan Barth |

Hallo Daniel,

was soll ich hierzu sagen? Mir ist natürlich bewusst dass Microsoft die Einzelplatz- und Volumenlizenzen bei Office seit der Version 2010 absichtlich getrennt hat um einige, bis dahin legale Spartricks, die von unseren Kunden auch häufig genutzt wurden zu unterbinden.
Unsere Fachkompetenz bezieht sich auf die Lizenzierung, eine Rechtsberatung können und dürfen wir gar nicht leisten. Dafür gibt es andere Fachleute. ;-)

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Barth