Microsoft Lizenzierung im Überblick

Letzte Aktualisierung: 13.03.2020

Die Lizenzierung bei Microsoft ist über die Jahre sehr unübersichtlich geworden. Lizenzen gibt es als ESD oder als OEM bzw. PKC, mit einem Lizenzschlüssel und -nachweis zu kaufen. Lizenzen als ESD, kann man über Microsoft, Partner oder Reseller in unterschiedlichen Lizenzmodellen- und arten kaufen. OEMs oder PKCs, die es noch bei verschiedenen Händlern und auch bei uns zu kaufen gibt, enthalten meistens nurnoch einen Lizenzschlüssel, die Software selbst muss man sich bei Microsoft herunterladen.

Um Ihnen einen groben Überblick der verschiedenen Lizenzierungsmöglichkeiten, Support-Optionen, sowie der Lizenzformen und -Programme zu verschaffen, haben wir hier Ihnen die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

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Volumenlizenzprogramme im Allgemeinen

Die Volumenlizenzprogramme bieten für jede Organisation die passende Lizenzierungsmöglichkeit an. Volumenlizenzen erleichtern das Deployment in größeren Unternehmen durch Installationen mit einem einzigen Volumenlizenz-Key (VLK). Die Mindestbestellmenge liegt meistens bei 5 Lizenzen.

Lizenzen, die in den Volumenlizenzprogrammen erworben wurden enthalten das Downgraderecht auf ältere Produktversionen und das Reimagingrecht für die Erstellung eines einheitlichen Abbilds. Auch das Zweitkopierecht für die zusätzliche Installation der lizenzierten Software auf einem tragbaren Gerät ist bei Volumenlizenzenzen immer enthalten.

Microsoft Produkte in den Volumenlizenzprogrammen können optional mit einer Software Assurance (SA) ausgestattet werden. Damit erhalten Sie unter anderem Support und das Recht auf neue Versionen der Software upzugraden, die erst nach dem Kauf der Lizenz veröffentlicht wurden. Weitere Informationen zu den verschiedenen Volumenlizenzen/-verträgen finden Sie auf der Volume-Licensing Seite.

Cloud Solution Provider (CSP)

Beim CSP gibt es, gegenüber den Volumenlizenzprogrammen, keine Einstiegshürden. Die Produkte können ab einer Nutzerlizenz bestellt werden. Hierzu wird ein sogenannter Tenant benötigt, wie beispielsweise auch bei Azure. Auf diesem Tenant werden die gewünschten Lizenzen gebucht. Die Laufzeit beträgt normalerweise einen Monat und die Rechnungsstellung erfolgt monatlich. Es können auch Lizenzen für einen bestimmten Nutzungszeitraum gebucht werden und die Zahlung erfolgt im Voraus. Die Produkt-Rechte beim CSP entsprechen den Microsoft Online Services Terms, CSP ist der reine Bezugsweg. Der Vertrag zwischen Ihnen und Microsoft kann im Microsoft Customer Agreement nachgelesen werden. Eine genauere Übersicht finden Sie auf der Cloud-Solution-Provider (CSP) Seite.

Original Equipment Manufacturer (OEM)

OEM Produkte sind normalerweise auf einem neuen Computer vorinstalliert, können aber auch als sogenannte System-Builder Lizenzen (SB) ohne Hardware gekauft werden. In Deutschland (BGH, Urteil v. 06.07.2000, Az. I ZR 244/97, CuR 2000, 651) sind OEM-Lizenzen nicht hardwaregebunden und dürfen auf andere Computer übertragen werden, solange die Software nur auf einem System eingesetzt wird (zum Beispiel nach einem Hardware-Upgrade oder beim Ersatz eines defekten Computers).

Bei vorinstallierten OEM Versionen, beispielsweise Windows, gilt der Sticker auf dem Gehäuse als Lizenznachweis. OEM-Software muss auf jedem Gerät separat aktiviert werden. Bei Software, die als OEM erworben wurde ist das Downgraderecht je Produkt unterschiedlich; beim Windows Server darf beispielsweise auch eine ältere Version eingesetzt werden. Das Reimaging-Recht ist nicht enthalten.

OEM Software kann bis zu 90 Tage nach Erwerb mit Software Assurance nachgerüstet werden. Dadurch wird Ihre OEM Version in das Volumenlizenzprogramm aufgenommen und Sie erhalten alle Downgrade Rechte. Wichtig ist hier, dass die SA für die Volumenlizenz auch in der selben Edition verfügbar ist. Die Nachrüstung mit SA ist nur noch bei den Server-Versionen und CALs möglich. Für das normale Windows-Betriebssystem (Home und Pro Versionen) gibt es keine SA mehr und Windows Enterprise ist ausschließlich als Volumenlizenz oder im CSP erhältlich. Eine genauere Übersicht finden Sie auf der OEM Seite.

Full Packaged Product (FPP) – Box

Ein Full Packaged Produkt ist bei Microsoft ein traditionelles Einzelhandelspaket, also eine Box, mit Datenträger, Lizenzpapier und Dokumentation. Diese Pakete sind für den Vertrieb im Einzelhandel gedacht. Zielgruppe sind private Anwender und kleine Firmen.

FPPs enthalten kein Downgraderecht auf ältere Versionen und auch kein Recht für das Reimaging. Ein Datenträger zur Installation wird immer mitgeliefert, daher fallen gegenüber Download Versionen zusätzliche Versandkosten an. Die Software muss auf jedem Gerät separat aktiviert werden, darf aber zusätzlich, durch das Zweitkopie-Recht, auf einem weiteren tragbaren Gerät installiert werden.

FPP Versionen sind nur noch für wenige Microsoft Produkte, wie beispielsweise Visual Studio, verfügbar. Eine genauere Übersicht finden Sie auf der FPP Seite..

Product Key Card (PKC)

Mit einer PKC oder ausgeschrieben Product Key Card erhalten Sie eine Karte mit einem Freischalt-Code (-Schlüssel, -Key) per Post für die legale, uneingeschränkte Nutzung von Office. Die Karte mit dem Produktkey gilt auch als Lizenznachweis. Die Software wird nicht mitgeliefert. Entweder ist das Office-Paket bereits auf Ihrem Computer vorinstalliert (oft beim Neukauf eines Computers) oder sie holen sich die passende Office Version per Download von der Microsoft Seite.

PKCs enthalten kein Reimaging-, Zweitkopie- und auch kein Downgrade-Recht. Die Software muss auf jedem Gerät einzeln aktiviert werden.

Einen Vergleich der PKCs mit den Volumenlizenzen finden Sie in unserem Beitrag Product Key Card oder Microsoft Volumenlizenz. Mehr Informationen finden Sie auch auf der PKC Seite.

Server-/CAL-Modell

Bei der Server-CAL-Lizenzierung benötigen Sie eine Lizenz für den Server. Die Zugriffe auf dem Server müssen ebenfalls mit einer Zugriffslizenz (Client Access License – CAL) lizenziert werden.

Serverlizenz

Jede physische oder virtuelle Betriebssystem-Instanz, muss mit einer Serverlizenz lizenziert werden. Allerdings gibt es eine Außnahme mit dem Windows Server, hier wird die Anzahl der Prozessoren lizenziert und es dürfen zusätzlich 2 (Standard Edition), bzw. beliebig viele (Datacenter Edition) virtuelle Instanzen auf der lizenzierten physischen Maschine ausgeführt werden.

Zugriffslizenzen (CALs)

Jeder Benutzer und jedes Gerät, das auf einen Server zugreift benötigt eine Client-Zugriffslizenz (CAL). CALs werden entweder nach Benutzern (User CAL), oder nach Geräten (Device CAL) für den jeweiligen Server lizenziert. Es gibt auch Bundles, sogenannte Microsoft CAL Suites (Core oder Enterprise CAL Suite). Nutzer CALs sind normalerweise teurer als Geräte CALs, da die Nutzer öfters mehrere (mobile) Geräte im Einsatz haben.

Die Lizenzierung authentifizierter externer Benutzer ist entweder über einzelne CALs für jeden Nutzer/jedes Gerät oder über die External Connector-Lizenzen möglich. Diese gestattet einer beliebigen Anzahl externer Nutzer den Zugriff auf die Serversoftware. Nicht authentifizierte Benutzer, d.h. Benutzer die im Active Directory unbekannt sind, benötigen keine Zugriffslizenz.

Zusätzliche Funktionen über CAL Editionen

Manche Server-Funktionen werden über die CAL-Editionen freigeschaltet: Beim Skype for Business erhalten Sie beispielsweise mit der Standard-CAL nur die Basis-Funktionen. Für das Hosten von Webkonferenzen wird zusätzlich eine Enterprise CAL benötigt. Die vollständigen Funktionen erhalten Sie erst mit der Plus CAL (benötigt eine Enterprise CAL), die unter anderem Voice over IP (VoIP) freischaltet. Mehr Informationen zu den Funktionen mit unterschiedlichen CAL-Editionen finden Sie auf den jeweiligen Seiten zum Server auf unserer Microsoft Hauptseite.

Prozessorkern-Lizenzierung

Die Prozessorkern-Lizenzierung ist nur für den SQL-Server verfügbar. Bei der Lizenzierung nach Kernen wird für jeden physikalischen oder virtuellen Prozessorkern eine Lizenz benötigt, mindestens jedoch vier Kerne pro physischem Prozessor. Die Zugriffe auf den Server müssen dann nicht mehr einzeln lizenziert werden. Auf der Seite zu SQL Server 2019 finden Sie eine ausführliche Erklärung der Lizenzierungsart. Lesen Sie auch unseren Beitrag Häufige Fragen zur Lizenzierung von Microsoft SQL Server 2019.

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