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Microsoft SQL Server 2022 Lizenzierung

  • Editionsvergleich der SQL Server 2022 Editionen
  • Lizenzierung nach Cores oder mit Server- und Zugriffslizenzen (CALs)
Stefan Barth
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Stefan Barth

Microsoft SQL Server 2022 Lizenzierung

Der SQL Server 2022 wird, wie die Vorgängerversionen, entweder nach Server-/CAL oder nach Cores/Prozessorkernen lizenziert. Server/CAL ist nur für die Standard Edition verfügbar. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Lizenzierungsregeln und welche Lizenzierungsmöglichkeiten Sie haben. Weitere Details und noch mehr Beispiele finden Sie in dem SQL Licensing Guide (englisch).

Wir konzentrieren uns auf die beiden Haupt-Editionen Standard und Enterprise im Detail, auf die anderen Editionen gehen wir nur kurz ein.

SQL Server 2022 Editionen

Es gibt insgesamt 5 Editionen:

  • SQL Server 2022 Standard: Für mittelständische Unternehmen. Kann nach Server-/CAL (Server-Lizenzen und Zugriffslizenzen) und nach Cores (keine Zugriffslizenzen notwendig) lizenziert werden.
  • SQL Server 2022 Enterprise: Für mittelständische und große Organisationen. Wird nach Cores lizenziert. Server/CAL ist nicht verfügbar.
  • SQL Server 2022 Developer Edition: Für Entwickler und Administratoren. Funktionsumfang wie Enterprise Edition. Darf nur zum Entwickeln und Testen eingesetzt werden. SQL Server Developer ist kostenlos und kann bei Microsoft heruntergeladen werden: Download SQL Server Developer Edition.
  • SQL Server 2022 Express: Für kleine Desktop-, Web- und Serveranwendungen mit eingeschränkten Möglichkeiten. SQL Server Express ist kostenlos und kann bei Microsoft heruntergeladen werden: Download SQL Server 2017 Express Edition.
  • SQL Server 2022 Web Edition: Für Partner, die Ihren Kunden Lösungen auf Basis von Microsoft SQL Server anbieten. Bezug und Preise nur über spezielle Hosting Partner.

Azure SQL Database
Es gibt noch eine weitere Edition: Azure SQL Database. Die Azure SQL-DB wird über einen Microsoft Azure Plan verbrauchsabhängig abgerechnet und kann nicht einzeln gekauft werden.

Editionenvergleich nach Lizenzmodell

LizenzierungStdEntWebDevExpress
Server/CALfree
Cores✓/Azurefree

Server/CAL-Lizenzierung

Die SQL Server 2022 Standard Edition kann über Server-Lizenzen und Zugriffslizenzen (CAL, Client Access License) lizenziert werden.

  • Jede Betriebssystem-Instanz (physisch oder virtuell), auf der SQL Server 2022 Standard ausgeführt wird, benötigt eine Server-Lizenz
  • SQL Server Instanzen in Containern wie Mirantis-Docker müssen ebenfalls lizenziert werden. Container werden lizenzrechtlich wie virtuelle Maschinen behandelt, auch wenn sie kein komplettes Betriebssystem virtualisieren.
  • CPUs und Cores des Servers, physisch oder virtuell, werden hier nicht berücksichtigt.
  • Jedes unmittelbar oder mittelbar zugreifende Endgerät (Device CAL) oder jeder zugreifende Benutzer (User CAL) muss lizenziert werden.
  • Es zählen Endgeräte und keine Zwischengeräte, wie Proxy-Server oder Applikationsserver. Es spielt also keine Rolle, ob direkt (unmittelbar) oder über den Umweg weiterer Geräte (mittelbar) auf den Server zugegriffen wird.
  • CALs sind versionsgebunden. Beispielsweise ist der Zugriff auf den SQL Server 2019 mit einer SQL Server 2019 oder 2022 CAL möglich. Umgekehrt hingegen nicht. Mit einer 2019er CAL darf man nicht auf einen 2022er Server zugreifen.
  • Mit Software Assurance (SA) erhalten Sie zusätzliche Vorteile.

Achtung: Wenn sich weder Anwender noch Endgerät sicher bestimmen (zählen) lassen, muss auf core-basierte Lizenzierung ausgewichen werden. Dies ist häufig bei Web-Anwendungen der Fall.

User CAL

Bei einer User CAL (Benutzer-Zugriffslizenz) muss der jeweilige Benutzer lizenziert werden. Falls es zu einem Audit in Ihrer Organisation kommt, sollten Sie dokumentieren können, welche Nutzer direkt oder indirekt auf SQL Server Instanzen zugreifen. Der lizenzierte User darf von beliebigen Geräten aus alle SQL Standard Server 2019 in der Organisation nutzen. CALs sind versionsspezifisch.

User-CALs sind die klassischen Zugriffslizenzen zur Lizenzierung für Mitarbeiter aus Büro und Verwaltung.

Device CAL

Bei einer Device CAL (Geräte-Zugriffslizenz) muss das zugreifende Endgerät (PC, Smartphone, Scanner, Sensor) lizenziert werden. Auch hier gilt, dass Sie bei einer Lizenzprüfung dokumentieren müssen, welche Geräte zugreifen und somit eine Device-CAL benötigen. Von dem lizenzierten Gerät aus darf auf jeden SQL Server Standard in der Organisation zugegriffen werden CALs sind versionsspezifisch.

Device-CALs sind für Geräte gedacht, die von vielen wechselnden Mitarbeitern benutzt werden (Zeiterfassungs-Terminals, Lager-PCs, Scanner) oder die unabhängig arbeiten (Sensoren).

Server

Jede Betriebssysteminstanz (physisch oder virtuell) und jeder Container (Docker oder andere) benötigt eine SQL Server Lizenz, sobald mindestens eine SQL Server Instanz ausgeführt wird. Die Anzahl an ausgeführten SQL Server Instanzen spielt keine Rolle. Sie können mit einer Lizenz innerhalb einer VM beispielsweise mehrere SQL Server Standard Instanzen ausführen. Im Gegensatz zur Core-basierten Lizenzierung muss die Hardware nicht betrachtet werden. Die Hardware und die virtuellen Ressourcen der Server können ohne zusätzliche Kosten im Rahmen der Lizenzbestimmungen beliebig skaliert werden.

Die Voraussetzungen im Überblick:

  • Jeder Server, auf dem eine SQL Server Instanz ausgeführt wird, benötigt eine Serverlizenz.
  • Jeder Benutzer und/oder jedes Gerät, dass auf einen lizenzierten SQL Server zugreift benötigt eine Zugriffslizenz (CAL) derselben (oder einer neueren) Version. Beispielsweise ist der Zugriff auf den SQL Server 2017 mit einer SQL Server 2017 oder 2019 CAL möglich.

Core-Lizenzierung

SQL Server 2022 Standard und SQL Server 2022 Enterprise Edition/hersteller/microsoft/sql-server/enterprise-2022/) können core-basiert lizenziert werden.

  • Zugriffslizenzen werden nicht benötigt. Es dürfen beliebig viele interne und externe Anwender und Endgeräte auf core-basierte SQL Server zugreifen.
  • Jeder Prozessorkern einer Betriebssystem-Instanz (physisch oder virtuell), auf der SQL Server 2022 ausgeführt wird, benötigt eine Server-Lizenz.
  • Zusammen mit Software Assurance (SA) können bei virtuellen Servern alternativ zur vCore-Lizenzierung auch alle Kerne des physikalischen Hosts lizenziert werden. Auf einem so lizenzierten Host (vSphere, Hyper-V etc.) dürfen beliebig viele virtualisierte SQL Server Instanzen ausgeführt werden.
  • Es müssen mindestens 4 Cores pro Server lizenziert werden (Mindestlizenzierung).
  • Core-Lizenzen werden immer in Zwei-Core-Einheiten angeboten.

Besonderheiten SQL Server Enterprise

Mit SQL Server 2022 Enterprise können Kunden, die alle physischen Kerne auf dem Server lizenziert haben, eine unbegrenzte Anzahl von Instanzen ausführen (Maximum Virtualization). Jedoch ist die Anzahl der OSEs (physisch oder virtuell) auf die der Anzahl der dem Server zugewiesenen Kernlizenzen begrenzt. Beispielsweise kann ein Server mit vier Prozessoren und vier Kernen pro Prozessor - vollständig lizenziert mit 16-Kern-Lizenzen - SQL Server-Software in bis zu 16 VM ausführen, unabhängig von der Anzahl der virtuellen Kerne, die jeder VM zugewiesen sind.

Wenn man jedoch mehr VMs als zulässig ausführen will, muss man zusätzliche Cores lizenzieren. Jede zusätzliche Core-Lizenz ermöglicht die Bereitstellung von SQL Server-Software in einer zusätzlichen VM. Im vorherigen Beispiel würde ein Kunde, der SQL Server Enterprise Edition in 18 VMs ausführen möchte, einfach 18 Core-Lizenzen erwerben und diesem Server zuweisen.

Mit Software-Assurance entfällt die Begrenzung. Für alle Enterprise Edition-Kernlizenzen (für einen vollständig lizenzierten Server) werden die Nutzungsrechte der Kunden erweitert, sodass eine beliebige Anzahl von Instanzen der Software in einer beliebigen Anzahl von OSEs (physisch oder virtuell) ausgeführt werden kann, somit auch unbegrenzte VMs. Dies ist auch bei Hyper-threading vorteilhaft. Achtung: Die Bereitstellung ist mit Software Assurance nur bei gelisteten Anbietern möglich.

Core-Lizenzierung ohne SA

Bei diesem Beispiel werden auf einem vSphere/ESXi oder Hyper-V Host verschiedene virtuelle Server ausgeführt. Container werden lizenzrechtlich wie virtuelle Maschinen behandelt, auch wenn ein Container kein vollständiges Betriebssystem virtualisiert.

Server-TypvCoresBenötigte Core-Lizenzen
Virtuelle Maschine 124
Virtuelle Maschine 244
Docker Container 124
Docker Container 266
Summe1418
  • Der ersten virtuellen Maschine wurden 2 vCores zugewiesen. Auf Grund der Mindestlizenzierung (4 Cores) müssen Lizenzen für 4 Cores bestellt werden.
  • Der zweiten virtuellen Maschine wurden 4 vCores zugewiesen. Es müssen folglich Lizenzen für 4 Cores bestellt werden.
  • Container werden wie virtuelle Maschinen behandelt. Es greift also auch die Mindestlizenzierung beim ersten Docker Container.

Core-Lizenzierung mit SA

SQL Server 2022 mit Software Assurance kann auch nach physischen CPUs des Hosts lizenziert werden. Das selbe gilt für die CSP Subscriptions, die über ähnliche Rechte wie SA verfügen. Gehen wir beim Beispiel oben davon aus, dass der Virtualisierungshost mit 4 CPUs je zwei Prozessorkernen ausgestattet ist, dann wären lediglich 8 Core-Lizenzen notwendig. Wäre der Host hingegen mit 4 CPU je 8 Core ausgestattet, käme die Lizenzierung nach vCores günstiger.

Sollen mehrere SQL Server Instanzen in Docker Containern ausgeführt werden, ist die Lizenzierung physischer Prozessorkerne (SA oder CSP Subscription erforderlich) oft vorteilhaft. Docker-Container sind sehr effizient. Auf geeigneter Hardware oder in großen VMs können leicht 100 oder mehr Container ausgeführt werden.

Vorteile mit Software Assurance (SA)

Wir haben soeben gesehen, dass Software Assurance (SA) zusätzliche Vorteile bringt. In bestimmten Szenarien lassen sich dadurch Lizenzkosten senken. Die folgenden Möglichkeiten gelten nur mit aktiver SA. Meist haben CSP Subscriptions die selben Rechte. Unten finden Sie auch einen Vergleich von SA und Subscription.

Passive Failover

Achtung: Bereitstellung nur bei gelisteten Anbietern

  • Passive Failover Instanzen (cold) müssen nicht lizenziert werden.
  • Je lizenzierter aktiver Instanz eine passive Instanz.
  • Passive Instanz darf nicht mehr Cores als die lizenzierte aktive Instanz nutzen.
  • Passive Failover Instanzen können on premises installiert oder aus der Cloud bezogen werden.
  • Passive Failover Instanzen (cold, on premises oder aus der Cloud) müssen nicht lizenziert werden. Passive Instanzen dürfen jedoch nicht mehr Cores als die lizenzierte aktive Instanz nutzen.

Lizenz-Mobilität

Achtung: Bereitstellung nur bei gelisteten Anbietern.

  • SQL Server ohne SA dürfen innerhalb einer Serverfarm nur alle 90 Tage verschoben werden (Ausnahme: permanenter Hardware-Ausfall). Mit SA fällt diese Beschränkung weg.
  • Mit SA können SQL Server innerhalb einer Serverfarm beliebig verschoben werden.
  • Die Übertragung in eine externe Cloud oder ins Rechenzentrum eines Hosters ist ohne SA nicht erlaubt.
  • Mit SA können SQL Server alle 90 Tage in eine externe Cloud oder ins Rechenzentrum eines Hosters verschoben werden.
  • Die Rechte der CSP Subscriptions sind auf die Lizenzmobilität innerhalb einer Serverfarm begrenzt.
  • Siehe auch: Lizenzmobilität für Microsoft-Lizenzen mit Software-Assurance

Maximum Virtualization

Die unbegrenzte Virtualisierung (Maximum Virtualization) ist nur bei SQL Server Enterprise Lizenzen mit aktiver Software Assurance oder SQL Server Enterprise CSP Subscriptions möglich. Ansonsten können Sie keine weiteren virtuelle Instanzen nutzen, wenn diese die Anzahl der Cores überschreiten. Beispiel: Wenn Sie 16 Core Lizenzen im Einsatz haben, dürfen maximal 16 SQL Instanzen betrieben werden. Mit unbegrenzter Virtualisierung entfällt diese Beschränkung.

Azure Hybrid Benefit

Azure Hybrid-Vorteil (Azure Hybrid Benefit) ermöglicht die Migration von SQL Server Lizenzen in die Azure Cloud:

  • Umwandeln von Lizenzen im Verhältnis 1 Core SQL Server Enterprise zu 4 vCPU Azure SQL.
  • Unlimitierte Virtualisierung unter Azure Dedicated Host
  • Dual Use Right (Cloud + lokal) für 180 Tage zur Migration
  • Extended Security Updates (ESU) kostenlos enthalten.

Recht zum Einsatz der neuesten Produktversionen

Mit aktiver Software Assurance oder mit einer CSP Subscription können Sie die neuesten Produktversionen direkt produktiv einsetzen.

Unterschiede zwischen CSP Subscription und Software Assurance

VorteileSACSP
Anrecht auf neue Versionen
Azure Hybrid Benefit für SQL Server
Selbstgehostete Anwendungen
Disaster Recovery (Notfallwiederherstellung)
Lizenzmobilität in Serverfarmen
Lizenzmobilität durch Software Assurance
Failover-Rechte
Unbeschränkte Virtualisierung
Recht zur Nutzung von Machine Learning Server
Recht zur Nutzung von Power BI Report Server