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Windows Server Lizenzierung

  • Windows Server Standard und Datacenter werden nach Prozessorkernen lizenziert
  • Windows Server Essentials ist eine eingeschränkte Lizenz für maximal eine CPU mit 10 Cores
  • Hier finden Sie weitere Informationen zur Core-Lizenzierung
Stefan Barth
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Stefan Barth

Windows Server Lizenzierung

Der Windows Server wird nach Cores (Prozessorkernen) lizenziert. Zusätzlich zur Serverlizenz werden auch Zugriffslizenzen für Nutzer oder Geräte benötigt. Auf dieser Seite erklären wir die Lizenzierung der beiden Haupt-Editionen (Standard und Datacenter), der Essentials Edition und zeigen welche CALs Sie wofür benötigen.

Neue vCore Lizenzierung

Seit Oktober 2022 gibt es eine neue Lizenzierungsmöglichkeit nach der Anzahl an vCores/vCPUs. Damit können auch einzelne Windows Server VMs nach Cores lizenziert werden und die Lizenzierung von virtuellen Umgebungen wird vereinfacht: Es muss nicht mehr unbedingt der komplette Host lizenziert werden.

Voraussetzung für die Nutzung der Lizenzierung einzelner VMs:

  • Die Windows Serverlizenz und die CALs müssen entweder als CSP Subscription lizenziert werden oder über aktive Software Assurance verfügen. Eine Mischung der beiden Lizenzformen ist ebenfalls möglich.
  • Die Mindestlizenzierung beträgt mindestens 8 Cores pro VM und 16 Cores pro Kunden.
  • Beliebiges Verschieben der Lizenzen im eigenen Rechenzentrum. 90 Tage Frist beim Verschieben in andere Rechenzentren (Siehe: Lizenzmobilität innerhalb der eigenen Serverfarm).
  • Weitere Infos finden Sie in unserem Beitrag Lizenzierung nach VM für Windows Server angekündigt.

Windows Server Lizenzierung

Die Lizenzierung des Windows Server ist Editionsabhängig. Je nach Edition gibt es unterschiedliche Lizenzierungsmöglichkeiten:

  • Standard Edition:: Prozessorkern (Core)- und Zugriffslizenzen (CAL), Enthält die Berechtigung für 2 Betriebssystemumgebungen (physisch oder virtuell)
  • Datacenter Edition: Prozessorkern (Core)- und Zugriffslizenzen (CAL)
  • Essentials Edition: Serverlizenz, keine Zugriffslizenzen nötig (maximal 1 CPU mit 10 Cores)

Unten stehend erklären wir, was es bei den Lizenzierungsarten zu beachten gilt.

Serverlizenz

Der Windows Server wird immer nach Cores lizenziert. Für die Virtualisierung muss die gesamte physische Hardware des Hypervisor-Server abgedeckt sein. Nur produktive Server benötigen eine Lizenz. Wird der Hypervisor nur zur Bereitstellung der virtuellen Instanzen benutzt, so benötigt er keine eigene Lizenz. Damit können mit einer Windows Server Standard Lizenz 2 virtuelle Instanzen und der zugrunde liegende Hypervisor lizenziert werden.

Core-Lizenzierung im Detail

Windows Server Standard und Windows Server Datacenter werden nach Cores lizenziert. Der Windows Server Essentials Server ist nur für einen Server (mit maximal 10 Cores) verfügbar. Für die Lizenzierung der Server gilt:

  • Jeder Prozessorkern der ausführenden Hardware muss lizenziert werden.
    Läuft der Windows Server auf eine Hardware mit 16 Cores, müssen genau 16 Cores lizenziert werden.
  • Es müssen mindestens 8 Cores je Prozessor lizenziert werden.
    Bei Hardware mit beispielsweise 4 Prozessoren, die aus jeweils 4 Cores bestehen, müssen auf Grund dieser Mindestanforderung 4 x 8, also 32 Cores lizenziert werden.
  • Es müssen mindestens 16 Prozessorkerne pro Server lizenziert werden.
    Die Minimum-Lizenzierung ist also 16 Cores. Kommt eine Hardware mit weniger Cores zum Einsatz, müssen dennoch 16 Cores lizenziert werden.
  • Kaufen kann man Prozessorkernlizenzen in 2-Core und 16-Core Lizenzpaketen.
    Am häufigsten werden 16 Cores lizenziert. Die 2-Core-Lizenzen werden in der Regel dazu verwendet, um die benötigten Cores genau bzw. korrekt zu lizenzieren. Sie können bei der Hardware mit 20 Cores entweder 1x 16 Core-Lizenz und 2x2 Core-Lizenzen erwerben, oder 10x2 Core Lizenzen. Es macht keinen Unterschied, ist aber übersichtlicher wenn man die 1. Variante nimmt.
  • Lizenzpakete bleiben zusammen.
    Die Lizenzen können nicht aufgeteilt werden, das Nutzungsrecht gilt nur für den lizenzierten Server. Das heißt die VMs dürfen nur auf den lizenzierten Server ausgeführt werden.
  • Nachlizenzierung bei neuer Hardware möglich.
    Wenn Sie eine neue Hardware kaufen und diese mehr Cores hat wie die alte Hardware, kann nachlizenziert werden und sie benötigen keinen Neukauf aller Lizenzen. Bei neuer Hardware bzw. Austausch muss allerdings die 90-Tage Regelung (Lizenzverschiebung) beachtet werden, mit Ausnahme des Desaster Falls.
  • Nachlizenzierung bei Aufrüstung möglich.
    Bei zusätzlicher Hardware Anschaffung auf dem lizenzierten Server kann nachlizenziert werden. Die 90-Tage Regelung gilt nicht, da die Lizenzen nicht verschoben werden müssen. Wenn Sie alles aber auf einem anderen Server verschieben wollen, dann greift diese Regelung wieder (siehe Nachlizenzierun bei neuer Hardware).

Lizenzierung von Zugriffen mit CALs

Zusätzlich zur Serverlizenz werden Zugriffslizenzen (CALs) benötigt. Das heißt, neben den Core-Lizenzen, werden für alle Nutzer und Geräte, die auf den Windows-Server zugreifen Zugriffslizenzen (Client Access License - CAL) benötigt. Diese können nach Nutzern (User CAL) oder Geräten (Device CAL) lizenziert werden. User CALs bieten sich an, wenn ein Nutzer von mehreren Geräten auf den Server zugreift, Device CALs sind günstiger, wenn mehrere Nutzer über ein Gerät zugreifen. Die Lizenzierung einer großen Anzhal an externen Zugriffe kann auch mit Hilfe der External Connector Lizenz abegeckt werden.

Achtung: Zugriffslizenzen sind versionsabhängig! Windows Server 2019 CALs sind nicht für den Zugriff auf einen Windows Server 2022 geeignet. Anders herum ist dies jedoch möglich, da die Lizenzen abwärtskompatibel sind.

Unterschiede der Windows Server CALs

  • User CALs
    Eine User CAL gestattet einem Benutzer, eine natürliche Person z.B Mitarbeiter der Firma, den Zugriff auf alle Windows Server im Unternehmen. User CALs müssen einem Benutzer zugewiesen werden und sind nicht beliebig übertragbar (keine Floating License). Die Versionierung muss ebenfalls beachtet werden. Welches Gerät zugreift ist unerheblich.
  • Device CAL
    Eine Device CAL ermöglicht einem Gerät (Rechner, Scanner, Sensor, Leitstand) den Zugriff auf alle Windows Server im Unternehmen. Device CALs müssen einem Gerät zugewiesen werden und sind nicht beliebig übertragbar (keine Floating License). Die Versionierung muss ebenfalls beachtet werden. Welcher Benutzer das Gerät benutzt ist unerheblich.
  • RDS CAL
    Remote Desktop Services (RDS) CALs werden für den Zugriff auf Terminalserver benötigt.
  • RMS CAL
    Rights Management Server (RMS) Rights Management Services (RMS) ermöglichen die Nutzung der Active Directory Rechteverwaltung.
  • Preise für CALs finden Sie auf unserer Windows Server CAL Seite.

Hinweis: CALs dürfen nicht auf neuere Server zugreifen. Bei der Anschaffung von neuen Versionen, zum Beispiel eines Windows Server 2022, können 2019er CALs oder älter nicht mehr verwendet werden. Umgekehrt darf man jedoch mit 2022er CALs auf ältere Server 2019 oder früher zugreifen.

Windows Server Essentials Lizenzierung

Die Essentials Edition wird im Gegensatz zur Standard und Datacenter Edition nicht core-basiert, sondern server-basiert lizenziert. Jede Organisation kann nur einen einzigen Windows Server 2022 Essentials einsetzen. Zusätzlich ist die Hardware auf eine CPU mit maximal 10 Kernen begrenzt. Technisch gesprochen: In einem Netzwerk kann nur ein Essentials Server betrieben werden.

Es dürfen maximal 25 Benutzer auf den Essentials Server zugreifen. Wie bei User CALs sind damit Named User gemeint, also beispielsweise ein bestimmter Mitarbeiter oder ein fester, externer Freiberufler. Mit anderen Worten Der Essentials Server eignet sich für Unternehmen mit maximal 25 Mitarbeitern. Zusätzlich gilt die Beschränkung auf 50 Geräte. Angenommen in Ihrer Organisation gäbe es 15 Mitarbeiter, die über einen Desktop-Rechner, ein Notebook und ein Tablet oder Smartphone auf den Server zugreifen, dann würden diese bereits 45 Devices benötigen. Es blieben also nur noch 5 Mitarbeiter übrig, die nur über ein einziges Device (z.B. deren Desktop-Rechner) mit dem Server arbeiten dürfen. Damit sind dann alle 50 Device Lizenzen “verbraucht”. In diesem Fall können also effektiv nur 20 Benutzer den Essentials Server nutzen.

Windows Server 2022 Essentials als Terminalserver

Der Windows Server Essentials kann auch als Terminalserver eingesetzt werden. Für jeden Zugriff wird dann allerdings zusätzlich eine Remote Desktop Services Zugriffslizenz (RDS CAL) benötigt.

Preise und Informationen finden Sie auf unserer Seite zu den Remote Desktop Services.

Windows Server 2022 LTSC und SAC

Windows Server enthält seit Version 2022 nur noch die LTSC-Version. LTSC-Versionen sind die Basis für traditionelle Applikationen wie Exchange, SQL-Server, Oracle, SAP und Services wie Fileservices, Printservices, Domain Controller. SAC-Versionen sind nicht mehr enthalten.