VMware by Broadcom - und nun?

Die Konsolidierung des VMware-Angebots nach der Übernahme durch Broadcom ist grundsätzlich nicht falsch. Doch für viele Mittelständler und Bestandskunden hat die Vereinfachung einen hohen Preis - für manche zu hoch. Wir zeigen Ihnen, was sich für Sie ändert und welche Optionen Sie haben.

Das neue Sortiment

Broadcom hat kräftig aufgeräumt. Das Haus in Ordnung zu halten und auch einmal richtig auszumisten, ist per se nicht schlecht. Bei VMware hatte sich ein gewisser Wildwuchs entwickelt, der uns einst zur Namensgebung für den Beitrag VMware vSphere Lizenzierung: Der Weg durch den Lizenz-Dschungel inspirierte. Eine Konsolidierung des Sortiments war überfällig. Aber nicht so!

Für VMware-Kunden und für mittelständische Firmen, denen bereits das Essentials Plus Kit ausreichte, sind die Preissteigerungen enorm. Neukunden kommen dagegen besser weg. Für sie wird es teilweise sogar günstiger, solange man Fünfjahreszeiträume betrachtet.

Broadcom hat versucht, das Goldlöckchen Prinzip, auch bekannt als Good–Better–Best Pricing, bei der Konsolidierung des Portfolios umzusetzen. Dies ist allerdings nicht überall wirklich gelungen. Beispielsweise ist die vSAN Lizenzierung recht verwirrend. Dennoch ist die Auswahl einer Edition deutlich einfach geworden. Natürlich muss man bei speziellen Anforderungen immer noch das »Kleingedruckte«, genauer gesagt die Feature-Matrix, studieren.

Ein einfacher Leitfaden zur Auswahl einer passenden vSphere Subscription könnte in etwa so aussehen.

Server-Virtualisierung

Sie möchten Server in Ihrem Rechenzentrum virtualisieren. Storage-Virtualisierung wird entweder nicht benötigt oder ist durch alternative Anbieter wie DataCore oder StorMagic abgedeckt.

➤ Wählen Sie die kleinste Edition (Good): VMware vSphere Standard (VVS).

Vor der Broadcom-Übernahme mussten Sie aus einer Vielzahl von Produkten und Editionen auswählen. Infrage kamen: Essentials Kits, Acceleration Kits, eine der vSphere Editionen oder eine der vielen ROBO vSphere.

Hinweis: Preislich meist uninteressant ist VMware vSphere Essentials Plus (VVEP). Siehe auch unseren Beitrag zur Lizenzierung von »VMware by Broadcom«.

Server-Virtualisierung, Storage-Virtualisierung, Hybrid-Cloud

Sie möchten Server und Storage in Ihrem Rechenzentrum virtualisieren.

➤ Wählen Sie die mittlere Edition (Better): VMware vSphere Foundation (VVF).

Vor der Broadcom-Übernahme kamen vSphere und vSAN oder ein HCI-Kit infrage.

Server-Virtualisierung, Storage-Virtualisierung, Netzwerk-Virtualisierung und Hybrid-Cloud

Die gesamte VMware Plattform in einer Subscription

➤ Wählen Sie die größte Edition (Best): VMware Cloud Foundation (VCF).

Ein vergleichbares Komplettpaket wurde bisher nicht angeboten. Für die gesamte Plattform musste man vSphere und vSAN um weitere Einzelprodukte ergänzen.

Ausdünnung bei VMware Partnern

Broadcom hat nach der Übernahme zunächst alle Partnerverträge gekündigt und nur mit wenigen Partnern neue Verträge abgeschlossen.

Betroffene Systemhäuser

Wenn Sie noch keinen neuen Partnervertrag abgeschlossen haben, dann rufen Sie mich gerne an. Wichtig ist, dass Ihnen und Ihren Kunden durch die Umstellung keine Nachteile entstehen. Es wäre schade, wenn Ihre Investitionen und Ihre VMware-Expertise verloren gingen. Wir haben viel Erfahrung in einem großen, kooperativen Partnernetzwerk und heißen Sie gerne willkommen!

Betroffene Endkunden

Wenn Ihr Partner/Systemhaus keinen neuen Vertrag abgeschlossen hat, dann rufen Sie mich an. Wir möchten, dass Sie von Ihrem bisherigen Partner weiter betreut werden können. Gemeinsam finden wir einen Weg.

Horizon

Broadcom hat Horizon ebenfalls verschlankt und als hübsche Braut der Investmentfirma Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) angeboten. Die waren entzückt, versprachen eine zeitnahe Hochzeit noch in diesem Jahr und lobten eine Mitgift von vier Milliarden Dollar aus.

Über genaue Pläne gibt es keine gesicherten Details. Aus Horizon soll ein eigenständiges Unternehmen werden. Siehe VMware-Broadcom-KKR-Horizon-Übernahme. Wir berichten an dieser Stelle, sobald es neue, belastbare Informationen gibt.

VMware Workstation und Fusion

Seit Mitte Mai hat Broadcom auch die beiden Desktop Hypervisor VMware Workstation Pro (Windows, Linux) und VMware Fusion (macOS) konsolidiert und eine einzige All-inclusive-Subscription daraus gemacht. Der neue Desktop Hypervisor Pro (DHP) enthält die bisherigen Produkte

  • VMware Workstation Pro
  • VMware Workstation Player
  • VMware Fusion Pro und
  • VMware Fusion Player.

Das neue Abonnement ist somit plattformunabhängig und unterstützt Windows-, macOS- und Linux-Hosts.

Preisvergleich VMware vs. VMware by Broadcom

Broadcom steht wegen enorm gestiegener Lizenzkosten in der Kritik. Doch stimmt das wirklich? Die Antwort lautet wie so oft. »Es kommt darauf an«.

Kleinere vSphere Essentials Kit Kunden

Für das kleinste Essentials Kit gibt es de facto keinen Nachfolger. Kunden, für die das Kit geeignet war, haben heute keine bezahlbare Alternative bei VMware. Sie müssten auf die wesentlich teurere Edition VMware vSphere Essentials Plus (VVEP) Subscription oder VMware vSphere Standard (VVS) aufsteigen. In beiden Fällen wird es teuer, sehr teuer, ja, astronomisch teuer.

Wenn Sie ein vSphere Essential Kit nutzen oder nutzen möchten, dann müssen Sie Alternativen außerhalb der VMware by Broadcom Welt suchen. Ich helfe Ihnen gerne dabei.

  • Legacy VMware Essentials Kit

    Enthalten waren drei Hosts mit je zwei CPUs, jedoch ohne vMotion, High Availability (HA) oder andere Enterprise-Features. Das gab es auf fünf Jahre gerechnet für 833,00 €. Leider gibt es keinen Nachfolger. Vergleicht man nun das Essentials Kit mit der neuen VMware vSphere Essentials Plus (VVEP) Subscription, kommt man auf eine enorme Preissteigerung. Eine fünfjährige VVEP Subscription kostet 16.800,00 €, also ca. das 20-fache (Preis: Stand Mai 2024). Und wenn Sie Bestandskunde sind und eigentlich nur noch verlängern müssten, sieht es noch schlimmer aus.

  • Legacy VMware Essentials Plus Kit

    Essential Plus Kits waren ebenfalls für drei Hosts je zwei CPUs ausgelegt, jedoch mit vMotion, Hochverfügbarkeit and anderen wichtigen Funktionen. Für das Plus Kit gibt es einen funktional ähnlichen Nachfolger VMware vSphere Essentials Plus (VVEP). Vergleich man diese beiden Editionen, so ist der Preisunterschied zwar immer noch enorm, aber nicht mehr ganz so absurd. Ein Essential Plus Kit gab es auf fünf Jahre gerechnet für 8.373,00 €. VVEP kostet 16.800,00 €. Für Bestandskunden sieht es auch hier wieder ganz düster aus. Statt der günstigen Verlängerungen müssen Sie teure Subscriptions kaufen. Sie verlieren Ihre Upfront-Investition für die Dauerlizenz.

Bestehende Kunden

So könnte man die Auswirkungen der VMware Übernahme durch Broadcom zusammenfassen: Bestandskunden verlieren Ihr Upfront-Investment für bereits erworbene Perpetual-Lizenzen. Statt den Bestand künftig kostengünstig mit SnS auf dem neuesten Stand zu halten, müssen Sie bei der nächsten Verlängerung auf teurere Abonnements umsteigen.

Man kann Broadcom zugutehalten, dass es legitim ist, Dauerlizenzen abzuschaffen und nur noch Subscriptions anzubieten. Viele andere Software-Anbieter haben das bereits getan oder befinden sich auf dem Weg dorthin. Mehr Entgegenkommen gegenüber treuen Stammkunden hätte man aber schon erwarten können. Alle anderen tun das auch und bieten Übergangslösungen an.

Neuanschaffungen

Ganz anders sieht es bei Neuinvestitionen in vSphere aus. Hier muss man ins Detail gehen und wird feststellen, dass sich die Preissteigerungen im Vergleich zur Legacy-Lizenzierung meist in Grenzen halten und bei einer 5-Jahre-Betrachtung teilweise sogar günstiger sind. Natürlich sind auf lange Sicht, sagen wir 10 Jahre oder mehr, Kauflizenzen mit günstigen Verlängerungsoptionen immer preiswerter, aber wie gesagt. Man muss Software-Anbietern auch gestatten, dem allgemeinen Trend zu folgen und auf Subskriptionsmodelle umzusteigen.

Bekanntlich bestätigen Ausnahmen die Regel. Da Broadcom die vielen unterschiedlichen vSphere und vSAN Editionen und Produkte auf nur noch vier Editionen eingedampft hat, gibt es natürlich auch Verwerfungen. Wenn Sie davon betroffen sind, dann rufen Sie mich an. Vielleicht finden wir gemeinsam eine akzeptable Lösung.

Aber lassen Sie uns Nägel mit Köpfen machen und ein Fünfjahresbeispiel durchrechnen. Nehmen wir zwei kleine Cluster mit je zwei Hosts und acht-Kern-CPUs:

  • Das macht also 4 Hosts und 8 CPUs.
  • Die Legacy vSphere Standard Edition kostete für fünf Jahre 20.427,00 € plus 12.472,00 € für vCenter Server. Insgesamt also 32.944,00 €.
  • Die neue vSphere Standard Subscription für fünf Jahre enthält bereits vCenter und kostet nur 32.000,00 (Preis: Stand Mai 2024).

Sie sehen. Ab vSphere Standard gibt es manchmal sogar Preisvorteile. Das hängt ganz von Ihrem individuellen Bedarf ab.

VMware-Broadcom Alternativen

Die meisten unserer Kunden sind von der Übernahme von VMware durch Broadcom stark betroffen. Viele müssen sich nun nach Alternativen umsehen oder zumindest einen Weg finden, die Kosten in Grenzen zu halten. Hier einige Ideen und Vorschläge.

Alternativen für vSphere Essentials Kit Kunden

Für vSphere Essentials Kit Kunden gib es in der VMware Welt keine Alternative. Sie müssen sich also nach einem anderen Anbieter umsehen. Oder doch nicht? Eigentlich nicht. Die meisten von Ihnen haben Ihre Windows-Server-Infrastruktur bereits lizenziert und bezahlt. Auch für die Virtualisierung. Bevor Sie jedoch zu einem alternativen Anbieter wechseln, sollten Sie genau prüfen, ob nicht eine reine Windows Server und Hyper-V-Lösung die richtige Wahl ist.

Unser Angebot

Wenn Sie keine freien Ressourcen für die Planung und zur Durchführung der Migration haben oder Ihnen die Erfahrung fehlt, dann unterstützen wir Sie gerne. In einem unverbindlichen Online-Assessment schauen wir uns Ihre virtualisierte Umgebung an und machen Ihnen einen Migrationsvorschlag.

Rufen Sie mich an oder senden Sie mir eine E-Mail, um einen Termin zu vereinbaren.

Alternativen für vSphere- und vSAN-Kunden

In größeren Umgebungen ist der Wechsel zu einem alternativen Virtualisierungsanbieter nicht ganz so einfach. Eine Migration ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Andererseits halten sich gerade in größeren Umgebungen die zu erwartenden Kostensteigerungen in Grenzen. Prüfen Sie daher zunächst, ob Sie bei den Lizenzkosten noch weiter sparen können. Denken Sie über neue Hardware nach und passen Sie diese gegebenenfalls an die aktuellen Lizenzierungsregeln an. Ihre Server sollten mindestens mit 16-Kerne-CPUs ausgestattet sein. Sie bezahlen mindestens 16 Kerne pro CPU, auch wenn die CPU weniger physische Kerne hat.

Gerne erstelle ich Ihnen ein Budgetangebot über die zu erwartenden Kosten. Auf Wunsch führen wir bei Ihnen ein unverbindliches Assessment durch. Wir arbeiten nicht exklusiv mit VMware. Es gibt alternative Anbieter, die ebenfalls hervorragende Virtualisierungslösungen anbieten.

Unser Angebot

Sie benötigen Unterstützung bei der Planung und bei der Durchführung einer Migration oder der Einführung einer neuen Lösung? Oder möchten Sie Bereiche Ihres Datacenters modernisieren? Dabei unterstützen wir Sie gerne. In einem unverbindlichen Online-Assessment schauen wir uns Ihre Infrastruktur an und empfehlen Ihnen geeignete Lösungen.

Rufen Sie mich an oder senden Sie mir eine E-Mail, um einen Termin zu vereinbaren.

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Sprechen Sie mich gerne an, wenn Sie Fragen haben oder ein Angebot möchten.
Enrico Köhle
Enrico Köhle
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