Microsoft Product Key oder Lizenz? Erfahrungen mit günstigen Windows- und Office-Angeboten

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Günstige Product Keys für Windows und Office aktivieren meist problemlos, ersetzen aber keine Lizenz. Ohne Nutzungsrecht haften Sie für die Nutzung, auch wenn Sie nichts davon wussten. So erkennen Sie, ob bei einem Key-Angebot eine Lizenz dabei ist.

Aktualisiert am:

Ein Product Key ist keine Lizenz

Ein Product Key, auf Deutsch Produktschlüssel, ist eine 25-stellige Zeichenkette, mit der Sie Windows oder Office aktivieren. Die Lizenz ist etwas anderes: das Recht, die Software zu nutzen. Dieses Recht räumt Microsoft vertraglich ein, etwa über einen Volumenlizenzvertrag, eine Product Key Card oder eine OEM-Lizenz mit Echtheitszertifikat. Bei Gebrauchtsoftware geht das Recht unter bestimmten Bedingungen vom Erstkäufer auf den Zweitkäufer über. Der Key allein überträgt kein Recht.

Dass ein Key funktioniert, sagt deshalb nichts über die Lizenz aus. Die Aktivierungsserver von Microsoft prüfen nur, ob der Key gültig und noch nicht verbraucht ist. Sie prüfen nicht, ob Sie ihn nutzen dürfen. Keys aus Volumenverträgen, aus Entwickler- und Bildungsprogrammen, aus Testversionen oder von OEM-Lizenzen aktivieren einwandfrei. Ein Nutzungsrecht bekommen Sie damit nicht, weil der ursprüngliche Lizenznehmer diese Keys vielleicht gar nicht weitergeben durfte.

Anders als beim Kauf einer Sache gibt es im Urheberrecht keinen gutgläubigen Erwerb. Wer ein Nutzungsrecht von jemandem kauft, der es nicht hat, erwirbt nichts. Das gilt auch dann, wenn Sie von der Herkunft des Keys nichts wussten. Die Folgen tragen Sie als Nutzer: Microsoft kann den Key sperren, die Nutzung untersagen und eine Nachlizenzierung zum Listenpreis verlangen. Bei offensichtlich unrealistischen Preisen kann zusätzlich eine Strafbarkeit nach § 106 UrhG im Raum stehen. An Einkäufer, Administratoren und Geschäftsführer stellen Gerichte dabei höhere Anforderungen als an Privatpersonen.

So haben wir geprüft

Kunden fragen uns regelmäßig, ob ein bestimmter Anbieter günstiger Windows- oder Office-Keys seriös ist. Ob ein Anbieter rechtmäßig handelt, können wir nicht beurteilen, das entscheiden Gerichte. Was wir können, ist hinsehen. Deshalb haben wir Anbieter, nach denen wir häufig gefragt werden oder die in Suchmaschinen für günstige Keys weit oben stehen, nach denselben vier Punkten geprüft:

  • Preis: Was kostet ein konkretes Produkt am Stichtag, und wie verhält sich das zum Listenpreis? Ein Preis weit darunter ist kein Beweis, aber der Anlass für die übrigen Punkte.
  • Lieferumfang: Was nennt die Angebotsbeschreibung als Lieferung? Nur Produktschlüssel, Download und Rechnung, oder auch eine Lizenz oder ein Lizenzdokument?
  • Herkunft und Lizenzform: Sagt der Anbieter, aus welchem Lizenzprogramm die Software stammt und wer der ursprüngliche Lizenznehmer war? Bei Gebrauchtsoftware: Gibt es die Nachweiskette zum Erstkäufer?
  • Impressum: Welche Firma nennt das Impressum, und stimmen Registergericht, Registernummer und Geschäftsführung mit dem Handelsregister überein?

Jeder Abschnitt gibt wieder, was am genannten Stichtag auf der Website des Anbieters und im Handelsregister zu sehen war. Bestellt haben wir bei keinem der Anbieter. Die Quellen sind verlinkt, wo möglich auf einen archivierten Stand. Worauf Sie beim Kauf von Software-Lizenzen achten sollten, steht weiter unten im Abschnitt „Woran Sie erkennen, ob eine Lizenz dabei ist“.

Zwei Dinge sollten Sie wissen. Erstens: Wir verkaufen selbst Microsoft-Lizenzen und stehen damit im Wettbewerb mit den genannten Anbietern. Zweitens: Websites ändern sich. Ein Anbieter, der uns belegt, dass eine Angabe nicht mehr zutrifft oder nie zutraf, erreicht uns über die im Impressum genannte Adresse. Wir prüfen das und berichtigen den Abschnitt.

SoftwareKing24 Erfahrungen

Stand 16. September 2026. Alle Angaben beziehen sich auf diesen Tag.

PrüfpunktBefund
PreisOffice 2024 Standard  für 24,99 €, daneben „Ursprünglicher Preis war: 79,99 €“.
Lieferumfang„Sofortiger Download & Aktivierung“, „digitaler Versand per E-Mail“, „Aktivierung auf 1 PC“, „Deutsche Rechnung inkl. MwSt.“, „Lebenslange Ersatzgarantie“. Kein Lizenzdokument genannt. AGB  Ziffer 1.3: „Mit dem Kauf eines Lizenzschlüssels erwirbt der Kunde lediglich das Recht zur Nutzung der jeweiligen Software im Rahmen der Lizenzbestimmungen des Herstellers.“
Herkunft und Lizenzform„Unbegrenzte Vollversion vom zertifizierten Microsoft Gold Partner“, „Bereits über 45.000 Mal erfolgreich aktiviert“. Kein Lizenzprogramm, kein ursprünglicher Lizenznehmer genannt.
ImpressumEinzelunternehmen Softwareking24 , Reppichau (Sachsen-Anhalt), mit Umsatzsteuer-ID. Kein Handelsregistereintrag angegeben, Registerabgleich nicht möglich.

Best Practice: Lizenzprogramm und ursprünglichen Lizenznehmer vor dem Kauf schriftlich bestätigen lassen.

SoftwareSolution24 Erfahrungen

Stand 10. September 2026. Alle Angaben beziehen sich auf diesen Tag.

PrüfpunktBefund
PreisOffice 2024 Professional Plus  als Sofort-Download für 31,99 €, auf USB-Stick 36,99 €, auf DVD 40,99 €, jeweils daneben durchgestrichen 249,99 €.
Lieferumfang„Lizenzübersicht“ mit Edition, Lieferweg („Sofort-Download per E-Mail oder Lieferung per USB/DVD“), Plattform, Architektur, Anwendungen und Aktivierung per „Key“. Werbung mit „geprüften und transparenten Lizenzinformationen“. Kein Lizenzdokument genannt.
Herkunft und LizenzformKeine Angabe zu Lizenzprogramm, ursprünglichem Lizenznehmer oder neu/gebraucht. AGB  Ziffer 4.2: Kunde erhält „ein nicht ausschließliches, zeitlich unbeschränktes Recht zur Nutzung der Ware im in dem Vertrag eingeräumten Umfang“.
ImpressumEinzelunternehmen Software Solution 24 , Hamburg, mit Umsatzsteuer-ID. Kein Handelsregistereintrag angegeben; ein Einzelunternehmen ist nicht in jedem Fall eintragungspflichtig, Registerabgleich nicht möglich.

Best Practice: Das Lizenzdokument anfordern, aus dem sich der in den AGB genannte Nutzungsumfang ergibt.

Officekey24 Erfahrungen

Stand 10. September 2026. Alle Angaben beziehen sich auf diesen Tag.

PrüfpunktBefund
PreisOffice 2024 Professional Plus  für 159,90 €, daneben durchgestrichen 319,90 €, „-50 % Rabatt“, „Bereits 3.257-mal verkauft“.
Lieferumfang„Produktcode für Office 2024 Professional Plus, Download-Anleitung, Installationshilfe, Support durch Officekey24“; Werbung mit „Legaler & geprüfter Produktschlüssel“ und „Sofortige Lieferung per E-Mail“. Kein Lizenzdokument genannt. AGB  Ziffer 7.1: Lizenzschlüssel berechtigt zur Nutzung „in dem dort beschriebenen Umfang“ der Produktbeschreibung.
Herkunft und LizenzformZwei Angaben: „Wir kaufen Produktschlüssel in großen Mengen direkt von autorisierten Distributoren“ und, unter Berufung auf die Gebrauchtsoftware-Rechtsprechung, „Alle Produktschlüssel sind gemäß EU-Recht zum Weiterverkauf zugelassen (EuGH-Urteil C-128/11)“. Welche Herkunft für ein konkretes Angebot gilt, nicht angegeben. Hinweis: „Es besteht keine direkte Vertragsbeziehung zwischen dem Kunden und der Microsoft Corporation.“
Impressum1a-lizenz UG (haftungsbeschränkt) , Hildesheim, Amtsgericht Hildesheim HRB 209918, eingetragen seit Dezember 2024. Registergericht, Nummer und Geschäftsführung stimmten mit dem Handelsregister überein.

Best Practice: Bei mehreren Herkunftsangaben schriftlich bestätigen lassen, welche für das konkrete Angebot gilt.

Software-Guru Erfahrungen

Stand 10. September 2026. Alle Angaben beziehen sich auf diesen Tag.

PrüfpunktBefund
PreisOffice 2024 Professional Plus  für 22,44 €, wahlweise für 1, 3, 5 oder 10 PCs.
LieferumfangZustellung „innerhalb von 30 Sekunden nach Zahlungseingang per Email“ mit Downloadlink, Produktschlüssel und Installationsanleitung; „dauerhaft gültige, sofort aktivierbare Originalsoftware“. AGB  Ziffer 2.1: Verkäufer schuldet „die Überlassung der Produktschlüssel / Aktivierungsschlüssel“; Ziffer 8: Kunde erhält „keine Lizenz Bestimmungen des jeweiligen Software-Herstellers“.
Herkunft und LizenzformKein Lizenzprogramm, kein ursprünglicher Lizenznehmer genannt. FAQ  erklärt OEM-Keys und rät zur Microsoft-Hotline: „Hier sollten Sie jedoch nicht zwingend erzählen, dass Sie den Key auf einem anderen PC nutzen möchten.“
ImpressumRevero Software LTD , 128 City Road, London, Company Nr. 16046141, Umsatzsteuer-ID „Nicht vorhanden“. Laut Companies House  gegründet am 28. Oktober 2024, aufgelöst am 7. April 2026 („Dissolved“). AGB nennen als Verkäufer eine „Software Guru LLC“. Vertragspartner am Stichtag aus der Website nicht ermittelbar.

Best Practice: Vertragspartner aus Impressum und AGB abgleichen und im Handelsregister prüfen.

Lizenzdoc Erfahrungen

Stand 10. September 2026. Alle Angaben beziehen sich auf diesen Tag.

PrüfpunktBefund
PreisOffice 2021 Professional  für 29,90 €, daneben durchgestrichen 599,00 € („95,01 % gespart“).
Lieferumfang„Key innerhalb 30 Sekunden erhalten“, Produktschlüssel per E-Mail, Download bei Microsoft. Keine Lizenz, kein Lizenzdokument genannt.
Herkunft und LizenzformRechtlicher Hinweis : „Es handelt sich dabei nicht um eine Lizenz, sondern um eine von Rechtswegen erschöpfte Software.“ Keys stammten laut Händler von Erstkäufern. Dokumentation der Nutzungsrechte nur auf Anfrage.
ImpressumEDV-Vino UG (haftungsbeschränkt) , Ascheberg, Amtsgericht Coesfeld HRB 22471. Registergericht, Nummer und Geschäftsführung stimmten mit dem Handelsregister überein.

Best Practice: Bei Gebrauchtsoftware die Dokumentation zu Erstkäufer und Unbrauchbarmachung vor dem Kauf anfordern.

SoftwareShark Erfahrungen

Stand 10. September 2026. Alle Angaben beziehen sich auf diesen Tag.

PrüfpunktBefund
PreisOffice 2021 Professional Plus  für 12,95 €, wahlweise Sofortdownload, DVD oder USB-Stick.
Lieferumfang„KEIN MAC !!! Sie erhalten von Softwareshark das Office 2021 Professional Plus. Bei der Download Variante erhalten Sie innerhalb von 5 Minuten per E-Mail Ihr Produktschlüssel.“ Aktivierungscode, Installationsanleitung und Rechnung per E-Mail. AGB  Ziffer 8: Kunde erhält „keine Lizenz Bestimmungen des jeweiligen Software-Herstellers“.
Herkunft und LizenzformKein Lizenzprogramm, kein ursprünglicher Lizenznehmer genannt. FAQ  erklärt den Unterschied zwischen OEM- und Retail-Keys, ohne anzugeben, welche Art der Shop liefert.
ImpressumRevero Software Ltd , „128 Stadtstraße, EC1V 2NX London“, Handelsregister 16046141, laut Companies House  aufgelöst am 7. April 2026. AGB nennen als Verkäufer die Software Shark UG (haftungsbeschränkt); im Handelsregister ist eine SoftwareShark UG beim Amtsgericht Hamburg unter HRB 174342 eingetragen, das Impressum nennt sie nicht. Dieselbe Londoner Gesellschaft stand am Stichtag auch im Impressum von Software-Guru.

Best Practice: Vertragspartner aus Impressum und AGB abgleichen und im Handelsregister prüfen.

Woran Sie erkennen, ob eine Lizenz dabei ist

Das erste Signal ist der Preis. Office Professional Plus gibt es nur über Volumenlizenz- und Partnerprogramme wie CSP, zu Preisen von mehreren hundert Euro. Angebote für 19,95 €, 29,95 € oder 99,95 € lassen sich mit einer neuen Lizenz nicht erklären, bei Gebrauchtsoftware nur mit einer Nachweiskette zum Erstkäufer. Ein Preis deutlich unter dem Marktniveau ist noch kein Beweis, aber der Anlass, die folgenden Punkte zu prüfen.

Das zweite Signal ist der Lieferumfang. Lesen Sie in der Angebotsbeschreibung nach, was Sie tatsächlich erhalten. Steht dort „Produktschlüssel, Download, Anleitung, Rechnung“ und nichts von einer Lizenz, dann bekommen Sie genau das: einen Key. Manche Anbieter nennen eine Lizenzdokumentation „auf Anfrage“. Fordern Sie diese vor dem Kauf an. Was ein Händler hat, kann er vorher zeigen.

Das dritte Signal sind die Werbeversprechen. Formulierungen wie „lebenslange Lizenz“, „rechtssicher lizenziert“ oder „100 % legal“ ersetzen keinen Nachweis. Fragen Sie nach, aus welchem Lizenzprogramm die Software stammt und wer der ursprüngliche Lizenznehmer war. Ohne diese Angaben können Sie die Herkunft nicht prüfen und setzen sich der Gefahr aus, Software ohne gültige Lizenz einzusetzen.

Das vierte Signal ist das Impressum. Prüfen Sie, ob die dort genannte Firma existiert, ob die Geschäftsführung mit dem Handelsregister übereinstimmt und ob die Adresse ein Geschäftssitz ist. Registerdaten finden Sie kostenlos im Handelsregister  oder bei North Data . Ein Anbieter, der nur einen Firmennamen ohne Anschrift nennt oder dessen Impressum vom Register abweicht, ist für Sie im Streitfall nicht greifbar.

Zusammengefasst prüfen Sie vor dem Kauf:

  • Liegt der Preis weit unter dem Listenpreis?
  • Nennt der Lieferumfang eine Lizenz oder nur einen Key?
  • Kann der Händler Lizenzprogramm und Herkunft belegen?
  • Stimmt das Impressum mit dem Handelsregister überein?

Wenn Sie Zweifel an der Seriosität eines Händlers haben, bestellen Sie auf Rechnung und zahlen Sie erst, wenn die Lizenzunterlagen vorliegen und Sie sie geprüft haben. Lässt sich der Händler darauf nicht ein, ist das ein weiteres Warnsignal. Bewahren Sie Rechnung und Unterlagen dauerhaft auf. Lizenzprüfungen und Ermittlungsverfahren können Jahre nach dem Kauf  kommen.

Microsoft warnt vor Product Keys als angebliche Lizenzen

Microsoft hat 50.000 Product Keys gesperrt, die als Lizenzen für Windows und Office verkauft worden waren. Tatsächlich stammten sie meist aus befristeten Testversionen, aus OEM-Lizenzen und aus Volumenverträgen von Bildungseinrichtungen. Oliver Gronau, damals Director Software Compliance and AntiPiracy bei Microsoft Deutschland: „Wenn ein Händler eine Lizenz von Microsoft Office Professional für weniger als beispielsweise 80 Euro anbietet, sollte jeder Interessent aufhorchen.“ Microsoft rät zu besonderer Vorsicht, wenn ein Händler nur einzelne Keys verkauft, ohne zu erklären, woher sie stammen.

Vollständige Pressemitteilung lesen …

Wie das Geschäft mit Keys ohne Lizenz funktioniert

Jeder Product Key gehört zu einer Lizenz, und diese Lizenz sagt, wer die Software nutzen darf. Ein Key aus einem Volumenlizenzvertrag darf nur der Vertragspartner auf seinen eigenen Geräten einsetzen. Ein Key aus einem Bildungsprogramm gehört der Hochschule oder Schule, die ihn erhalten hat. Ein Key aus einem Entwicklerabonnement ist für Entwicklung und Test bestimmt, nicht für den Produktivbetrieb. Bei OEM-Software gehört der Key zum Echtheitszertifikat, das mit ihr ausgeliefert wird, bei Windows dem COA-Aufkleber mit Hologramm, bei Server- und Volumen-OEM-Lizenzen einem Lizenzdokument; OEM-Software darf ohne Gerät weiterverkauft werden, aber nur zusammen mit diesem Nachweis. Wird ein Key aus seinem Vertrag herausgelöst und an jemand anderen verkauft, nimmt er die Lizenz nicht mit. Der Käufer erhält eine funktionierende Zeichenkette, aber kein Recht, die Software zu nutzen. Genau um diese Keys geht es: Keys, die ohne die Lizenz weitergegeben werden, zu der sie gehören.

Woher sie stammen, hat Microsoft in seiner Pressemitteilung beschrieben: aus zeitlich befristeten Lizenzen für Testversionen und Entwicklerprogramme, aus Volumenlizenzen für Bildungseinrichtungen und aus OEM-Lizenzen, die „meist ohne Wissen der eigentlichen Lizenznehmer“ weiterverkauft werden. Ein einzelner Volumenlizenzschlüssel kann Hunderte Installationen aktivieren; wer ihn abgreift, kann ihn Hunderte Male verkaufen. Der Key lässt sich in Sekunden per E-Mail liefern, kostet weder Lager noch Versand und ist für den Käufer nicht von einem Key aus einer regulären Lizenz zu unterscheiden.

Daneben gibt es einen legalen Weg zu günstigen Keys: den Handel mit Gebrauchtsoftware. Der Europäische Gerichtshof und der Bundesgerichtshof haben entschieden, dass eine einmal in der EU verkaufte Lizenz weiterverkauft werden darf, auch aus Volumenverträgen heraus. Hier wandert die Lizenz mit dem Key, unter einer Bedingung: Der Erstkäufer muss seine Kopie unbrauchbar gemacht haben, und der Zweitkäufer muss das nachweisen können. Ein Händler, der diesen Weg geht, hat die Nachweiskette und kann sie vorlegen. Ein Händler, der losgelöste Keys verkauft, hat sie nicht. Von außen sehen beide Angebote gleich aus: Key, Download, Rechnung, niedriger Preis.

Technisch funktioniert beides, weil die Aktivierungsserver nur prüfen, ob ein Key gültig und noch nicht verbraucht ist, nicht, ob der Nutzer ihn verwenden darf. Wirtschaftlich funktioniert es, weil der Preis nicht die Lizenz abbildet, sondern den Aufwand des Händlers, und der ist bei einem weitergereichten Key gering. Rechtlich trägt das Risiko der Käufer: Erkennt Microsoft den Missbrauch, wird der Key gesperrt, wie bei den 50.000 Keys, deren Sperrung Microsoft in der Pressemitteilung unten beschreibt. Der Händler hat dann geliefert, was seine Geschäftsbedingungen versprechen, häufig nur die Überlassung eines Schlüssels. Der Käufer steht ohne Nutzungsrecht da und muss neu lizenzieren.

Für den Einkauf heißt das: Bei einem Anbieter, den Sie nicht kennen, können Sie am Angebot nicht ablesen, ob der Key seine Lizenz mitbringt oder ohne sie unterwegs ist. Das einzige Unterscheidungsmerkmal sind die Lizenzunterlagen. Lassen Sie sich vor dem Kauf zusichern, welche Dokumente Sie erhalten, und zwar konkret benannt: Lizenzform, Lizenzprogramm, bei Gebrauchtsoftware die Nachweiskette zum Erstkäufer. Eine pauschale Werbeaussage wie „rechtssicher lizenziert“ ist keine solche Zusicherung.

Wer Software einsetzt, ist für die Lizenz verantwortlich. In Unternehmen trifft das den Einkauf, die IT-Leitung und die Geschäftsführung: Bei einer Lizenzprüfung müssen sie für jede Installation ein Nutzungsrecht nachweisen können. Guter Glaube hilft dabei nicht, weil ein Nutzungsrecht nur von dem erworben werden kann, der es hat.

Lizenzen mit Nachweis gibt es über vier Wege. Welcher passt, hängt von der Unternehmensgröße und davon ab, ob Sie kaufen oder mieten wollen; die Einzelheiten stehen auf unserer Seite zur Microsoft-Lizenzierung.

  • Volumenlizenzprogramme wie Open Value für Unternehmen ab fünf Lizenzen. Der Nachweis ist der Vertrag und der Eintrag im Microsoft Volume Licensing Center.
  • CSP für Microsoft 365 und viele Dauerlizenzen, bezogen über einen Microsoft-Partner. Der Nachweis ist die Zuweisung im Tenant und die Rechnung des Partners.
  • Einzelhandelslizenzen als Product Key Card oder Download (ESD) von autorisierten Händlern. Der Nachweis ist die Karte oder die Bestellbestätigung, jeweils mit Rechnung.
  • OEM-Lizenzen mit Echtheitszertifikat, siehe den nächsten Abschnitt.

Dazu kommt Gebrauchtsoftware mit der Nachweiskette zum Erstkäufer, wie oben beschrieben.

Zur Einordnung der Preise aus dem Abschnitt „Woran Sie erkennen, ob eine Lizenz dabei ist“: So viel kostet eine Lizenz mit Nachweis über die regulären Bezugswege, hier eine CSP-Lizenz für Office Professional Plus 2024 und Office Home & Business 2024 als Download oder Product Key Card, jeweils netto für gewerbliche Kunden.

Unser Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmen, gewerbliche Endkunden sowie öffentliche und gemeinnützige Einrichtungen. Alle Preise verstehen sich netto zzgl. gesetzlicher Mehrwertsteuer. Preisänderungen und Irrtümer vorbehalten.
Unser Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmen, gewerbliche Endkunden sowie öffentliche und gemeinnützige Einrichtungen. Alle Preise verstehen sich netto zzgl. gesetzlicher Mehrwertsteuer. Preisänderungen und Irrtümer vorbehalten.

Weitere Preise:

Was ist ein Echtheitszertifikat (COA)?

Das Echtheitszertifikat (Certificate of Authenticity, COA) ist der Lizenznachweis bei OEM- und ROK-Lizenzen. Es ist ein Aufkleber mit Hologramm und Sicherheitsmerkmalen, der auf dem Gerät oder auf der Verpackung angebracht ist und den Product Key trägt. Bei einer Lizenzprüfung belegt das COA, dass die Lizenz von Microsoft stammt. Wer OEM-Software ohne COA erhält, hat einen Key, aber keinen Nachweis.

Das COA schützt nicht vor jedem Missbrauch: Der aufgedruckte Key kann bereits auf einem anderen System aktiviert worden sein. Deshalb gehört auch bei OEM-Software die Rechnung zum Nachweis.

Vollständige Pressemitteilung von Microsoft

Unterschleißheim, 03. Dezember 2014.

Quelle: Microsoft Deutschland GmbH, Pressemitteilung vom 03.12.2014 bei Pressebox , Bericht bei Computerwoche .

Mit der Sperrung von 50.000 Product Keys wehrt sich Microsoft gegen eine neue Art von Softwarepiraterie. Die 25-stelligen Zeichenketten für die Aktivierung von Windows oder Office wurden als angebliche Lizenzen verkauft. In Wirklichkeit gehören die Product Keys jedoch meist zu zeitlich befristeten Lizenzen für Testversionen oder zu OEM-Lizenzen und wurden illegal vertrieben. Außerdem hat Microsoft in jüngster Zeit mehrere einstweilige Verfügungen gegen Anbieter manipulierter Lizenzen erwirkt und zahlreiche Angebote auf Handelsplattformen beenden lassen. Nutzer gehen bei der Verwendung falscher Product Keys erhebliche Risiken ein.

Microsoft geht seit Jahren konsequent gegen den Verkauf gefälschter Software vor. Allein in den vergangenen beiden Jahren wurden Hunderttausende gefälschte Datenträger - allen voran Windows 7 Recovery DVDs - und gefälschte Echtheitszertifikate (sogenannte COAs) sichergestellt.

"In Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden konnten eine Vielzahl von betrügerischen Händlern gestoppt und kriminelle Netzwerke zerschlagen werden", erklärt Oliver Gronau, Director Software Compliance and AntiPiracy bei Microsoft Deutschland. "Gerade der Fall PC Fritz, der im Januar in die Hauptverhandlung geht, zeigt, dass auch die dreistesten Betrüger früher oder später geschnappt werden." Nicht zuletzt aufgrund dieser Ermittlungserfolge hat der Handel mit gefälschten Datenträgern in den vergangenen Monaten merklich nachgelassen.

Lukrativer Betrug mit manipulierten Lizenzen

Stark zugenommen hat dagegen eine neue Form der Software-Piraterie: Der Verkauf einzelner Product Keys als angebliche Lizenzen für Microsoft Windows und Microsoft Office. Für betrügerische Händler ist diese Art des Vertriebs offensichtlich besonders lukrativ:

"Sie müssen keine gefälschten Datenträger herstellen und importieren lassen und schließen so das Risiko einer Grenzbeschlagnahmung durch den Zoll aus", so Oliver Gronau. "Auch im Fall einer Durchsuchung werden keine gefälschten Datenträger, sondern schlimmstenfalls Listen mit Product Keys gefunden."

Die manipulierten Schlüssel werden meist über das Internet als echte Software-Lizenzen angeboten. In Wirklichkeit gehören sie jedoch vielfach zu zeitlich befristeten Lizenzen für Testversionen oder für Softwareentwickler, zu Volumenlizenzen für Bildungseinrichtungen oder zu OEM-Lizenzen und werden illegal vertrieben - meist ohne Wissen der eigentlichen Lizenznehmer.

Nutzer gehen bei der Verwendung gefälschter Product Keys erhebliche Risiken ein. Manipulierte Lizenzen sind nicht für Microsoft-Updates berechtigt. Deshalb sind die Rechner und Daten der Anwender oftmals schon nach kurzer Zeit nicht mehr wirksam vor Angriffen geschützt. Es wurden aber auch schon manipulierte Windows-Versionen entdeckt, die selbst Schadsoftware enthalten. Und selbst wenn Kunden Product Keys zum Schnäppchenpreis erwerben, so ist der Kaufpreis doch in jedem Fall verloren, wenn die Fälschung aufgedeckt und der Product Key gesperrt wird.

Bei Schnäppchenpreisen aufhorchen

"Wir warnen Anwender vor auffallend günstigen Angeboten", so Oliver Gronau. "Wenn ein Händler eine Lizenz von Microsoft Office Professional für weniger als beispielsweise 80 Euro anbietet, sollte jeder Interessent aufhorchen. Denn diese wird von Microsoft nur im Rahmen von Volumenlizenzverträgen und speziellen Sonderprogrammen für Händler und Entwickler vertrieben und hat einen Marktwert (UVP) von ca. 500 Euro."

Einzelne Händler versuchen den niedrigen Preis damit zu erklären, dass es sich um "gebrauchte" Lizenzen handele. Sie können aber meist weder Details zur Herkunft nennen, noch mitteilen, ob die Keys zu zeitlich unbefristeten Lizenzen gehören und in welcher Form die angeblich gebrauchte Software beim Ersterwerber gelöscht wurde. Oliver Gronau:

"Grundsätzlich ist besondere Vorsicht geboten wenn ein Händler nur einzelne Product Keys verkauft, ohne zu erklären, woher diese stammen." Anbietern von illegalen Produkten drohen sowohl strafrechtliche als auch zivilrechtliche Sanktionen.

Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hat bereits Anfang des Jahres entschieden, dass der Verkauf einzelner Microsoft-Echtheitszertifikate mit aufgedruckten Product Keys als angebliche Lizenzen sowohl urheberrechtlich als auch markenrechtlich unzulässig ist.[1] Konsequenterweise hat das Landgericht (LG) München Anfang November auch den Verkauf einzelner Product Keys als Lizenzen bzw. Lizenzschlüssel im Wege einstweiliger Verfügungen verboten.[2] Entsprechende Fälle waren erstmals vor ein paar Jahren aufgetaucht und im Sinne von Microsoft und anderen Rechteinhabern entschieden worden.[3] In einem Fall hatte das OLG Zweibrücken sogar entschieden, dass sich ein Rechtsanwalt seinem eigenen Mandanten gegenüber schadenersatzpflichtig macht, wenn er ihn dahingehend berät, dass der Handel von Seriennummern als Lizenz für ein bestimmtes Computerprogramm rechtmäßig sei.[4]

  • [1] OLG Frankfurt, Entscheidung vom 31.01.2014, Az.: 11 W 34/12.
  • [2] So etwa LG München, Entscheidung vom 04.11.2014, Az.: 33 O 20241/14.
  • [3] So etwa LG Frankfurt, Entscheidung vom 19.11.2008, Az.: 2-06 O 437/08.
  • [4] OLG Zweibrücken, Entscheidung vom 24.02.2011, Az.: 4 U 74/10.

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Avatar von Edith Drotleff