Achtung! Microsoft Produkt Key Softwarepiraterie bei Windows und Office

Microsoft geht gegen betrügerischen Verkauf von Product Keys für Microsoft Windows und Microsoft Office vor. In einer Pressemitteilung wird auf die Verbreitung von falschen Lizenzschlüsseln hingewiesen und erklärt, wie man gefälschte Software erkennt. Betroffen sind vorwiegend Lizenzschlüssel von Microsoft Windows und Microsoft Office.

Wir sprechen in diesem Artikel von illegalen Lizenzkeys. Das ist nicht ganz korrekt. Gemeint ist damit der Vertrieb echter Lizenzkeys ohne gültige Lizenz. Die Nutzung kostenpflichtiger Software ohne gültige Lizenz ist illegal.

Woran erkennt man illegale Lizenzschlüssel?

Meistens bereits am Preis. Ein legales Microsoft Office inklusive gültiger Lizenz kostet nicht 19,95 €, 29,95 € oder 99,95 €, sondern ein Vielfaches davon!

Es gibt Ausnahmen, wenn es sich um gebrauchte Software handelt. Das Thema ist jedoch kompliziert und die rechtssicher Übertragung einer Lizenz sollten Sie in diesem Fall unbedingt prüfen (lassen).

Seriöse Anbieter sind immer von Microsoft zertifiziert und verkaufen auch Volumenlizenzen oder CSP-Lizenzen. CSP-Lizenzen richten sich an Unternehmen jeder Größe. Es folgen Preisbeispiele für eine legale CSP-Lizenz von Office Professional Plus 2021 und eine legale PKC-Lizenz von Microsoft Office Home & Business 2021:

Wir kennen bisher nur Betrugsfälle, bei denen Lizenzschlüssel ohne gültige Lizenz für Produkte, die regulär 200,00 €, 300,00 € oder mehr kosten, für einen Bruchteil des Preises vertrieben wurden. Der Verkauf von Lizenzkeys ohne gültige Lizenz zu regulären Marktpreisen ist eher selten.

Microsoft Pressemitteilung

Unterschleißheim, 03. Dezember 2014. Mit der Sperrung von 50.000 Product Keys wehrt sich Microsoft gegen eine neue Art von Softwarepiraterie. Die 25-stelligen Zeichenketten für die Aktivierung von Windows oder Office wurden als angebliche Lizenzen verkauft. In Wirklichkeit gehören die Product Keys jedoch meist zu zeitlich befristeten Lizenzen für Testversionen oder zu OEM-Lizenzen und wurden illegal vertrieben. Außerdem hat Microsoft in jüngster Zeit mehrere einstweilige Verfügungen gegen Anbieter manipulierter Lizenzen erwirkt und zahlreiche Angebote auf Handelsplattformen beenden lassen. Nutzer gehen bei der Verwendung falscher Product Keys erhebliche Risiken ein.

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Wer verkauft illegale Lizenzkeys?

Täglich fragen uns Kunden, ob diese oder jene Firma unrechtmäßig mit Lizenzschlüsseln handelt. Das können wir natürlich nicht abschließend beantworten und müssen wie alle anderen den Ausgang anhängiger Gerichtsverfahren abwarten. Bei einigen Firmen sollten Sie das Angebot genau prüfen.

Lizenzguru Erfahrungen

Stand 14. Oktober 2022
Lizenzguru vertreibt auffällig günstige Microsoft Windows und Microsoft Office Versionen. Teilweise wirbt Lizenzguru im Online-Shop mit “Lebenslanger Lizenz” und “Rechtssicher lizenziert”.

Bei Lizenzguru fällt der nicht im Impressum eingetragene, zumindest ehemalige Geschäftsführer Emran Saljihi auf. Er ist in weiteren, ähnlichen Firmen, wie IT-Nerd 24 GmbH als GF tätig. Quelle: North Data

Unser Rat: Bestehen Sie auf die Aushändigung der Lizenzdokumente, prüfen diese, und verlangen Sie im Zweifelsfall eine kostenlose Rückabwicklung.

SoftwareKing24 Erfahrungen

Stand 08. Oktober 2022
SoftwareKing24 vertreibt ebenfalls günstige Microsoft Windows und Microsoft Office Versionen. Allerdings verspricht SoftwareKing24 in seinen Angeboten lediglich einen Lizenzschlüssel und keine Lizenz. Das kann für Sie als Käufer problematisch werden. Auch wenn Key, Download und Installation funktionieren, dürfen Sie die Software nur mit einer gültigen Lizenz nutzen. Dazu gibt es viele Berichte.

Firmenadresse

Manchmal ist ein Blick auf die Firmenadresse des potenziellen Geschäftspartners hilfreich. So sieht SoftwareKing24 bei Google Streetview aus.

Unser Rat: Bestehen Sie auch hier auf die Aushändigung der Lizenzdokumente! Bewahren Sie alles sorgfältig auf. Bis eventuell die Staatsanwaltschaft kommt, kann es dauern.

SoftwareSolution24 Erfahrungen

Stand 13. Oktober 2022
Bei SoftwareSolution24 haben wir ein günstiges Microsoft Windows 11 Pro angeschaut. Im Shop steht “Anzahl Lizenzen: 1 PC”. Das suggeriert, dass dem Angebot eine gültige Lizenz zugrunde liegt.

Unser Rat: Auf dem Lizenznachweis bestehen und sorgfältig prüfen und mehrere Jahre aufbewahren. Wichtig! Einige Publikationen raten zur Aufbewahrung der Rechnung. Das reicht natürlich nicht. Eine Rechnung ist ein Kaufnachweis, aber keine Lizenz.

Software-Guru Erfahrungen

Stand 18. Oktober 2022
Software-Guru vertreibt auffällig günstige Microsoft Windows und Microsoft Office Versionen. Zum Lieferumfang schreibt Software-Guru (Office 2021 Standard, Stand 18. Oktober 2022):

Sie erhalten von Software-Guru.Shop das Microsoft Office 2021 Standard - Produktschlüssel in der Variante Download 32/64Bit ab Windows 10, KEIN MAC!

Eine Lizenz ist vermutlich nicht enthalten.

Unser Rat: Bestehen Sie auf die Aushändigung der Lizenzdokumente. Wenn Sie Software ohne gültige Lizenz installieren und nutzen, machen Sie sich strafbar. In entsprechender Position (Einkauf, Admin, IT-Leiter, Geschäftsführer etc.) und als Gewerbetreibender können Sie sich nicht auf Unwissenheit berufen. Selbst Privatpersonen werden belangt.

Lizenzdoc Erfahrungen

Stand 19. Oktober 2022
Lizenzdoc vertreibt auffällig günstige Microsoft Windows und Microsoft Office Versionen. Zum Lieferumfang fanden wir beim getesteten Office 2021 Professional keine eindeutigen Angaben. Ein Key soll innerhalb von 30 Sekunden geliefert werden. Eine Lizenz wird nicht erwähnt.

Zu denken geben die miserablen Google Bewertungen. Die Google Streetview-Ansicht des Büros steht im krassen Widerspruch zu dem vom Inhaber selbst veröffentlichten schicken Büro ohne Mitarbeiter.

Der Geschäftsführer Piratheep Mahalingam ist laut North Data ebenfalls Geschäftsführer bei Imomax, einer weiteren UG mit einem ähnlichen Geschäftsmodell.

Unser Rat: Nur auf Rechnung bestellen und vor Begleichung auf die Aushändigung der Lizenzdokumente bestehen.

Firmen mit ähnlichen Angeboten

Update Mai 2021: Software Freund ist inzwischen online nicht mehr erreichbar. Inwieweit die hier erwähnten Firmen legale Software-Lizenzen vertreiben, möchten wir nicht kommentieren. Entscheiden Sie selbst.

Wie funktioniert das Geschäft eigentlich?

Wie eingangs erwähnt sind die verkauften Lizenzkeys nicht unbedingt illegal. Daher ist es für Software-Hersteller wie Microsoft schwierig, den Handel mit diesen Schlüsseln zu unterbinden. Illegal ist allerdings Installation und Einsatz von Software ohne Lizenz (Nutzungsrecht). Der Anbieter dieser Keys bewegt sich meist noch in einer Grauzone. Ein Anwender, der ohne Lizenz Software installiert und nutzt, macht sich jedoch strafbar.

Das ist also einer der am weitesten verbreiteten Tricks. Dem Käufer wird nur der Lizenzkey angeboten, und zwar ohne Lizenz. Überprüfen Sie das gerne anhand der vielen Billigst-Angebote. Ihnen wird ein Lizenzschlüssel versprochen. Von einer Lizenz ist nicht die Rede.

Die Keys stammen übrigens aus unterschiedlichsten Quellen. Microsoft nennt als eine Quelle chinesische Universitäten. Weitere Quellen sind Volumenlizenzschlüssel und gebrauchte Software. Im einfachsten Fall bestellt der Key-Dealer einfach bei Alibaba. Dort gibt es bspw. für Microsoft Windows Desktop und Server OS sogar einen ganzen Showroom. Siehe: https://www.alibaba.com/showroom/windows-license-keys.html.

Unwissenheit schützt nicht vor Strafe! Wer Software nicht korrekt lizenziert, ist dafür verantwortlich. An Kaufleute, Einkäufer und Geschäftsführer werden hohe Ansprüche gestellt. Hier kann sich in offensichtlichen Fällen niemand auf Unwissenheit oder guten Glauben berufen. Auf unseren Seiten finden Sie ausführliche Informationen zu den unterschiedlichen Lizenzprogrammen. In unserem Webshop können Sie sich einen Überblick der Preise für Microsoft Volumenlizenzen und OEM-Produkte verschaffen.

Hier finden Sie Preise für die wichtigsten Microsoft Produkte:

Was ist ein Echtheitszertifikat (COA)

Das Echtheitszertifikat (Certificate of Authenticity) ist der Nachweis für original Microsoft Software bei OEM-/ROK-Lizenzen. Ist der COA-Sticker auf der Verpackung angebracht, können Sie sicher sein, dass alle enthaltenen Elemente auch tatsächlich von Microsoft stammen. Der COA muss im Falle einer Lizenzprüfung für die korrekte Lizenzierung nachgewiesen werden und kann daher beim Support als Nachweis für einen legalen Erwerb der Lizenz genutzt werden. Ein Missbrauch ist damit aber nicht vollständig ausgeschlossen: Der Key kann auch bereits auf anderen System genutzt werden.

Vollständige Pressemitteilung von Microsoft

Unterschleißheim, 03. Dezember 2014. Mit der Sperrung von 50.000 Product Keys wehrt sich Microsoft gegen eine neue Art von Softwarepiraterie. Die 25-stelligen Zeichenketten für die Aktivierung von Windows oder Office wurden als angebliche Lizenzen verkauft. In Wirklichkeit gehören die Product Keys jedoch meist zu zeitlich befristeten Lizenzen für Testversionen oder zu OEM-Lizenzen und wurden illegal vertrieben. Außerdem hat Microsoft in jüngster Zeit mehrere einstweilige Verfügungen gegen Anbieter manipulierter Lizenzen erwirkt und zahlreiche Angebote auf Handelsplattformen beenden lassen. Nutzer gehen bei der Verwendung falscher Product Keys erhebliche Risiken ein.

Microsoft geht seit Jahren konsequent gegen den Verkauf gefälschter Software vor. Allein in den vergangenen beiden Jahren wurden Hunderttausende gefälschte Datenträger – allen voran Windows 7 Recovery DVDs – und gefälschte Echtheitszertifikate (sogenannte COAs) sichergestellt.

“In Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden konnten eine Vielzahl von betrügerischen Händlern gestoppt und kriminelle Netzwerke zerschlagen werden”, erklärt Oliver Gronau, Director Software Compliance and AntiPiracy bei Microsoft Deutschland. “Gerade der Fall PC Fritz, der im Januar in die Hauptverhandlung geht, zeigt, dass auch die dreistesten Betrüger früher oder später geschnappt werden.” Nicht zuletzt aufgrund dieser Ermittlungserfolge hat der Handel mit gefälschten Datenträgern in den vergangenen Monaten merklich nachgelassen.

Lukrativer Betrug mit manipulierten Lizenzen

Stark zugenommen hat dagegen eine neue Form der Software-Piraterie: Der Verkauf einzelner Product Keys als angebliche Lizenzen für Microsoft Windows und Microsoft Office. Für betrügerische Händler ist diese Art des Vertriebs offensichtlich besonders lukrativ:

“Sie müssen keine gefälschten Datenträger herstellen und importieren lassen und schließen so das Risiko einer Grenzbeschlagnahmung durch den Zoll aus”, so Oliver Gronau. “Auch im Fall einer Durchsuchung werden keine gefälschten Datenträger, sondern schlimmstenfalls Listen mit Product Keys gefunden.”

Die manipulierten Schlüssel werden meist über das Internet als echte Software-Lizenzen angeboten. In Wirklichkeit gehören sie jedoch vielfach zu zeitlich befristeten Lizenzen für Testversionen oder für Softwareentwickler, zu Volumenlizenzen für Bildungseinrichtungen oder zu OEM-Lizenzen und werden illegal vertrieben – meist ohne Wissen der eigentlichen Lizenznehmer.

Nutzer gehen bei der Verwendung gefälschter Product Keys erhebliche Risiken ein. Manipulierte Lizenzen sind nicht für Microsoft-Updates berechtigt. Deshalb sind die Rechner und Daten der Anwender oftmals schon nach kurzer Zeit nicht mehr wirksam vor Angriffen geschützt. Es wurden aber auch schon manipulierte Windows-Versionen entdeckt, die selbst Schadsoftware enthalten. Und selbst wenn Kunden Product Keys zum Schnäppchenpreis erwerben, so ist der Kaufpreis doch in jedem Fall verloren, wenn die Fälschung aufgedeckt und der Product Key gesperrt wird.

Bei Schnäppchenpreisen aufhorchen

“Wir warnen Anwender vor auffallend günstigen Angeboten”, so Oliver Gronau. “Wenn ein Händler eine Lizenz von Microsoft Office Professional für weniger als beispielsweise 80 Euro anbietet, sollte jeder Interessent aufhorchen. Denn diese wird von Microsoft nur im Rahmen von Volumenlizenzverträgen und speziellen Sonderprogrammen für Händler und Entwickler vertrieben und hat einen Marktwert (UVP) von ca. 500 Euro.”

Einzelne Händler versuchen den niedrigen Preis damit zu erklären, dass es sich um “gebrauchte” Lizenzen handele. Sie können aber meist weder Details zur Herkunft nennen, noch mitteilen, ob die Keys zu zeitlich unbefristeten Lizenzen gehören und in welcher Form die angeblich gebrauchte Software beim Ersterwerber gelöscht wurde. Oliver Gronau:

“Grundsätzlich ist besondere Vorsicht geboten wenn ein Händler nur einzelne Product Keys verkauft, ohne zu erklären, woher diese stammen.” Anbietern von illegalen Produkten drohen sowohl strafrechtliche als auch zivilrechtliche Sanktionen.

Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hat bereits Anfang des Jahres entschieden, dass der Verkauf einzelner Microsoft-Echtheitszertifikate mit aufgedruckten Product Keys als angebliche Lizenzen sowohl urheberrechtlich als auch markenrechtlich unzulässig ist.[1] Konsequenterweise hat das Landgericht (LG) München Anfang November auch den Verkauf einzelner Product Keys als Lizenzen bzw. Lizenzschlüssel im Wege einstweiliger Verfügungen verboten.[2] Entsprechende Fälle waren erstmals vor ein paar Jahren aufgetaucht und im Sinne von Microsoft und anderen Rechteinhabern entschieden worden.[3] In einem Fall hatte das OLG Zweibrücken sogar entschieden, dass sich ein Rechtsanwalt seinem eigenen Mandanten gegenüber schadenersatzpflichtig macht, wenn er ihn dahingehend berät, dass der Handel von Seriennummern als Lizenz für ein bestimmtes Computerprogramm rechtmäßig sei.[4]

  • [1] OLG Frankfurt, Entscheidung vom 31.01.2014, Az.: 11 W 34/12.
  • [2] So etwa LG München, Entscheidung vom 04.11.2014, Az.: 33 O 20241/14.
  • [3] So etwa LG Frankfurt, Entscheidung vom 19.11.2008, Az.: 2-06 O 437/08.
  • [4] OLG Zweibrücken, Entscheidung vom 24.02.2011, Az.: 4 U 74/10.