Achtung! Microsoft Produkt Key Softwarepiraterie bei Windows und Office

Microsoft geht gegen betrügerischen Verkauf von Product Keys für Microsoft Windows und Microsoft Office vor. In einer Pressemitteilung wird auf die Verbreitung von falschen Lizenzschlüsseln hingewiesen und erklärt, wie man gefälschte Software erkennen kann. Betroffen sind vor allem Lizenzschlüssel von Windows 10 und Office 2019.

Woran erkennt man illegale Lizenzschlüssel?

Meistens bereits am Preis. Seriöse Anbieter sind immer von Microsoft zertifiziert und verkaufen auch Volumenlizenzen oder CSP-Lizenzen. CSP-Lizenzen richten sich an Unternehmen jeder Größe. Es folgen Presbeispiele für eine legale CSP-Lizenz von Office Professional Plus 2019 und eine legale PKC-Lizenz von Microsoft Office Home & Business 2019:

Multilingual (Eurozone)
Microsoft Office Home & Business 2019; Multilingual (Eurozone); Windows/Mac; PKC
SKU:
microsoft-11291
Brutto:
€221.34
Netto:
€186.00

Wir kennen bisher nur Betrugsfälle, bei denen Lizenzschlüssel für Produkte, die regulär 200,00 €, 300,00 € oder mehr kosten, für einen Bruchteil des Preises vertrieben wurden.

Ein legales Office Professional Plus 2019 kostet niemals 19,95 €, 29,95 € oder 99,95 €!

Microsoft Pressemitteilung

Unterschleißheim, 03. Dezember 2014. Mit der Sperrung von 50.000 Product Keys wehrt sich Microsoft gegen eine neue Art von Softwarepiraterie. Die 25-stelligen Zeichenketten für die Aktivierung von Windows oder Office wurden als angebliche Lizenzen verkauft. In Wirklichkeit gehören die Product Keys jedoch meist zu zeitlich befristeten Lizenzen für Testversionen oder zu OEM-Lizenzen und wurden illegal vertrieben. Außerdem hat Microsoft in jüngster Zeit mehrere einstweilige Verfügungen gegen Anbieter manipulierter Lizenzen erwirkt und zahlreiche Angebote auf Handelsplattformen beenden lassen. Nutzer gehen bei der Verwendung falscher Product Keys erhebliche Risiken ein.

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Wer verkauft illegale Lizenz-Keys?

Im Netz stellen sich viele die Frage: “Verkaufen Firmen, wie die hier aufgelisteten, korrekte Lizenzen”?

Update Mai 2021: Software Freund ist inzwischen online nicht mehr erreichbar. In wie weit die hier erwähnten Firmen legale Software-Lizenzen vertreiben, möchten wir nicht kommentieren. Entscheiden sie selbst.

Beispielsweise wurde bei Software Freund am 26. September 2018 Office Professional Plus 2016 für 29,80 € angeboten. Dass es sich hierbei um illegale Lizenzen handelte ist offensichtlich. Siehe oben

Unwissenheit schützt nicht vor Strafe! Wer Software nicht korrekt lizenziert, ist dafür verantwortlich. An Kaufleute, Einkäufer und Geschäftsführer werden hohe Ansprüche gestellt. Hier kann sich in offensichtlichen Fällen niemand auf Unwissenheit oder guten Glauben berufen. Auf unseren Seiten finden Sie ausführliche Informationen zu den unterschiedlichen Lizenzprogramme. In unserem Webshop können Sie sich einen Überblick der Preise für Microsoft Volumenlizenzen und OEM-Produkte verschaffen.

Hier finden Sie Preise für die wichtigsten Microsoft Produkte:

Was ist ein Echtheitszertifikat (COA)

Das Echtheitszertifikat (Certificate of Authenticity) ist der Nachweis für original Microsoft Software bei OEM-/ROK-Lizenzen. Ist der COA-Sticker auf der Verpackung angebracht, können Sie sicher sein, dass alle enthaltenen Elemente auch tatsächlich von Microsoft stammen. Der COA muss im Falle einer Lizenzprüfung für die korrekte Lizenzierung nachgewiesen werden und kann daher beim Support als Nachweis für einen legalen Erwerb der Lizenz genutzt werden. Ein Missbrauch ist damit aber nicht vollständig ausgeschlossen: Der Key kann auch bereits auf anderen System genutzt werden.

Vollständige Pressemitteilung von Microsoft

Unterschleißheim, 03. Dezember 2014. Mit der Sperrung von 50.000 Product Keys wehrt sich Microsoft gegen eine neue Art von Softwarepiraterie. Die 25-stelligen Zeichenketten für die Aktivierung von Windows oder Office wurden als angebliche Lizenzen verkauft. In Wirklichkeit gehören die Product Keys jedoch meist zu zeitlich befristeten Lizenzen für Testversionen oder zu OEM-Lizenzen und wurden illegal vertrieben. Außerdem hat Microsoft in jüngster Zeit mehrere einstweilige Verfügungen gegen Anbieter manipulierter Lizenzen erwirkt und zahlreiche Angebote auf Handelsplattformen beenden lassen. Nutzer gehen bei der Verwendung falscher Product Keys erhebliche Risiken ein.

Microsoft geht seit Jahren konsequent gegen den Verkauf gefälschter Software vor. Allein in den vergangenen beiden Jahren wurden Hunderttausende gefälschte Datenträger – allen voran Windows 7 Recovery DVDs – und gefälschte Echtheitszertifikate (sogenannte COAs) sichergestellt.

“In Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden konnten eine Vielzahl von betrügerischen Händlern gestoppt und kriminelle Netzwerke zerschlagen werden”, erklärt Oliver Gronau, Director Software Compliance and AntiPiracy bei Microsoft Deutschland. “Gerade der Fall PC Fritz, der im Januar in die Hauptverhandlung geht, zeigt, dass auch die dreistesten Betrüger früher oder später geschnappt werden.” Nicht zuletzt aufgrund dieser Ermittlungserfolge hat der Handel mit gefälschten Datenträgern in den vergangenen Monaten merklich nachgelassen.

Lukrativer Betrug mit manipulierten Lizenzen

Stark zugenommen hat dagegen eine neue Form der Software-Piraterie: Der Verkauf einzelner Product Keys als angebliche Lizenzen für Microsoft Windows und Microsoft Office. Für betrügerische Händler ist diese Art des Vertriebs offensichtlich besonders lukrativ:

“Sie müssen keine gefälschten Datenträger herstellen und importieren lassen und schließen so das Risiko einer Grenzbeschlagnahmung durch den Zoll aus”, so Oliver Gronau. “Auch im Fall einer Durchsuchung werden keine gefälschten Datenträger, sondern schlimmstenfalls Listen mit Product Keys gefunden.”

Die manipulierten Schlüssel werden meist über das Internet als echte Software-Lizenzen angeboten. In Wirklichkeit gehören sie jedoch vielfach zu zeitlich befristeten Lizenzen für Testversionen oder für Softwareentwickler, zu Volumenlizenzen für Bildungseinrichtungen oder zu OEM-Lizenzen und werden illegal vertrieben – meist ohne Wissen der eigentlichen Lizenznehmer.

Nutzer gehen bei der Verwendung gefälschter Product Keys erhebliche Risiken ein. Manipulierte Lizenzen sind nicht für Microsoft-Updates berechtigt. Deshalb sind die Rechner und Daten der Anwender oftmals schon nach kurzer Zeit nicht mehr wirksam vor Angriffen geschützt. Es wurden aber auch schon manipulierte Windows-Versionen entdeckt, die selbst Schadsoftware enthalten. Und selbst wenn Kunden Product Keys zum Schnäppchenpreis erwerben, so ist der Kaufpreis doch in jedem Fall verloren, wenn die Fälschung aufgedeckt und der Product Key gesperrt wird.

Bei Schnäppchenpreisen aufhorchen

“Wir warnen Anwender vor auffallend günstigen Angeboten”, so Oliver Gronau. “Wenn ein Händler eine Lizenz von Microsoft Office Professional für weniger als beispielsweise 80 Euro anbietet, sollte jeder Interessent aufhorchen. Denn diese wird von Microsoft nur im Rahmen von Volumenlizenzverträgen und speziellen Sonderprogrammen für Händler und Entwickler vertrieben und hat einen Marktwert (UVP) von ca. 500 Euro.”

Einzelne Händler versuchen den niedrigen Preis damit zu erklären, dass es sich um “gebrauchte” Lizenzen handele. Sie können aber meist weder Details zur Herkunft nennen, noch mitteilen, ob die Keys zu zeitlich unbefristeten Lizenzen gehören und in welcher Form die angeblich gebrauchte Software beim Ersterwerber gelöscht wurde. Oliver Gronau:

“Grundsätzlich ist besondere Vorsicht geboten wenn ein Händler nur einzelne Product Keys verkauft, ohne zu erklären, woher diese stammen.” Anbietern von illegalen Produkten drohen sowohl strafrechtliche als auch zivilrechtliche Sanktionen.

Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hat bereits Anfang des Jahres entschieden, dass der Verkauf einzelner Microsoft-Echtheitszertifikate mit aufgedruckten Product Keys als angebliche Lizenzen sowohl urheberrechtlich als auch markenrechtlich unzulässig ist.[1] Konsequenterweise hat das Landgericht (LG) München Anfang November auch den Verkauf einzelner Product Keys als Lizenzen bzw. Lizenzschlüssel im Wege einstweiliger Verfügungen verboten.[2] Entsprechende Fälle waren erstmals vor ein paar Jahren aufgetaucht und im Sinne von Microsoft und anderen Rechteinhabern entschieden worden.[3] In einem Fall hatte das OLG Zweibrücken sogar entschieden, dass sich ein Rechtsanwalt seinem eigenen Mandanten gegenüber schadenersatzpflichtig macht, wenn er ihn dahingehend berät, dass der Handel von Seriennummern als Lizenz für ein bestimmtes Computerprogramm rechtmäßig sei.[4]

  • [1] OLG Frankfurt, Entscheidung vom 31.01.2014, Az.: 11 W 34/12.
  • [2] So etwa LG München, Entscheidung vom 04.11.2014, Az.: 33 O 20241/14.
  • [3] So etwa LG Frankfurt, Entscheidung vom 19.11.2008, Az.: 2-06 O 437/08.
  • [4] OLG Zweibrücken, Entscheidung vom 24.02.2011, Az.: 4 U 74/10.