Bedeutung von OEM bei Microsoft
OEM steht für Original Equipment Manufacturer (Originalgerätehersteller). Bei Microsoft bezeichnet OEM eine Lizenz, die laut Microsofts Lizenzbedingungen an die Hardware gebunden ist, auf der sie zuerst installiert wird. Nach herrschender Rechtsauffassung in Deutschland darf die Lizenz jedoch auf andere Hardware übertragen werden, sofern die alte Installation vollständig entfernt wird.
OEM-Lizenzen können auch separat erworben und selbst installiert werden. In Deutschland ist der Einzelverkauf ohne gebündelte Hardware ausdrücklich erlaubt.
OEM, DSP und SB
Im Handel werden OEM-Lizenzen unter verschiedenen Bezeichnungen angeboten: OEM, DSP und SB. Die Begriffe stammen aus unterschiedlichen Stationen der Lieferkette, beschreiben aber dasselbe Produkt mit identischen Lizenzrechten.
- OEM ist der Lizenztyp.
- DSP (Delivery Service Partner) bezeichnet den Vertriebsweg über Distributoren.
- SB (System Builder) bezeichnet die ursprüngliche Käuferrolle (PC-Hersteller und Assemblierer).
Eine Sonderform ist ROK (Reseller Option Kit): ein eigenständiges OEM-Produkt mit eigenen SKUs, das ausschließlich für Serverprodukte verfügbar ist.
Weitere Informationen
Einen ausführlichen Vergleich aller Lizenztypen finden Sie im Blog-Artikel OEM vs. Volumenlizenz vs. CSP. Preise und Bezugswege stehen auf der Seite Microsoft OEM Lizenzen.
Microsoft möchte den Vertrieb von günstigeren OEM-Lizenzen an Endkunden verbieten. Das gelingt in Deutschland jedoch nicht. Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahre 2000 ist die Weiterverbreitung von Software „aufgrund der eingetretenen Erschöpfung des urheberrechtlichen Verbreitungsrechts ungeachtet einer inhaltlichen Beschränkung des eingeräumten Nutzungsrechts frei." UrhG § 69c Nr. 3 Satz 2, § 17 Abs. 2, § 32