Endgültiges Aus für Microsoft Exchange Server 2016/2019

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Microsoft beendet die Extended Security Updates (ESU) für Exchange Server 2016 und 2019 endgültig im Oktober 2026. Eine dritte Verlängerungsperiode wird es nicht geben. Unternehmen mit On-Premises-Exchange müssen bis dahin auf Exchange Server SE oder Exchange Online migrieren.

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ESU endet im Oktober 2026

Wer gehofft hat, dass es nach ESU 2 noch eine weitere ESU-Verlängerung für Exchange 2016/2019 gibt, muss jetzt definitiv reagieren. Microsoft hat das ausdrücklich ausgeschlossen. Die Extended Security Updates (ESU) für Exchange Server 2016 und 2019 enden mit Ablauf der ESU 2 im Oktober 2026. Eine dritte Verlängerungsperiode wird es nicht geben. Damit ist Oktober 2026 das endgültige Ende jeder offiziellen Update-Versorgung für die On-Premises-Versionen Exchange 2016 und 2019.

  • Der reguläre Support für Exchange Server 2016 und 2019 endete bereits am 14.10.2025.
  • ESU 1 lief von Oktober 2025 bis April 2026 (6 Monate).
  • ESU 2 läuft von Anfang Mai 2026 bis Ende Oktober 2026 (ebenfalls 6 Monate).
  • Anders als bei anderen Microsoft-Produkten, deren ESU-Jahre üblicherweise 12 Monate umfassen, sind die beiden Exchange-ESU-Zeiträume auf jeweils ein halbes Jahr begrenzt.
  • Microsoft hat in der offiziellen Ankündigung  ausdrücklich erklärt, dass nach ESU 2 keine weitere Verlängerung folgt.

Was ESU allgemein bedeutet, welche Supportphasen Microsoft-Produkte durchlaufen und wer Zugriff darauf erhält, erklärt der Glossareintrag ESU: Extended Security Update (Microsoft).

Hinweis: Exchange ESU richtet sich ausschließlich an Kunden mit einem Microsoft Enterprise Agreement (EA). Software-Express bietet EA-Lizenzierung nicht an, ESU für Exchange 2016/2019 war daher kein Thema für unsere Kunden.

Migrationsalternativen im Vergleich

Wer aus Exchange 2016 oder 2019 heraus migriert, hat innerhalb der Microsoft-Welt drei Wege: den Wechsel auf eine weiterhin unterstützte On-Premises-Version, den vollständigen Umstieg in die Cloud oder den kombinierten Betrieb beider Welten im Hybrid-Modell. Alle drei unterscheiden sich deutlich in Lizenzmodell, Infrastrukturaufwand und Eignung.

KriteriumExchange Server SEExchange OnlineExchange Hybrid
BetriebsmodellOn-Premises, eigene ServerCloud, keine eigene ServerinfrastrukturOn-Premises-Server und Exchange Online kombiniert
LizenzmodellServerlizenz (Subscription) + CALs mit Software AssuranceBenutzerbasiertes Abonnement über CSP (NCE)On-Premises-Lizenz für den Hybrid-Server plus Exchange-Online-Abonnements für ausgelagerte Postfächer
LaufzeitFortlaufendes Abonnement, keine Dauerlizenz mehr verfügbarMonatlich oder jährlichAbhängig von den genutzten Komponenten
Upgrade-PfadVon Exchange 2019 CU14/CU15: In-Place-Upgrade möglich. Von Exchange 2016: Legacy Upgrade mit neuer Serverinfrastruktur erforderlich.Postfach-Migration über Hybrid-Deployment oder MigrationstoolsEinbindung als Koexistenz-Server für die Migration oder dauerhaften Mischbetrieb
EignungUnternehmen mit Anforderungen an lokale Datenhaltung oder bestehender ServerinfrastrukturUnternehmen ohne Bedarf an eigenem Serverbetrieb, geringerer administrativer AufwandUnternehmen, die Postfächer schrittweise migrieren oder dauerhaft einen Teil davon lokal behalten müssen

Exchange Server SE ist funktional mit Exchange 2019 CU15 vergleichbar, folgt aber wie SharePoint und Project inzwischen dem Subscription-Modell. Eine dauerhafte Lizenz gibt es dafür nicht mehr. Jede Exchange Server SE Subscription enthält auch nach deren Auslaufen weiterhin eine Dauerlizenz der 2019er-Version als Fallback, allerdings ohne Sicherheitsupdates oder Support. Eine Übersicht der bisherigen Exchange 2019 Editionen (Standard und Enterprise) finden Sie auf unserer Exchange-Server-Seite.

Bei Exchange Online entfällt die eigene Serveradministration vollständig, dafür sind Postfächer und Funktionsumfang an die gewählten Pläne gebunden.

Der Umstieg auf Exchange Server SE läuft technisch unterschiedlich ab. Von Exchange 2019 CU14 oder CU15 ist laut offizieller Microsoft-Dokumentation  ein direktes In-Place-Upgrade möglich, vergleichbar mit der Installation eines Cumulative Updates. Bei Exchange 2016 ist das nicht möglich, hier ist stattdessen ein Legacy Upgrade erforderlich. Ein neuer Exchange Server SE wird in die bestehende Organisation aufgenommen, die Postfächer werden dorthin verschoben, und der alte Exchange-2016-Server wird anschließend stillgelegt. Details zum Upgrade-Prozess finden Sie auf unserer Exchange Server SE Seite.

Im Hybrid-Modell laufen On-Premises-Exchange und Exchange Online als eine Organisation zusammen. Dazu gehören ein gemeinsames Adressbuch, freigegebene Frei/Gebucht-Informationen (Free/Busy), MailTips und Profilbilder, sowie die Möglichkeit, Postfächer im eigenen Tempo in die Cloud zu verschieben. Diese sogenannte Rich Coexistence funktioniert seit dem 31.10.2025 nur noch über eine dedizierte Hybrid-App in Entra ID und setzt einen aktuell unterstützten Exchange-Server-Build voraus. Da Exchange 2016 und 2019 ab Oktober 2026 komplett aus dem Support fallen, bleibt für einen dauerhaft funktionsfähigen Hybrid-Betrieb nur Exchange Server SE als On-Premises-Komponente.

Groupware-Alternativen zu Exchange

Wer über die Microsoft-Welt hinaus auch andere Groupware-Lösungen wie Google Workspace, Nextcloud, HCL oder MDaemon in Betracht zieht, findet einen ausführlichen Vergleich im Beitrag "Microsoft 365, Google Workspace oder Nextcloud? Wer macht das Rennen?". Anders als der Wechsel zu Exchange Server SE oder Exchange Online ist der Umstieg auf eine dieser Alternativen eine vollständige Plattformmigration. Für Unternehmen mit Anforderungen an Datensouveränität oder den Einsatz europäischer Software kann das Support-Ende von Exchange 2016/2019 zusätzlich ein guter Anlass sein, einen solchen Wechsel zu prüfen.

Handlungsempfehlung: Migration ohne Aufschub

Nur noch wenige Wochen trennen Unternehmen mit Exchange 2016 oder 2019 vom endgültigen Support-Ende. Aufschieben lässt sich das nicht mehr über ESU, denn ESU 2 endet zeitgleich und wird nicht verlängert.

Wenn Exchange nicht nur E-Mails im Unternehmen verwaltet, sondern für weitere Systeme wie ERP- oder CRM-Anwendungen und Multifunktionsgeräte ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt ist, etwa als Versandweg für automatisierte Mails, muss diese Anbindung bei der Migration mit einbezogen und geprüft werden. Für den reinen Mailversand genügt in der Regel ein zertifikatsbasierter M365-Connector  oder ein separater SMTP-Relay-Dienst, ein vollwertiger Exchange-Server ist dafür nicht nötig.

  1. Zielarchitektur festlegen: Entscheidung zwischen Exchange Server SE, Exchange Online, Hybrid-Betrieb oder einer der Groupware-Alternativen.
  2. Upgrade-Pfad umsetzen: Bei Exchange 2019 CU14 oder CU15 das In-Place-Upgrade auf Exchange Server SE einleiten. Bei Exchange 2016 den Aufbau eines neuen SE-Servers und die anschließende Postfachmigration umgehend abschließen.

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Avatar von Mihaela Kochan