Microsoft Hyper-V

Microsoft Hyper-V ist Microsofts integrierte Hypervisor-Technologie und als Serverrolle in Windows Server Standard und Datacenter enthalten. Es entstehen keine zusätzlichen Hypervisor-Lizenzkosten. Die Anzahl der zulässigen Windows-Server-VMs hängt von der gewählten Edition ab.

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Was ist Hyper-V?

Hyper-V ist Microsofts Hypervisor-Technologie für die Servervirtualisierung. Als Typ-1-Hypervisor läuft Hyper-V direkt auf der Hardware, nicht auf einem Betriebssystem, und bietet damit eine performante und isolierte Umgebung für virtuelle Maschinen.

Hyper-V ist kein eigenständiges Produkt, sondern in Windows Server als Serverrolle enthalten. Wer Windows Server lizenziert, erhält Hyper-V ohne Aufpreis.

Hyper-V in Windows Server

Die Hyper-V-Rolle ist in allen Editionen von Windows Server 2022 und Windows Server 2025 enthalten. Sie wird über den Server-Manager oder PowerShell aktiviert.

Der entscheidende Unterschied zwischen den Editionen liegt bei den Windows-Server-VM-Rechten:

EditionWindows-Server-VMs inklusive
Windows Server Standard2 VMs + 1 Hyper-V-Host
Windows Server DatacenterUnbegrenzte VMs + 1 Hyper-V-Host

Wer mehr als zwei Windows-Server-VMs auf einem Host betreiben möchte, muss entweder mehrere Standard-Lizenzen stapeln oder zur Datacenter Edition wechseln. Für Linux-VMs und andere Nicht-Windows-Gastbetriebssysteme gelten keine solchen Mengenbeschränkungen.

Alternativ zur hostbasierten Kern-Lizenzierung erlaubt Microsoft ab Windows Server 2022 unter bestimmten Bedingungen (wie aktiver Software Assurance oder im Subskriptionsmodell) auch eine Lizenzierung pro virtueller Maschine (VM-basierte Lizenzierung). Hierbei wird jede Windows-Server-VM einzeln nach ihren zugewiesenen virtuellen Kernen (vCPUs) lizenziert, wobei ein Minimum von 8 Kernlizenzen pro VM gilt.

Storage Spaces Direct nur in Datacenter

Für hyperkonvergente Infrastrukturen bietet Windows Server Storage Spaces Direct (S2D), eine softwaredefinierte Speicherlösung, die lokalen Speicher mehrerer Hosts zu einem gemeinsamen Speicherpool zusammenfasst. S2D ist ausschließlich in der Datacenter Edition enthalten. Die Standard Edition unterstützt Hyper-V mit angebundenem SAN oder NAS, jedoch kein S2D.

Verfügbare Produktversionen

  • Windows Server Standard 2025
    Für Umgebungen mit geringem Virtualisierungsgrad (bis zu 2 Windows-Server-VMs bei vollständiger Host-Lizenzierung). Erhältlich über OEM, CSP (Dauerlizenz sowie Subscription) und Open Value. CSP-Subscriptions oder Lizenzen mit aktiver Software Assurance erlauben zudem die alternative VM-basierte Lizenzierung nach vCores.

  • Windows Server Datacenter 2025
    Für hochgradig virtualisierte IT-Infrastrukturen und softwaredefinierte Rechenzentren. Bietet unbegrenzte Windows-Server-VMs auf dem lizenzierten Host sowie die Speicherlösung Storage Spaces Direct (S2D). Verfügbar über OEM, CSP (Dauerlizenz/Subscription) und Open Value. Details zu den Lizenzprogrammen: Lizenzierung Windows Server.

  • Windows Server Standard 2022
    Für Bestandsumgebungen mit bis zu 2 Windows-Server-VMs, die noch nicht auf Version 2025 wechseln. Die Bereitstellung erfolgt in der Praxis meist durch den Erwerb einer aktuellen Windows Server 2025 Lizenz (z.B. via CSP) unter Ausnutzung der standardmäßigen Downgrade-Rechte von Microsoft. Als dedizierte Lizenz weiterhin als OEM/ROK (Dauerlizenz) verfügbar.

  • Windows Server Datacenter 2022
    Umfasst unbegrenzte Windows-Server-VMs und S2D auf dem Host für ältere Systemumgebungen. Auch hier wird die Lizenzierung im Neugeschäft über die Downgrade-Rechte aktueller 2025er-Lizenzen abgebildet. Analog zur Standard-Edition weiterhin über den OEM/ROK-Kanal als eigenständige Dauerlizenz erhältlich.

Microsoft Hyper-V Server

Microsoft bot bis einschließlich der Version 2019 einen eigenständigen, kostenlosen Microsoft Hyper-V Server an: ein abgespecktes Windows Server Core ohne Benutzeroberfläche, ausschließlich für die Hyper-V-Rolle. Eine Version für Windows Server 2022 wurde nicht mehr veröffentlicht. Wer einen dedizierten Hypervisor ohne weitere Serverrollen sucht, setzt heute auf Windows Server Core mit der Hyper-V-Rolle oder prüft Alternativen wie Proxmox VE oder Vates VMS.

Hyper-V in Windows (Client)

In Windows 11 ist Hyper-V als optionales Feature in den Editionen Pro, Enterprise und Education verfügbar. Die Aktivierung erfolgt über die Windows-Einstellungen oder PowerShell. Client-Hyper-V eignet sich für Entwicklungs- und Testszenarien auf dem Arbeitsplatz-PC, nicht für den Serverbetrieb. In der Home-Edition ist Hyper-V nicht enthalten.

Auch Windows 10 (Pro, Enterprise, Education) unterstützt Client-Hyper-V. Windows 10 befindet sich seit Oktober 2025 im kostenpflichtigen ESU-Support und erhält keine regulären Feature-Updates mehr.

Welche Edition für Virtualisierungsumgebungen?

Für Umgebungen, in denen überwiegend Windows-Server-VMs betrieben werden, ist die Datacenter Edition ab einer bestimmten VM-Dichte wirtschaftlicher als das Stapeln mehrerer Standard-Lizenzen. Wer zusätzlich Storage Spaces Direct für hyperkonvergente Setups nutzen möchte, ist auf die Datacenter Edition angewiesen.

Einen strategischen Vergleich von Hyper-V mit anderen Hypervisor-Lösungen bietet der Beitrag Virtualisierung heute: Strategische Wege neben VMware.

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Ich berate Sie gerne zu Produkten, Lizenzierung und Preisen.

Avatar von Mihaela Kochan