Microsoft Downgrade Rechte

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Mit dem Downgrade-Recht für Microsoft-Produkte wird die Nutzung von Vorgängerversionen der erworbenen Software ermöglicht. Beispielsweise dürfen bei Volumenlizenzen alle früheren Versionen der erworbenen Edition genutzt werden. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen die Möglichkeiten, die Vorgängerversionen lizenzrechtlich korrekt einzusetzen.

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Microsoft unterscheidet zwischen Version und Edition

  • Eine Edition bezeichnet Unterschiede innerhalb des Funktionsumfangs einer Produktfamilie, beispielsweise ist Microsoft Office in der Standard Edition oder Professional Edition erhältlich.
  • Eine Version bezeichnet die unterschiedlichen Generationen einer Produktfamilie. Darunter die aktuelle Version „N" (beispielsweise SQL Server 2025), die vorherige Version „N-1" (SQL Server 2022) und davor „N-2" (SQL Server 2019).

Das Downgrade-Recht bezieht sich immer auf dieselbe Edition wie die Vorgängerversionen. Office 2024 Standard ermöglicht beispielsweise das Downgrade auf Office 2021 Standard, Office 2019 Standard usw., vorausgesetzt, das jeweilige Lizenzprogramm erlaubt dies. Das Downgrade-Recht kann nur eingesetzt werden, wenn es eine entsprechende Vorgänger-Edition gibt (beispielsweise Standard). Außerdem sollten Sie sicherstellen, einen Datenträger oder Produktschlüssel für die ältere Version zur Verfügung zu haben. Microsoft stellt je nach Bezugsweg nur begrenzt Installationsmedien bereit. Die genauen Downgrade-Rechte für ein Produkt in einem bestimmten Lizenzprogramm finden Sie in den Microsoft Product Terms .

Downgrade Rechte in Microsoft Lizenzprogrammen

Die Downgrade-Rechte hängen bei Microsoft vom gewählten Lizenzprogramm und den Product Terms  der Software ab. Volumenlizenzprogramme und CSP beinhalten in der Regel das Recht, Vorgängerversionen einzusetzen. Bei OEM und Retail (FPP) ist dies produktabhängig und in der jeweiligen EULA geregelt. Ob und welche Einschränkungen beim Downgrade gelten, hängt vom Bezugsweg und dem konkreten Produkt ab.

Microsoft FPP/Retail Software (Boxen)

Bei FPP-Software (Retail/Boxen) hängen die Downgrade-Rechte vom konkreten Produkt ab. Für Office-Produkte sind in der Regel keine Downgrade-Rechte enthalten. Bei Server-Software wie SQL Server enthält die Retail-EULA hingegen ein explizites Downgrade-Recht auf Vorgängerversionen.

Downgrade-Rechte bei OEM/PKC Software

Bei Software, die als OEM oder PKC erworben wurde, unterscheiden sich die Downgrade-Rechte je Produkt. Die genauen Rechte sind in der jeweiligen EULA geregelt, die dem Produkt beiliegt.

Windows OEM: Windows 11 Pro OEM darf auf Vorgängerversionen mit aktivem Support downgegradet werden. Der Mainstream-Support für Windows 10 ist am 14. Oktober 2025 ausgelaufen.

Windows Server OEM: Die EULA erlaubt das Downgrade auf eine frühere Version, solange diese von Microsoft unterstützt wird (Mainstream oder Extended Support).

SQL Server OEM: Die SQL Server OEM-Lizenz enthält ein Downgrade-Recht auf Vorgängerversionen. Microsoft stellt hierfür keine Installationsmedien oder Produktschlüssel bereit, dafür wird ein Downgrade-Kit vom OEM-Hersteller benötigt.

OEM-Software kann bis zu 90 Tage nach Erwerb mit Software Assurance nachgerüstet werden. Dadurch wird die OEM-Lizenz in eine Volumenlizenz konvertiert und erhält die vollen Rechte (Upgrade, Lizenzmobilität, erweiterte Virtualisierung).

Microsoft Volumenlizenzen

In den Microsoft Volumenlizenzprogrammen Open Value und Enterprise Agreement erhalten Sie das Downgrade-Recht auf Vorgängerversionen derselben Edition. Die Product Terms  verwenden die Formulierung „a prior version" ohne zahlenmäßige Begrenzung. Das Open License ist seit 2021 nicht mehr verfügbar.

Wichtiger Hinweis zu Installationsmedien: Das Downgrade-Recht bedeutet nicht, dass Microsoft automatisch Installationsmedien und Produktschlüssel für alle Vorgängerversionen bereitstellt. Im VLSC (Volume Licensing Service Center) stehen in der Regel nur die aktuelle und eine Vorgängerversion zum Download bereit. Für ältere Versionen müssen Sie die Medien eigenständig beschaffen.

CSP (Cloud Solution Provider)

Für CSP-Lizenzen, sowohl Dauerlizenzen als auch Subscriptions, gelten die Product Terms (MCA) . Die Formulierung zum Downgrade-Recht ist identisch mit den Volumenlizenzen: „a prior version" ohne zahlenmäßige Begrenzung. Im CSP Admin Center stellt Microsoft die Vorgängerversionen N-1 und N-2 als Download bereit, dies bezieht sich jedoch auf die Medienverfügbarkeit, nicht auf das rechtliche Downgrade-Recht.

Besonderheiten

Downgrade Rechte für Windows 10/11

Die Downgrade-Rechte für Windows 11 Pro OEM Lizenzen sind eingeschränkt und erlauben nur das Downgrade auf Vorgängerversionen mit aktivem Support. Der Mainstream-Support für Windows 10 ist am 14. Oktober 2025 ausgelaufen. Über das Extended Security Updates -Programm (ESU) können Sicherheitsupdates weiterhin bezogen werden. Windows Enterprise Volumenlizenzen können auf alle Vorgängerversionen (derselben Edition) downgraden, bis zurück zu Windows 95.

Die Windows Enterprise Edition gibt es erst ab Windows Vista und kann daher nicht weiter downgegradet werden. Auf Windows 7 Ultimate besteht kein möglicher Downgrade-Pfad.

Downgrade Rechte beim Windows Server

Beim Windows Server Downgrade muss neben der Edition auch auf die Lizenzmetrik (Prozessor oder Core) achten. Bis zum Windows Server 2012 R2 wurde nach Prozessoren lizenziert. Die neue Lizenzmetrik (Cores) bleibt aber auch beim Downgrade bestehen. Es können also keine Core-Lizenzen in Prozessor-Lizenzen umgewandelt werden und die Core-Lizenzierung bleibt unverändert.

Windows Server Downgrades sind einzigartig, da auch Downgrades auf niedrigere Editionen möglich sind. Beispielsweise kann ein Windows Server Datacenter 2019 auf eine Windows Server Standard 2016 Lizenz downgegradet werden.

Zu beachten ist beim Windows Server Downgrade zusätzlich, dass CALs ohne Software Assurance (beispielsweise OEM CALs) nur abwärtskompatibel sind und nicht für neue Releases eingesetzt werden können. Windows Server 2019 CALs (ohne SA) lassen sich nicht unter Windows Server 2022 einsetzen.

Weitere Rechte mit Microsoft Lizenzen

Re-Imaging Recht

Re-imaging bedeutet das Anfertigen und Verteilen eines Images unter Verwendung von Volumen-Lizenzmedien. Das Ziel ist es, das Abbild (Image) einer Standardkonfiguration zu erstellen, um es dann unternehmensweit einsetzen zu können. In den Volumenlizenzverträgen ist dieses Re-Imaging Recht enthalten. Bitte überprüfen Sie, ob dieses Recht in Ihrem Microsoft Lizenzvertrag ausdrücklich vermerkt ist, damit es für Sie Gültigkeit hat.

Microsoft Re-Imaging Recht

Zweitnutzungsrecht

Das Zweitnutzungsrecht ermöglicht die Installation auf einem weiteren tragbaren Gerät (Notebooks, Tablets und noch kleinere Geräte). Das Zweitnutzungsrecht gilt beispielsweise nicht bei den Office PKC-Versionen. Die Microsoft/Office 365 Cloud Dienste bieten sogar bis zu 5 (beliebige) Geräte pro lizenziertem Nutzer.

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