Was ist lizenzrechtlich bei SQL Server 2025 zu beachten?
SQL Server 2025 übernimmt die seit SQL Server 2022 geltenden Lizenzierungsregeln. Es gibt daher keine grundlegenden Neuerungen gegenüber SQL Server 2022, jedoch bleiben die bestehenden Vorgaben weiterhin verbindlich, insbesondere für virtualisierte Umgebungen.
Wesentliche Punkte sind:
- Bereits seit SQL Server 2022 ist die Core-Lizenzierung in virtuellen Umgebungen nur mit aktiver Software Assurance (SA) oder einer CSP Subscription zulässig.
- Die Server/CAL-Lizenzierung (ausschließlich SQL Server Standard) ist weiterhin auch ohne SA möglich.
- CSP Subscriptions stellen eine Alternative zur klassischen Software Assurance dar und enthalten vergleichbare Rechte.
- Nach der Abschaffung von Open License stehen mit OEM, CSP und Open Value weiterhin nur diese Beschaffungswege zur Verfügung.
Welche Editionen werden behandelt und worin unterscheiden sie sich?
Microsoft bietet SQL Server 2025 in zwei Haupteditionen an:
-
SQL Server Standard
- Für kleinere und mittlere Workloads
- Server/CAL- oder Core-Lizenzierung möglich
- Auch als OEM-Version erhältlich
-
SQL Server Enterprise
- Für geschäftskritische Datenbanken und hohe Virtualisierungsdichte
- Ausschließlich Core-basiert lizenziert
- Voraussetzung für unbegrenzte Virtualisierung (mit SA oder CSP)
Die Wahl der Edition hängt primär von Leistungsanforderungen, Verfügbarkeit und Virtualisierungsgrad ab.
Wir behandeln auch die Versionen SQL Server 2022, SQL Server 2019 sowie SQL Server 2017. Die Lizenzierung der Versionen ist weitgehend identisch, es gab aber ab SQL Server 2022 Änderungen im Bereich der Virtualisierung.
Über welche Beschaffungswege ist SQL Server 2025 erhältlich?
SQL Server 2025 kann über unterschiedliche Programme erworben werden, die sich in Flexibilität und Lizenzrechten unterscheiden:
- OEM: Günstige Einstiegslösung für SQL Server Standard, hardwaregebunden und ohne Software Assurance. Downgrade-Rechte sind laut EULA enthalten.
- CSP Dauerlizenz: Dauerhaft gültige Lizenz ohne SA. Downgrade-Recht laut Product Terms (MCA) enthalten.
- CSP Subscription (on-premises): Abonnementmodell mit vielen SA-Vorteilen wie Failover- und Virtualisierungsrechten. Kein Upgrade-Recht auf neue SQL-Server-Versionen.
- Server Subscriptions for Azure (MCA): SA-äquivalente Rechte inklusive Upgrade auf neue Versionen.
- Open Value: Volumenlizenz als Kauflösung inklusive Software Assurance und dreijähriger Vertragslaufzeit.
Ausführliche Informationen zu den einzelnen Beschaffungswegen finden Sie auf unseren jeweiligen Detailseiten.
Benötigt man spezielle Lizenzen für SQL Server for Linux?
Nein. SQL Server Lizenzen berechtigen zur Installation und Nutzung auf Windows und auf Linux Plattformen.
Wie lizenziert man den SQL Server in VMs und Containern?
Die Lizenzierung unterscheidet sich je nach gewählter Lizenzart:
-
Core-Lizenzierung:
Hier wird der SQL Server wird nach der Anzahl der virtuellen Prozessorkerne (vCores) lizenziert. Für die vCore-Lizenzierung wird immer eine aktive Software Assurance (SA) oder CSP Subscription benötigt. -
Server-/CAL-Lizenzierung:
Für jeden virtualisierten SQL-Server wird eine Serverlizenz benötigt. Zugriffe müssen mit CALs lizenziert werden. Software Assurance bietet sich hier an, wenn Sie weitere Vorteile nutzen möchten (u.a. Lizenzmobilität).
Die Lizenzierung nach der Prozessoranzahl des Hosts heißt beim SQL Server auch Maximum Virtualization und ist nur mit aktiver Software Assurance oder CSP Subscriptions möglich.
Welche typischen Lizenzierungsszenarien gibt es?
Kleine Umgebung mit wenigen Benutzern
SQL Server 2025 Standard mit Server/CAL-Lizenzierung ist häufig die wirtschaftlichste Lösung.
Virtualisierte Infrastruktur mit mehreren SQL Server Instanzen
SQL Server 2025 Enterprise mit Core-Lizenzierung und aktiver SA oder CSP Subscription bietet maximale Flexibilität.
Hochverfügbarkeit und Failover
Passive Failover-Server dürfen nur mit aktiver SA oder CSP Subscription ohne zusätzliche Lizenz betrieben werden.
Diese Beispiele dienen als Orientierung. Die optimale Lizenzierung hängt stets von der konkreten Umgebung ab.
Benötigt man immer Software Assurance (SA) für die Lizenzierung virtueller Umgebungen?
Seit der Einführung von SQL Server 2022 ist für die Core-Lizenzierung von virtuellen Umgebungen immer Software Assurance (SA) oder eine CSP Subscription erforderlich. Mit der Server/CAL-Lizenzierung können virtuelle Umgebungen auch ohne SA lizenziert werden. In diesem Fall müssen jedoch auch die Zugriffe mit Zugriffslizenzen (CALs) lizenziert werden.
Welche Lizenzmodelle gibt es?
Es gibt zwei Lizenzmodelle und eine Sonderform:
- Server/CAL: Lizenzierung mit Serverlizenz und Zugriffslizenzen (CALs). Nur für SQL Server 2025 Standard.
- Cores: Lizenzierung nach der Anzahl an Prozessorkernen (Cores). Für SQL Server 2025 Standard und SQL Server 2025 Enterprise.
- OEM: Nur SQL Server Standard Lizenzen sind als eingeschränkte, aber günstigere OEM Versionen erhältlich.
| SQL Server Editionen und verfügbare Lizenzmodelle | ||
|---|---|---|
| Lizenzmodell | Standard | Enterprise |
| Server/CAL | ✓ | – |
| Cores | ✓ | ✓ |
| OEM | ✓ | – |
Was bedeutet Server/CAL Lizenzierung?
Bei der Server/CAL Lizenzierung wird jeder Server (physisch oder virtuell) auf dem SQL Server Instanzen ausgeführt werden und jeder zugreifende Client lizenziert. Es gib zwei Arten von CAL (Client Access License). Eine User CAL berechtigt einen Benutzer zur Nutzung aller SQL Server. Eine Device CAL berechtigt ein Gerät (Rechner, Notebook, Sensor, Scanner etc.) zur Nutzung aller SQL Server.
- Jeder Server, auf dem SQL Server ausgeführt wird, benötigt eine SQL Server Lizenz.
- Jeder zugreifende Benutzer und/oder jedes zugreifende Gerät benötigt eine Zugriffslizenz. Die Lizenzen heißen SQL Server User CAL und SQL Server Device CAL.
- Zugriffslizenzen (CALs) erlauben die Nutzung mehrerer lizenzierter SQL Server für den lizenzierten Benutzer oder das lizenzierte Gerät.
- Software Assurance ist optional
Dieses Modell eignet sich besonders für Umgebungen mit einer klar begrenzten Anzahl an Nutzern oder Geräten.
Was bedeutet Core Lizenzierung?
Bei Core-Lizenzierung werden Prozessorkerne (Cores, vCores, Hardware Threads) des Servers (Betriebssystem-Instanz) lizenziert, auf dem SQL Server Instanzen ausgeführt werden. Zugriffe müssen nicht lizenziert werden. Eine SQL Server Core Lizenz deckt immer zwei Prozessorkerne ab. Es müssen mindestens 4 Cores pro Server lizenziert werden, auch wenn weniger als 4 Cores vorhanden sind.
- Bei Core-basierter Lizenzierung werden keine Zugriffslizenzen (CALs) benötigt.
- Es müssen mindestens 4 Cores pro Server lizenziert werden, auch wenn weniger als 4 Cores vorhanden sind bzw. zugewiesen wurden (bei vCores).
- In virtuellen Umgebungen nur mit aktiver SA oder CSP Subscription zulässig
Die Core-Lizenzierung ist das bevorzugte Modell für leistungsstarke und skalierbare SQL Server Installationen.
Sind CALs versionsgebunden?
Ja. Die CAL-Version muss gleich oder höher sein, als die des genutzten Servers. Mit einer SQL Server 2025 CAL darf man auf SQL Server 2025 und älter zugreifen. Mit einer SQL Server 2019 CAL darf man auf SQL Server 2019 und älter zugreifen. Die Nutzung von SQL Server 2025 mit einer 2022er CAL ist nicht erlaubt.
Welche Vorteile bietet Software Assurance (SA)?
SA bietet nicht nur kostenlose Updates. SA bietet auch:
- Lizenzierung lokaler VMs mit SQL Server
- Lizenzmobilität
- Failover Server für High Availability (HA)
- Unbegrenzte Virtualisierung
- Machine Learning Server für Hadoop
Die meisten SA-Vorteile erhalten Sie auch mit den CSP Subscriptions.
Hinweis: Power BI gibt es nun ab der Standard Edition ohne Software Assurance.
Was sind CSP Subscriptions?
CSP Subscriptions enthalten keine dauerhafte SQL Server Lizenz. Es gibt zwei Varianten:
CSP Subscriptions (on-premises): Bieten während der Laufzeit ähnliche Rechte wie Software Assurance, darunter Failover-Rechte, unbegrenzte Virtualisierung und Lizenzmobilität innerhalb der Serverfarm. Wichtige Unterschiede zu SA: Sie erhalten kein Upgrade-Recht auf neue SQL-Server-Versionen und keine License Mobility zu Authorized Mobility Partners.
Server Subscriptions for Azure (MCA): Bieten SA-äquivalente Rechte inklusive Upgrade auf neue Versionen, Azure Hybrid Benefit und Failover-Rechte. Im Unterschied zu klassischem VL + SA ist jedoch keine License Mobility through SA enthalten.
Was bedeutet unbegrenzte Virtualisierung?
Bei Core-basierter Lizenzierung gibt es zwei Möglichkeiten:
- Lizenzierung nach VM oder Container: Für jeden virtuellen Prozessor (vCore/Hardware-Thread) einer VM oder eines Containers, muss eine SQL Server Core Lizenz gekauft werden. Minimum pro VM/Container sind 4 Core-Lizenzen. Die Lizenz muss über aktive SA verfügen oder als CSP Subscription gekauft werden.
- Lizenzierung nach Prozessoren des Hosts (Full Capacity Licensing): Bei der Host-basierten Core-Lizenzierung werden alle physischen Prozessorkerne des Virtualisierungshosts lizenziert. Auch hier gilt das 4-Core-Minimum. Damit dürfen beliebig viele virtuelle Maschinen und Container auf diesem Host SQL Server ausführen. Diese Option ist ein SA Vorteil, erfordert aktive Software Assurance oder eine CSP Subscription und ist nur für SQL Server Enterprise Edition verfügbar. Full Capacity Licensing eignet sich für Rechenzentren mit einem hohen Virtualisierungsgrad und dynamischer Bereitstellung von SQL Server Ressourcen. Werden ganze Server-Custer nach Full Capacity lizenziert, wird vollständige Lizenzmobilität erreicht. SQL Server können im Cluster beliebig zwischen Nodes (Virtualisierungshosts) verschoben werden.
Was bedeutet Lizenzmobilität
Eine SQL Server Volumenlizenz (ohne SA) darf frühestens nach 90 Tagen einem neuen Server innerhalb der Server-Farm zugeordnet werden. Die Übertragung auf Hoster und Public Clouds ist niemals erlaubt. Das 90-Tage-Limit gilt nicht bei permanentem Hardware-Ausfall. Hinweis: OEM-Lizenzen sind an die Hardware gebunden und dürfen grundsätzlich nicht auf einen anderen Server übertragen werden.
SQL Server erhält über SA Lizenzmobilität. Damit können SQL Server innerhalb einer Server-Farm beliebig verschoben werden. Ebenfalls gestattet ist die Übertragung auf Hoster und Public Clouds (License Mobility to Authorized Mobility Partners), allerdings nur einmal innerhalb von 90 Tagen. Mit CSP Subscriptions erhalten Sie Lizenzmobilität innerhalb der Serverfarm. Die Übertragung zu Authorized Mobility Partners (License Mobility through SA) ist bei CSP Subscriptions jedoch nicht enthalten.
Mit SA gilt:
- SQL Server dürfen innerhalb der eigenen Server-Farm beliebig oft verschoben werden. Hinweis: Andere Lizenzierungsregeln wie Anzahl der Cores etc. müssen dabei selbstverständlich beachtet werden.
- SQL Server dürfen zwischen externen Hostern und Public Clouds alle 90 Tage verschoben werden.
Wie werden Failover Server lizenziert?
Fällt ein entsprechend konfigurierter SQL Server aus, kann ein Failover Server die Arbeit übernehmen. Jeder lizenzierte SQL Server mit aktiver SA oder CSP Subscription berechtigt zur Installation von bis zu drei passiven Failover-Instanzen:
- 1x Failover für beliebige Zwecke (typischerweise Hochverfügbarkeit im selben Rechenzentrum)
- 2x Failover für Disaster Recovery (davon maximal 1x in Azure)
Weitere Regeln:
- Passive Instanzen dürfen keine aktiven Workloads ausführen. Erlaubt sind Datenbankkonsistenzprüfungen, Log-Backups, vollständige Backups und Ressourcen-Monitoring.
- Die Anzahl der lizenzierten Cores einer passiven Instanz darf die der aktiven Instanz nicht übersteigen.
- Disaster-Recovery-Tests sind alle 90 Tage erlaubt.
Hinweis: Ist der aktive Server nicht mit SA ausgestattet oder die CSP Subscription abgelaufen, muss der Failover Server kostenpflichtig lizenziert werden.
Wo erhalte ich weitere Informationen?
Ausführliche Informationen zur Lizenzierung und Beschaffung von Microsoft SQL Server finden Sie auf unserer Seite SQL Server Lizenzierung.
Wenn Sie Fragen zu den Produkten oder zur Lizenzierung von SQL Server haben, zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren. Als zertifizierter Microsoft Licensing Specialist bin ich mit allen Details vertraut. Ich helfe Ihnen, die passende Lösung zu finden.


