Häufige Fragen zur Lizenzierung von Microsoft SQL Server 2019

Letzte Aktualisierung: 30.10.2019
Innenansicht Stadtbibliothek Stuttgart - Häufige Fragen zur Lizenzierung von Microsoft SQL Server 2019Foto von Tobias Fischer auf Unsplash

SQL Server 2019 ist jetzt verfügbar. Mit diesem FAQ möchten wir Ihnen Antworten zu einigen aktuellen Lizenzierungsfragen geben. Eine detaillierte Beschreibung der Lizenzierung von SQL Server 2019 und 2017 finden Sie im PDF Microsoft SQL Server Licensing Guide. Oder nehmen Sie mit mir Kontakt auf. Ich beantworte gerne alle Fragen.

Welche Editionen werden in diesem FAQ behandelt?

Wir behandeln die Lizenzierung von SQL Server 2019 Standard, SQL Server 2017 Standard, SQL Server 2019 Enterprise und SQL Server 2017 Enterprise. Beide Versionen, 2017 und 2019 werden weitgehen identisch lizenziert.

Wie wird SQL Server verkauft?

Es gibt unterschiedliche Beschaffungswege. Der übliche Weg geht über Microsofts Volumenlizenzprogramm Microsoft Open License. Full Packaged Products (FPP, nur Standard Edition) sind preislich uninteressant. Neben Volumenlizenzen sind OEM-Lizenzen valide Optionen, allerdings nur, wenn gleichzeitig Hardware beschafft wird und das Bundle aus HW plus SQL Server sehr günstig ist. Mit separaten SQL Server Open License Lizenzen sind Sie auf jeden Fall flexibler und Ihre Investition ist besser geschützt.

Benötigt man spezielle Lizenzen für SQL Server for Linux?

Nein. SQL Server Lizenzen berechtigen zur Installation und Nutzung auf Windows und auf Linux Plattformen.

Welche Lizenzmodelle gibt es?

Es gibt zwei Lizenzmodelle. Server/CAL Lizenzierung (nur SQL Server Standard) und Core-Lizenzierung (SQL Server Standard und Enterprise).

SQL Server Editionen und verfügbare Lizenzmodelle
Lizenzmodell Standard Enterprise
Server/CAL
Cores

Was bedeutet Server/CAL Lizenzierung?

Bei der Server/CAL Lizenzierung wird jeder Server (physisch oder virtuell) auf dem SQL Server Instanzen ausgeführt werden und jeder zugreifende Client lizenziert. Es gib zwei Arten von CAL (Client Access License). Eine User CAL berechtigt einen Benutzer zur Nutzung aller SQL Server. Eine Device CAL berechtigt ein Gerät (Rechner, Notebook, Sensor, Scanner etc.) zur Nutzung aller SQL Server.

  • Jeder Server, auf dem SQL Server ausgeführt wird, benötigt eine SQL Server Lizenz.
  • Jeder zugreifende Benutzer und/oder jedes zugreifende Gerät benötigt eine Zugriffslizenz. Die Lizenzen heißen SQL Server User CAL und SQL Server Device CAL
  • Zugriffslizenzen erlauben die Nutzung mehrerer lizenzierter SQL Server.

Sind CALs versionsgebunden?

Ja. Die CAL-Version muss gleich oder höher sein, als die des genutzten Servers. Mit einer SQL Server 2019 CAL darf man auf SQL Server 2019 und älter zugreifen. Mit einer SQL Server 2017 CAL darf man auf SQL Server 2017 und älter zugreifen. Die Nutzung von SQL Server 2019 mit einer 2017er CAL ist nicht erlaubt.

Was bedeutet Core Lizenzierung?

Bei Core-Lizenzierung werden Prozessorkerne (Cores, vCores, Hardware Threads) des Servers (Betriebssystem-Instanz) lizenziert, auf dem SQL Server Instanzen ausgeführt werden. Zugriffe müssen nicht lizenziert werden. Eine SQL Server Core Lizenz deckt immer zwei Prozessorkerne ab. Es müssen mindestens 4 Cores pro Server lizenziert werden, auch wenn weniger als 4 Cores vorhanden sind.

  • Bei Core-basierter Lizenzierung werden keine Zugriffslizenzen benötigt.
  • Es müssen mindestens 4 Cores pro Server lizenziert werden, auch wenn weniger als 4 Cores vorhanden sind bzw. zugewiesen wurden (bei vCores).

Wie müssen Hardware Threads bei der Core Lizenzierung berücksichtigt werden?

Es gibt Systeme, in denen ein einzelner virtueller Prozessorkern (vCore) durch mehrere Hardware Threads unterstützt wird. Hier reicht es nicht, nur die vCores zu lizenzieren. Es müssen vielmehr alle HW-Threads aller vCores lizenziert werden.

Eine Core-Lizenz deckt ein vCore mit einem HW-Thread ab. Es gibt Systeme (a), bei denen ein HW-Thread mehrere vCores unterstützt und Systeme (b), bei denen ein vCore durch mehrere HW-Threads unterstützt wird. Entsprechend müssen vCores (a) oder HW-Threads (b) lizenziert werden.

Welche Vorteile bietet Software Assurance (SA)?

SA bietet nicht nur kostenlose Updates. SA bietet:

Was bedeutet unbegrenzte Virtualisierung?

Bei Core-basierter Lizenzierung gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Lizenzierung nach VM oder Container: Für jeden virtuellen Prozessor (vCore/Hardware-Thread) einer VM oder eines Containers, muss eine SQL Server Core Lizenz gekauft werden. Minimum pro VM/Container sind 4 Core-Lizenzen.
  2. Lizenzierung nach Prozessoren des Hosts (Full Capacity Licensing): Bei der Host-basierten Core-Lizenzierung werden alle physischen Prozessorkerne des Virtualisierungshosts lizenziert. Auch hier gilt das 4-Core-Minimum. Damit dürfen beliebig viele virtuelle Maschinen und Container auf diesem Host SQL Server ausführen. Diese Option ist ein SA Vorteil, erfordert aktive Software Assurance und ist nur für SQL Server Enterprise Edition verfügbar.

Full Capacity Licensing eignet sich für Rechenzentren mit einem hohen Virtualisierungsgrad und dynamischer Bereitstellung von SQL Server Ressourcen. Werden ganze Server-Custer nach Full Capacity lizenziert, wird vollständige Lizenzmobilität erreicht. SQL Server können im Cluster beliebig zwischen Nodes (Virtualisierungshosts) verschoben werden.

Was bedeutet Lizenzmobilität

Eine SQL Server Lizenz darf frühestens nach 90 Tagen einem neuen Server innerhalb der Server-Farm zugeordnet werden. Die Übertragung auf Hoster und Public Clouds ist niemals erlaubt. Das 90-Tage Limit gilt allerdings nicht bei permanentem HW-Ausfall.

SQL Server Enterprise Edition erhält über SA Lizenzmobilität. Damit können SQL Server innerhalb einer Server-Farm beliebig verschoben werden. Ebenfalls gestattet ist die Übertragung auf Hoster und Public Clouds, allerdings nur einmal innerhalb von 90 Tagen.

Mit SA gilt:

  • SQL Server dürfen innerhalb der eigenen Server-Farm beliebig oft verschoben werden. Hinweis: Andere Lizenzierungsregeln wie Anzahl der Cores etc. müssen dabei selbstverständlich beachtet werden.
  • SQL Server dürfen zwischen externen Hostern und Public Clouds alle 90 Tage verschoben werden.

Wie werden Failover Server lizenziert?

Fällt ein entsprechend konfigurierter SQL Server aus, kann eine Failover Server die Arbeit übernehmen. Jeder lizenzierte SQL Server mit aktiver SA berechtigt zur Installation eines passiven Failover Servers.

  • Failover Server müssen mit „not readable“ konfiguriert werden.
  • Failover Server dürfen keine Daten zur Verfügung stellen (keine Reports, keine Backups etc.).
  • Der aktive Server muss mit SA abgedeckt sein.
  • Pro aktivem Server mit SA darf genau ein Failover Server bis zur lizenzierten Kapazität des aktiven Servers installiert werden.

Hinweis: Ist der aktive Server nicht mit SA ausgestattet, muss der Failover Server kostenpflichtig lizenziert werden.

Wo erhalte ich weitere Informationen?

Ausführliche Informationen zur Lizenzierung und Beschaffung von Microsoft SQL Server finden Sie im Dokument Microsoft SQL Server Licensing Guide.

Oder Sie wenden sich an mich. Das Thema SQL Server Lizenzierung ist nicht ganz einfach. Ich bin als zertifizierte Microsoft Licensing Specialist mit allen Details vertraut und helfe Ihnen gerne bei der Lizenzierung. Unverbindlich und ergebnisoffen. Rufen Sie mich an oder schicken Sie mir ein E-Mail.